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Hockey-Meister aus eigener Produktion

DIE WELT DES SPORTS

Hockey-Meister aus eigener Produktion

VON DIRK SITTERLE - HTC Schwarz-Weiß Neuss sichert sich mit selbst ausgebildeten Spielerinnen den Aufstieg in die Erste Bundesliga.

Luisa "Lulu" Steindor war mit Deutschlands U21-Auswahl schon Europameister (2008) und holte Anfang des Jahres mit der A-Nationalmannschaft Bronze bei der Hallen-EM. Doch der Aufstieg mit dem HTC SW Neuss in die Hockey-Bundesliga haute auch sie fast aus den Socken. "Unglaublich, einfach nur unglaublich", jauchzte die 21-Jährige nach dem entscheidenden 1:0- Erfolg am Sonntag vor heimischem Publikum über Großflottbek.

Dass der 1928 gegründete Hockey- und Tennis-Club Schwarz-Weiß Neuss mit seinen Mädels in der kommenden Saison auf dem Feld zum ersten Mal im Oberhaus um Punkte spielt, damit hatte nämlich selbst die Kapitänin niemals gerechnet. "Uns hatte in diesem Jahr keiner auf der Rechnung, wir hatten zuletzt doch nur Abgänge."

Die für Deutschland international tätigen Lina Geyer und Lisa Hahn waren die prominentesten, auch Trainer Markus Lonnes wechselte nach dem in der vergangenen Saison so unglücklich verpassten Aufstieg zum etablierten Erstligisten Rot-Weiss Köln. Kein Wunder also, dass sein Nachfolger Dariusz Musialowski beim Antritt seiner Mission "selber nicht gedacht hatte, dass wir das schaffen. Ich war neu – und die Mädels kannten mich nicht."

Die junge Mannschaft, die fast ausschließlich aus im HTC ausgebildeten Akteurinnen besteht, biss sich jedoch durch. Gestützt auf die, so der Coach, "bärenstarke Innenverteidigung" mit Malou Holthausen und Charlotte Steins, dem zuverlässigen Torhüter-Duo Carolin Bunge und Neela Holthausen sowie Luisa Steindor, "unser Antriebsmotor auf und neben dem Platz" (Musialowski), steckte das vor der Saison nur um Marie Münch (DSD Düsseldorf), Verena Fiolka und Nicole Heyen (beide Crefelder HTC) ergänzte Team auch den holprigen Start in die Rückrunde mit Niederlagen gegen die Konkurrenten Eintracht Braunschweig (spielt als Vizemeister in der Aufstiegs-Relegation nun gegen den Mannheimer HC aus der Süd-Gruppe) und ETuF Essen weg.

Wertvolle Impulse gaben dabei die in der Winterpause aufgerückten Sarah Sprink und Katharina Kreiner, die im Frühjahr mit der B-Jugend des HTC zum zweiten Mal in Folge Deutscher Hallenmeister geworden waren.

In der kommenden Spielzeit stellt sich Musialowski auf "harte Arbeit" ein, zumal die geplante Liga-Reform eine Reduzierung der erst zur neuen Saison von zehn auf zwölf Klubs aufgestockten 1. Bundesliga befürchten lässt: "Wir müssen im Angriff viel kaltschnäuziger werden, denn eine Etage höher kriegen wir keine 20 Torchancen." Helfen könnte dabei neben Wiebke Auhagen (das Nachwuchstalent war in der Rückrunde wegen gesundheitlicher Probleme nur sporadisch zum Einsatz gekommen) auch Lina Geyer.

Die Rückkehr der Ende der vergangenen Saison zum Erstliga-Aufsteiger Düsseldorfer HC gewechselten Nationalspielerin nach Neuss steht ganz oben auf dem Wunschzettel des HTC. Gespräche habe es zwar noch keine gegeben, räumt Hockey-Abteilungsleiter Andreas Schwarz ein, "aber hier stehen ihr alle Türen offen".

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