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Europäische Kommission und Europäische Umweltagentur fordern mehr Schutz für Meere und Ozeane

Europa |

Am 25. Juni 2020 veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Jahresbericht zur Meeresstrategi-Rahmenrichtlinie (MSRR) und die Europäische Umweltagentur (EUA) ihre „Meeresnachrichten“ und fordern als Ergebnis einen besseren Schutz für Meere und Ozeane. Laut Mitteilung des für Umwelt, Meere und Fischerei zuständigen EU-Kommissars, Virginijus Sinkevicius, hätten alle EU-Mitgliedstaaten in 2020 den gesetzlich vorgeschriebenen guten Umweltzustand in ihren Meeresgewässern nicht erreicht. Dafür seine viele Faktoren ursächlich, so gefährdeten übermäßige Nährstoffbelastung, Unterwasserlärm, Kunststoffabfälle und nicht nachhaltige Fischereimethoden die Meeresumwelt.

Der Bericht über die MSRR zeige, dass der Zustand der europäischen Meere durchwachsen sei; so seien fast die Hälfte der europäischen Küstengewässer von starker Eutrophierung (zu hohe Anreicherung mit Nährstoffen) betroffen. Die EU-Vorschriften über Chemikalien hätten zwar zu einer Verringerung von Schadstoffen geführt, dafür wurde bei den meisten Meeresarten jedoch eine Zunahme von Kunststoffresten und chemischen Kunststoffrückständen festgestellt. Es sei zwar festzustellen, dass sich einige Arten langsam wieder erholten, dagegen habe sich die Lage bei anderen Arten extrem verschlechtert. So habe der fischereiliche Druck im Nordostatlantik und der Ostsee zwar abgenommen, doch der Meeresboden an der Küste sei in ganz Europa immer noch erheblichen physischen Störungen ausgesetzt.

Der Bericht „Marine Messages II“ der EUA, dessen Ergebnisse in die Überprüfung der Kommission einfließen, zeige, dass die bisherige und derzeitige Nutzung der Meere dramatische Auswirkungen habe, die zu einer veränderten Zusammensetzung bei Meeresarten und Lebensräumen und zu Verschiebungen bei der allgemeinen physischen und chemischen Beschaffenheit der Meere geführt hätten. In dem Bericht werden Lösungen vorgeschlagen, die der EU dabei helfen können, insbesondere durch ein ökosystembasiertes Bewirtschaftungskonzept ihr Ziel sauberer, gesunder und produktiver Meere zu erreichen.

Es gebe jedoch nicht nur negative Nachrichten, in einigen Gebieten gebe es Anzeichen für eine Erholung des Meeresökosystems, die auf erhebliche, oft jahrzehntelange Bemühungen zur Verringerung bestimmter Auswirkungen etwa von Schadstoffen, Eutrophierung und Überfischung zurückzuführen seien.

Hintergrund:

Die Meeresstrategierahmenrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, regional koordinierte Strategien aufzustellen, um für saubere, gesunde und produktive Meere zu sorgen. Dieses übergeordnete Ziel, der sogenannte „gute Umweltzustand“, wird anhand einer Reihe von „Deskriptoren“ bewertet (z. B. biologische Vielfalt, Fischerei, Eutrophierung, Schadstoffe, Abfälle, Unterwasserlärm). Es handelt sich nach Aussagen der Europäischen Kommission um einen wichtigen Rechtsakt zum Schutz und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Meere und ihrer Lebensräume. Die Richtlinie leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des Null-Schadstoff-Ziels für Meere und sei eng mit der geplanten Nachhaltigkeitsstrategie für Chemikalien sowie der Strategie für einen intelligenten und nachhaltigen Verkehr verknüpft.

Ergebnisse:

Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Meeresstrategierahmenrichtlinie ein besseres Verständnis der Belastungen und Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf das Meer und ihrer Konsequenzen für die biologische Vielfalt, Lebensräume und Ökosysteme der Meere ermöglicht habe. Die bei der Umsetzung dieser Richtlinie gewonnenen Erkenntnisse seien beispielsweise eine treibende Kraft für die Annahme der Richtlinie über Einwegkunststoffprodukte gewesen. Dies habe zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten der vier europäischen Meeresregionen sowie zwischen den Meeresregionen geführt. Als Erfolg könne festgestellt werden, dass sich  nun auch Nicht-EU-Mitgliedstaaten bemühten, einen guten Umweltzustand oder einen gleichwertigen Zustand zu erreichen.