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Ein Fest für jeden Handball-Fan

DIE WELT DES SPORTS

Ein Fest für jeden Handball-Fan

VON DIRK SITTERLE - Mit seinen knapp 200 Mannschaften aus zwölf Nationen gilt der 1983 zum ersten Mal veranstaltete Quirinus-Cup des Neusser HV als eines der größten Hallenturniere für den Handball-Nachwuchs in Europa. Doch an Pfingsten zählt an Rhein und Erft nicht nur Masse, sondern vor allem Klasse.

Es klingt fast wie eine Drohung. "Moldawien kommt auch wieder", verrät Chef-Organisator Wolfgang Spangenberger und erinnert ans vergangene Jahr, als die Polizei in Görlitz den für die Teilnahme am deutschen Straßenverkehr untauglich erklärten Bus der Handballer aus Chisinau an der deutsch-polnischen Grenze mitten in der Nacht stillgelegt hatte. Geschichten wie diese – eigentlich fast immer mit Happy End – schreibt nur der Quirinus-Cup. Und das schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert.

Dass sich sein Kind trotz aller Probleme vor allem mit den Klubs aus dem Osten Europas mal zu einem der bedeutendsten Handball-Turniere für Talente aus ganz Europa entwickeln würde, hatte Gründervater Manfred Büschgens bei der Premiere 1983 sicher nicht geahnt. Inzwischen bringt der seit diesem Jahr wieder für die Ausarbeitung der Spielpläne zuständige Jochen Kallenberg fast 200 Mannschaften ohne jede Werbung nach Neuss. Aktuell sind es genau 179, die vom 21. bis 23. Mai in 387 Vorrunden- und 75 Zwischenrunden-Partien 18 Teams ermitteln, die Pfingstsonntag in der Hammfeldhalle von der E- bis zur A-Jugend die Plätze auf dem Siegertreppchen unter sich ausmachen.

Traditionell prominent vertreten ist in Neuss der Osten des Kontinents. Neben den Handballern aus Moldawien (Olimpus und Fortuna Chisinau) hat sich spielstarker Nachwuchs aus Rumänien (CSM Oradea, Dara Fagaras), Tschechien (Dukla Prag, Strakonice), Slowenien (RK Celje), der Ukraine (Brovary Kiew), Kroatien (Zamet Rijeka) und Polen (SMS Gliwice) angesagt. Spangenberger: "Wir kommen insgesamt wieder auf 23 osteuropäische Teams." Ein nicht billiges Vergnügen, belastet jede dieser Mannschaften den Etat doch mit 2200 bis 2500 Euro. Der Partnerstadt Rijeka finanziert der Neusser HV sogar den Bus. Mit Pskow und Châlons-en-Champagne sind noch zwei weitere Neusser Partnerstädte dabei. Rund 1200 der mehr als 3000 Sportler sind im Schulzentrum an der Weberstraße untergebracht, wo alleine 75 Klassenräume hergerichtet werden müssen. Eine Herkulesaufgabe für die ehrenamtlich tätigen Helfer, von denen rund um den Cup gut und gerne 500 für den NHV und seine Co-Veranstalter SG Zons, TSV Bayer Dormagen, TSV Norf, TuS Grevenbroich, HSG Düsseldorf und den Förderverein Druschba Neuss im Einsatz sind. Natürlich böte das Turnier auch Platz für mehr als 200 Mannschaften. "Es waren auch schon mal 225 Teams, aber das hat uns an vielen Stellen an Grenzen stoßen lassen", erinnert der für die Logistik zuständige Stefan Müller: "Außerdem leidet darunter dann irgendwann die Qualität des Turniers. Und das wollen wir nicht, schließlich wollen wir nicht unseren guten Ruf verlieren."

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