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Für Lehrkräfte & Schulen

Informationen für Lehrkräfte

Die Schule bereitet Jugendliche mit der Berufs- und Studienwahlorientierung parallel zur Schullaufbahn auf den Übergang in Ausbildung und Studium vor.

Mit der NRW-Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) wird für alle weiterführenden Schulen ein verbindliches und transparentes sowie geschlechtersensibles System der beruflichen Orientierung eingeführt. Dadurch öffnen sich nicht nur viele neue Möglichkeiten und Perspektiven für die Jugendlichen und die Schulen, sondern es sind auch für sie neue Aufgabenbereiche entstanden.

Um die Schulen im Rhein-Kreis Neuss aktiv und nachhaltig bei der Umsetzung von KAoA zu unterstützen, sind hier hilfreiche Informationen für Schulen und Lehrkräfte abgebildet.

Als begleitendes Lehrpersonal kommt den Koordinatorinnen und Koordinatoren für die Studien- und Berufsorientierung (StuBOs) eine besondere Rolle als Ansprechpersonen für die Jugendlichen im Berufsorientierungsprozess zu. Auch Fachlehrkräfte, die entsprechende Themen im Kontext der Berufsorientierung im Unterricht behandeln, leisten einen wichtigen Beitrag im Berufsorientierungsprozess der Jugendlichen. Gemeinsam sorgen sie für den „rote Faden“ in der Studien- und Berufswahlorientierung. Die fächerübergreifende Koordination wird durch die Verankerung in einem schulinternen Curriculum zur Berufs- und Studienorientierung sichergestellt.


Standardelemente

Ab dem 8. Jahrgang  werden die Jugendlichen jeweils halbjährlich individuell zu ihrer Berufs- und Studienorientierung, z.B. im Kontext auf Schulsprechtagen, beraten. Diese Aufgabe wird von den StuBOs koordiniert und von alle Lehrkräften umgesetzt. Als wesentliches Verbindungselement zur Selbstreflexion bezieht die regelmäßige Beratung Eltern und Erziehungsberechtigte, die Agentur für Arbeit und weitere Akteure wie Schulsozialarbeiter und -arbeiterinnen mit ein. Zur Vorbereitung auf die Gespräche können Gesprächsleitfäden genutzt und den Schülerinnen und Schülern zielgerichtete Fragestellungen als Hausaufgabe gegeben werden.

Die Entwicklungsschritte werden nach einer durchgeführten Potenzialanalyse im Portfolioinstrument dokumentiert. Der Berufswahlpass NRW bietet hierfür Arbeitsblätter, die sich für die Vor- und Nachbereitung der Standardelemente von KAoA anbieten. Sie stehen sowohl in leichter Sprache als auch in einer sprachreduzierten Variante zur Verfügung, der im Rahmen von KAoA-kompakt eingesetzt werden kann.

Seit dem Schuljahr 2019/2020 ist der Berufswahlpass NRW zudem mit einer überarbeiteten Version mit Ergänzungsmaterial für die Standardelemente der Sekundarstufe II verfügbar. Das Erweiterungsmodul Sek II und entsprechende Zusatzmaterialien für die Verwendung im Unterricht können auf der Seite Berufswahlpass NRW heruntergeladen und ausgedruckt werden.


Unterstützung für Lehrkräfte und Schulen

StuBO-Fortbildung durch die Bezirksregierung Düsseldorf

Das Kompetenzteam Fortbildung der Bezirksregierung führt jährlich eine mehrtägige Weiterbildung für Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren durch. Das Fortbildungsangebot ist insbesondere für diejenigen StuBOs interessant, die ihr Aufgabenfeld neu übernommen haben. (Aufgrund der Corona-Pandemie wird derzeit eine Durchführung als Web-Seminar konzipiert.)

Arbeitskreise

Darüber hinaus organisiert die Kommunale Koordinierung im Rhein-Kreis Neuss gemeinsam mit der Schulaufsicht regelmäßige Arbeitskreise für StuBOs zu allen relevanten Standardelementen und Themen im Zusammenhang mit der Umsetzung von KAoA. In diesem Kontext werden nicht nur Neuerungen und aktuelle Entwicklungen rund um KAoA präsentiert, sondern auch der Austausch der Schulen untereinander gefördert.

Bei weiteren Fragen oder Gesprächsbedarf zu bestimmten Angelegenheiten wenden Sie sich gerne an die Ansprechpersonen der Kommunalen Koordinierung.


BAN-Portal/Monitoring

BAN steht für Belegung, Abrechnung und Nachweis und bezeichnet das Portal zur Buchung und Abrechnung von KAoA-Standardelementen, die bei Bildungsträgern außerschulisch stattfinden. Es wird zudem für das jährliche Monitoring der Ministerien (MSB und MAGS) genutzt.

Das BAN-Portal finden Sie unter www.bo-instrumente-in-nrw.de.


Angebote für Jugendliche mit Förderbedarf

KAoA-STAR

KAoA-STAR wird gleichermaßen an Förderschulen sowie an Schulen des Gemeinsamen Lernens durchgeführt. Im Gemeinsamen Lernen entscheiden die Eltern mit ihrem Kind (mit Förderbedarf und/oder Schwerbehinderung) zusammen mit den Lehrkräften der Schule und in Absprache mit der Kommunalen Koordinierungsstelle, ob ihr Kind an den KAoA- oder den KAoA-STAR-Standardelementen teilnimmt. Die KAoA-STAR Standardelemente sind förderspezifisch für Jugendliche mit (Schwer-)Behinderung konzipiert. Der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf ist definiert mit diagnostizierten Förderschwerpunkten.

Zielgruppen KAoA-STAR.Dies ist ein Akkordeon-Menü.

  • Geistige Entwicklung (GG)
  • Hören und Kommunikation (HuK)
  • Körperliche und motorische Entwicklung (KME)
  • Sehen (SE)
  • Sprache (SQ)
  • und/oder mit anerkannter Schwerbehinderung
  • Schülerinnen und Schüler, die als 2. Förderschwerpunkt einen STAR-Förderschwerpunkt haben,
  • zielgleich unterrichtete Schülerinnen und Schüler mit STAR-Förderschwerpunkten,
  • Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Bereichen Lernen und Emotionale und Soziale Entwicklung, für die eine anerkannte Schwerbehinderung vorliegt und
  • Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen

Verbindliche und optionale Standardelemente.Dies ist ein Akkordeon-Menü.

Berufswegekonferenz

Im Rahmen der Berufswegekonferenzen treffen die Beteiligten am Berufsorientierungsprozess (Lehrkräfte, IFD, Schülerin/Schüler, Eltern oder Erziehungsberechtigte, ggf. Schulsozialarbeiter, Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit) Vereinbarungen über den weiteren Prozess der Berufsorientierung. Als Kernelement von KAoA-STAR begleitet die Berufswegekonferenz die aufeinander aufbauenden KAoA-STAR- Standardelemente. Beobachtungsdaten werden zur gemeinsamen Auswertung der bisherigen Ergebnisse sowie der Planung des weiteren individuellen Berufsorientierungsprozesses der Schülerinnen und Schüler einbezogen. Neben den genannten Akteuren können auch weitere, wie z.B. das Jugendamt, beteiligt werden.

Potenzialanalyse

Als erster Schritt für die berufliche Eingliederung werden relevante und förderbare Fähigkeiten und Potenziale ermittelt.

Berufsfelder erkunden

Die in der Potenzialanalyse ermittelten Ergebnisse werden genutzt um den Jugendlichen die Gelegenheit zu gegeben, berufliche Tätigkeiten exemplarisch in mehreren (in der Regel drei) Berufsfelder praxisnah kennenzulernen. Die Berufsfelderkundungen sollen nach Möglichkeit in Betrieben stattfinden. In Einzelfällen kann die Berufsfelderkundung auch bei Trägern oder in Schülerfirmen stattfinden.

Betriebspraktikum - im Block oder in Langzeit

Zusätzlich zu den obligatorischen Schulpraktika werden Betriebspraktika im Block oder in Langzeit angeboten. Diese finden überwiegend in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes statt, um den Schülerinnen und Schülern frühzeitig realistische Vorstellungen von beruflichen Tätigkeiten und betrieblichen Abläufen zu vermitteln.

Elternarbeit

Die kontinuierliche Beteiligung der Eltern an der Entscheidung zur Berufswahl der Schüler/innen trägt insbesondere zum Gelingen der Berufsorientierung bei. In Form von Elterngesprächen soll daher die Einbeziehung der Eltern in den Berufswahlprozess ab der Erstinformation über KAoA-STAR gewährleistet werden.

Optionale Standardelemente

Je nach Bedarf können weitere Standardelemente, z.B.: Berufsorientierungsseminare, Kommunikationstrainings oder Trainings arbeitsrelevanter sozialer Kompetenzen durchgeführt werden.

Flankierende Hilfen sind z.B. Gebärden- und Schriftsprachdolmetscher, Jobcoaching, Mobilitätstraining und technische Hilfsmittel.

Umsetzung an Schulen.Dies ist ein Akkordeon-Menü.

Allgemein gilt:

• Die KAoA-STAR-Standardelemente werden sowohl in Gruppenform als auch individuell umgesetzt.

• Die Buchungen erfolgen nicht über das BAN-Portal.

KAoA-STAR wird im landesweiten Monitoring erfasst.

Aufgrund der Komplexität der Umsetzung im Gemeinsamen Lernen beginnt die Planung von KAoA-STAR bereits im Jahrgang 7 und in folgenden Schritten:

Schulaufsicht:

• Einleitung der Umsetzung von KAoA-STAR in der 7. Jahrgangsstufe (erstes Halbjahr) und Informationsfluss über die Schulaufsicht zu KAoA und KAoA-STAR an alle Schulen.

• Übermittlung der Planzahlen durch die Schulaufsicht an die KAoA-STAR-Koordinierungsstellen und an die Kommunalen Koordinierungsstellen ab November (1. Halbjahr Jahrgangsstufe 7).

Schule:

• Schule identifiziert die infrage kommenden Schülerinnen und Schüler (1. Halbjahr Jahrgangsstufe 7).

• Information der Eltern der infrage kommenden Schülerinnen und Schüler zur Berufsorientierung nach KAoA-STAR zu Beginn des 2.Halbjahrs Jahrgangsstufe 7.

• Einladung der betroffenen Eltern zu der Auftaktveranstaltung KAoA-STAR (unter Beteiligung der PA-Träger und IFD). Diese Veranstaltung findet ggf. zentral in der Region statt, möglichst nicht an einer Förderschule und wird durch KAoA-STAR-Koordinierungsstellen im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 7 organisiert. Dort stellen die Träger die Maßnahmen vor, der IFD stellt sich ebenfalls vor. Den Eltern wird die Einwilligungserklärung ausgehändigt.

• Durchführung einer Berufswegekonferenz. Einholen von Einwilligungserklärungen zur Teilnahme an KAoA-STAR -Standardelementen.

(Hinweis: Spätestens zu diesem Zeitpunkt haben die Eltern /Erziehungsberechtigten den IFD von der Schweigepflicht entbunden.)

• Meldung konkreter Schülerzahlen zur Umsetzung der Potenzialanalyse über die Schulaufsicht an die KAoA-STAR-Koordinierungsstelle.

• Die KAoA-STAR-Koordinierungsstelle informiert den Träger, dieser nimmt Kontakt mit der Schule zwecks Terminabstimmung für die PA auf.

• Anfang der Jahrgangsstufe 8 beginnt die Umsetzung der KAoA-/KAoA-STAR-Standardelemente.

Eine Durchlässigkeit zwischen KAoA und KAoA -STAR ist durch die Möglichkeit des einmaligen und begründeten Wechsels vom einen in das jeweils andere System gegeben.

Mit der Erweiterung der Zielgruppe um SuS der Jahrgangsstufen 9 und 10,  sowie die Möglichkeit der Teilnahme im Klassenverband, sind Praxiskurse auch für die geringe Anzahl der KAoA-STAR-Zielgruppe im Gemeinsamen Lernen nutzbar. Die gilt für Schülerinnen und Schüler, die

                • ihre Berufswahlkompetenz stärken möchten,

                • ein Interesse haben, sich in einem Berufsfeld praktisch auszuprobieren,

                • ein Interesse an einer dualen Ausbildung haben.

Ihre Ansprechpartnerin beim IFD - Integrationsfachdienst, Standort Neuss für KAoA-STAR:

Cornelia Faßbender
02131-5685723, c.fassbender(at)ifd-neuss.de

 www.ifd-rheinland.lvr


KAoA-kompakt

Mit KAoA-kompakt können Schülerinnen und Schüler zentrale Bestandteile von KAoA nachholen, wenn sie bisher keine Möglichkeit der Erstberufsorientierung erhalten haben.

Das Angebot richtet sich an die Zielgruppe der neu zugewanderten, schulpflichtigen Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen an allgemeinbildenden Schulen und in internationalen Förderklassen an Berufskollegs. KAoA-kompakt ermöglicht auch einen Einstieg für Jugendliche der 10. Klassen, die aufgrund eines Wohnortwechsels aus einem anderen Bundesland nach NRW noch nicht an den Standardelementen von KAoA teilgenommen haben.

Zentrale Elemente von KAoA-kompakt sind die zweitägige Potenzialanalyse, drei Berufsfelderkundungen sowie drei Praxiskurstage, die alle bei einem Bildungsträger durchgeführt werden.

Mit dem Schuljahr 2020/21 wird darüber hinaus das Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW Sprach-kompakt“ eingeführt, das sprachlich auf die Bedürfnisse neuzugewanderter Jugendlichen ausgerichtet ist.

Die Online-Version finden Sie hier: Berufswahlpass NRW Sprach-kompakt

Weitere Informationen zum Einsatz des Berufswahlpasses NRW Sprach-kompakt bietet das Begleitheft für Lehrkräfte.


Wirtschaft pro Schule

Im Rahmen von Wirtschaft pro Schule besuchen Unternehmen Jugendliche ab der 8. Klasse in der Schule, informieren sie persönlich über Ausbildungsmöglichkeiten, Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren und erzählen vom Berufsalltag und möglichen beruflichen Perspektiven. Ziel ist es, den Entscheidungsprozess der Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Arbeits- und Berufsbiographie zu bestärken und zu verbessern.

Die Termine hierfür werden halbjährlich während der sogenannten Verteilerkonferenzen direkt zwischen Schulen und Unternehmen abgestimmt. Wenn Sie an Wirtschaft pro Schule teilnehmen möchten, können Sie sich gerne an die Ansprechpersonen der Kommunalen Koordinierung wenden.