Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Gespräch mit den Schülerinnen des Gymnasiums Marienberg
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Gespräch mit den Schülerinnen des Gymnasiums Marienberg © Stefan Wiesbrock / Gymnasium Marienberg

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Interview mit Landrat zum Zustand der Wälder im Kreis

Umwelt |

Wie geht es dem Wald im Rhein-Kreis Neuss? Dazu befragten Schülerinnen des Erzbischöflichen Gymnasiums Marienberg Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Anlass waren für sie besorgniserregende Meldungen über den Rückgang von Waldflächen angesichts des fortschreitenden Klimawandels: Rodungen in Brasilien, Waldbrände in mehreren Ländern der Welt, aber auch die Schäden durch Hitze, Dürre und Schädlingsbefall in vielen Regionen Deutschlands sorgen für alarmierende Schlagzeilen. Wälder, die unseren CO2-Ausstoß kompensieren müssten, sind teilweise geschädigt oder bedroht.

Im Interview sprach der Landrat mit den Jugendlichen über den Zustand des Waldes im Rhein-Kreis Neuss. Er nannte konkrete Zahlen: Mit etwa 8,3 Prozent Waldfläche gehört unser Kreis zu den waldärmsten Regionen Deutschlands. "Grund dafür ist die Tatsache, dass die Böden bei uns hervorragend für die Landwirtschaft geeignet sind. Deshalb wird hier schon seit Jahrhunderten viel Ackerbau betrieben", erklärte Petrauschke.

Der Rhein-Kreis Neuss fördert und unterstützt die Aufforstung mit dem Ziel, den Waldflächenanteil bis zum Ende des Jahrhunderts auf 12 Prozent auszuweiten. Seit 1988 konnte der Kreis rund 223 Hektar neue Waldflächen schaffen, das entspricht mehr als 300 Fußballfeldern. Auch Kindergärten und Schulen machen bei Pflanzaktionen mit: Zuletzt griffen Mädchen und Jungen der Jakobus-Grundschule in Neukirchen Anfang des Jahres bei der Aufforstung einer Fläche in Grevenbroich-Neukircherheide zusammen mit dem Landrat zum Spaten. Unterstützt wurde die Aktion unter dem Motto "Ein Herz für Bäume" zum wiederholten Mal von der Fielmann AG Hamburg. Auch Privatleute aus dem Kreis können mit Spenden aktiv zur Waldvermehrung beitragen.

Langfristiges Ziel im Rhein-Kreis Neuss ist ein Mischwald auch mit hitze- und schädlingsresistenten Baumarten. "Wir werden sicherlich nicht zum Hochschwarzwald werden", so der Landrat, "aber es ist wichtig, dass es zwischen den Ackerflächen immer wieder zusammenhängende Baumflächen gibt, damit sich Flora und Fauna besser entwickeln können." Auch die Begrünung von Flachdächern und Fassaden könne sich darüber hinaus besonders in den Innenstädten positiv auswirken.

Das komplette Interview sowie ein Gespräch mit einer Jugendlichen, die sich bei "Plant for the Planet" für Aufforstungsprojekte engagiert, ist in der nächsten Sendung der Radio AG des Marienberg-Gymnasiums am Dienstag, 24. September, ab 20.04 im Bürgerfunk auf NE-WS 89.4 zu hören. Etwa alle drei Monate erstellen die Schülerinnen unter der Regie von Lehrer Stefan Wiesbrock knapp einstündige Radiosendungen zu unterschiedlichen aktuellen Themen.