Europafahne vor dem Himmel
© 1127637305/chrisdorney/GettyImages
Schnell gesucht? Schnell gefunden ...

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Deutschland im digitalen Vergleich in der EU auf Platz zwölf

Europa |

Wie es um die Digitalisierung in der EU steht und in welchen Bereichen die Mitgliedstaaten Fortschritte gemacht haben, zeigt der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) für 2020 , den die EU-Kommission heute in Brüssel veröffentlicht hat. Finnland, Schweden, Dänemark und die Niederlande liegen bei der Gesamtleistung im digitalen Bereich in der EU an der Spitze. Deutschland steht beim europäischen Vergleich der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an zwölfter Stelle. „Da geht noch mehr. Die Daten zeigen, dass Deutschland in den meisten Rubriken gutes Potenzial hat“, sagt Jörg Wojahn, Vertreter der EU-Kommission in Deutschland. „Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, um gemeinsam ein innovatives, technologisch souveränes und nachhaltiges digitales Europa voranzubringen.“

Laut DESI 2020 wurden in allen Mitgliedstaaten und in allen im Index gemessenen Schlüsselbereichen Fortschritte erzielt. Dies ist im Kontext der COVID-19-Pandemie umso wichtiger, denn sie hat gezeigt, dass digitale Technik inzwischen eine ganz wesentliche Rolle spielt. Zudem zeigt der Bericht, dass die EU-Mitgliedstaaten ihre Bemühungen verstärken sollten, um eine bessere Abdeckung mit Netzen mit sehr hoher Kapazität, die Zuteilung von 5G-Frequenzen im Interesse der kommerziellen Einführung von 5G-Diensten, die Erweiterung der digitalen Kompetenzen der Bürger und die weitere Digitalisierung von Unternehmen und des öffentlichen Sektors zu erreichen.

Die größten EU-Volkswirtschaften gehören nicht zur Spitzengruppe, was dafür spricht, dass das Tempo der Digitalisierung angezogen werden muss, wenn die EU die doppelte Herausforderung des ökologischen und des digitalen Wandels meistern will. In den zurückliegenden fünf Jahren hat Irland die bedeutendsten Fortschritte gemacht, gefolgt von den Niederlanden, Malta und Spanien. Gemessen am DESI-Wert liegen diese Länder auch deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Ergebnisse für Deutschland

In der Dimension Konnektivität ist Deutschland bei der 5G-Bereitschaft mit einem hohen Anteil an Festnetz-Breitbandanschlüssen führend in der EU. Hinsichtlich der Abdeckung der Netze mit sehr hoher Kapazität (Very High Capacity Networks – VHCN) liegt Deutschland allerdings nur auf Rang 21 und damit unter dem EU-Durchschnitt. Ebenso erreicht es bei den der digitalen öffentlichen Dienste nur den 21. Platz.

In der Dimension Humankapital steht Deutschland zumindest bei den grundlegenden digitalen Kompetenzen und den grundlegenden Softwarekompetenzen an fünfter Stelle. Deutsche Unternehmen nutzen verstärkt soziale Medien, haben jedoch keine Fortschritte bei der Integration der Digitaltechnik erzielt.

Bei der Nutzung von Online-Diensten belegt Deutschland den neunten Platz, da die deutsche Bevölkerung im Internet sehr aktiv ist. Nur fünf Prozent der Deutschen haben das Internet noch nie genutzt, und 84 Prozent kaufen online ein. Bei der Inanspruchnahme von E-Government-Diensten belegt Deutschland mit einer Quote von nur 49 Prozent den 26. Platz. In diesem Bereich liegt die größte digitale Herausforderung für Deutschland. Bund und Länder haben mehrere Maßnahmen zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes ergriffen, um die Situation zu verbessern.

Hintergrund

Der jährlich veröffentlichte Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft misst die Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten auf dem Weg zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft auf der Grundlage von Eurostat-Daten, Fachstudien und speziellen Erhebungsmethoden. Die DESI-Berichte 2020 basieren auf Daten von 2019. Um die Methodik zu verbessern und den neuesten technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurden in der Ausgabe von 2020 verschiedene Änderungen vorgenommen. Unter anderem wird nun auch die Abdeckung mit Festnetzen mit sehr hoher Kapazität (VHCN) berücksichtigt. Die DESI-Werte wurden unter Berücksichtigung der Änderungen in der Indikatorenauswahl und vorgenommener Berichtigungen der zugrundeliegenden Daten für alle Länder neu berechnet. Daher haben sich Werte und Rangfolgen der Länder gegenüber früheren Veröffentlichungen möglicherweise geändert. Da es sich um die Zahlen für das Jahr 2019 handelt, wurde das Vereinigte Königreich im DESI 2020 und bei der Berechnung der EU-Durchschnitte berücksichtigt.