Eine männliche Person hält einen Ausstellungskatalog
Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes gibt einen Einblick in die Ausstellung „Superbia“ im Kreiskulturzentrum Sinsteden. © Dieter Staniek/Rhein-Kreis Neuss
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Kreiskulturzentrum Sinsteden: „Superbia – Im Labyrinth des Hochmutes und der Eitelkeit“ läuft bis zum 27. September

Kultur |

Das Kreiskulturzentrum Sinsteden setzt seine Reihe zu den sieben Todsünden fort: „Superbia – Im Labyrinth des Hochmutes und der Eitelkeit“ heißt das Thema vom 12. Juli bis 27. September, nachdem in den bisherigen Ausstellungen die Todsünden Neid, Völlerei, Zorn und Acedia im Mittelpunkt standen. Beim Gang durch die Ausstellung mit Gemälden, Radierungen, Filmen und Repliken von Kunstwerken erläutert Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes: „Wer etwas zum Hintergrund der hier gezeigten Exponate wissen und die Zusammenhänge verstehen will, findet ausführliche Erklärungen auf unseren Schautafeln.“ Weitere Hinweise zur geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Einordnung der Objekte liefert der Ausstellungskatalog. Die 111-seitige Veröffentlichung mit dem Titel „Im Labyrinth des Hochmutes und der Eitelkeit“ kostet zehn Euro und ist im Kreiskulturzentrum erhältlich.

Superbia – dieser Begriff beschreibt nicht nur Hochmut und Eitelkeit, sondern er steht auch für Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Nichtigkeit. Dazu sagt Museumsleiterin Dr. Kathrin Wappenschmidt: „Schon in der römischen Antike zum Beispiel war es Usus, auch im größten Erfolg – wie bei Triumphzügen für siegreiche Feldherren – auf deren Sterblichkeit hinzuweisen. In der Ausstellung zeigen wir, dass die Definition von Superbia von gesellschaftlichen Vorgaben abhängig ist und in jeder Epoche neu formuliert wird.“ Über Jahrhunderte haben sich Künstlerinnen und Künstler mit dem Thema der Superbia beschäftigt. Parallel zur Musik und Literatur zeigen Gemälde wie Totentänze, Vanitas-Stillleben und beeindruckende Porträts die unterschiedlichen Formen der menschlichen Selbstdarstellung. Gleichzeitig stehen Motive vom Totenschädel über Sanduhren und Seifenblasen bis hin zu Spiegeln für Sterblichkeit und Vergänglichkeit.

Die fünfte von insgesamt sieben Ausstellungen in der Reihe zu den Todsünden wird am Sonntag, 12. Juli, um 14 Uhr in Sinsteden unter der Remise eröffnet. Später folgen die Themen Gier und Wollust. Neben Wechselausstellungen und landwirtschaftlichen Exponaten zeigt das Kulturzentrum Skulpturen des Bildhauers Ulrich Rückriem. Weitere Informationen zu der Einrichtung, die dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr bei kostenlosem Eintritt geöffnet hat, gibt es auf der Internetseite www.rhein-kreis-neuss.de/kultur.