DIE WELT DES SPORTS
Elephants "hängen in der Luft"
Basketball (NGZ) Interview
Die Basketballer aus Grevenbroich gehen davon aus, dass sie in der kommenden Saison in der Zweiten Bundesliga (Pro B) spielen werden. Doch ein Selbstläufer sei das nicht, stellt Vorsitzender Friedrich W. Korsten im Gespräch mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung klar.
Drei Jahre nach dem Abstieg in die Regionalliga sind die Elephants zurück in der Zweiten Basketball-Bundesliga, die sich seit 2007 Pro B nennt. Vor allem im wirtschaftlichen Bereich muss sich beim Aufsteiger bis zum Saisonstart im Herbst allerdings noch eine ganze Menge bewegen.Herr Korsten, was machen die Planungen für die 2. Liga?
Friedrich W. Korsten Was die Verträge mit Spielern angeht, hängen wir ein bisschen in der Luft. Das Lizenzverfahren läuft noch bis Mai, und wir gehen davon aus, dass wir in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga spielen. Aber solange du noch keine Lizenz in der Hand hast, weißt du nicht wirklich, in welcher Liga du spielst und steckst damit in der misslichen Lage, keine verlässlichen Aussagen treffen zu können.Läuft für Grevenbroich alles glatt, gibt es in der Halle am Torfstecherweg in der kommenden Saison wieder Zweitliga-Basketball zu sehen.Aber der finanzielle Rahmen steht?
Korsten Dazu zunächst Grundsätzliches: Wir sind in den vergangenen Jahren stets mit einem überschaubaren Defizit, das in etwa zwischen 15 000 und 20 000 Euro lag, in die Saison gegangen.Und so läuft das jetzt nicht mehr?
Korsten Der Vertrag mit unserem Namenssponsor endet am 30. Juni und einen Nachfolger können wir bislang noch nicht präsentieren. Außerdem brauchst du für die 2. Liga bestimmt 50 000 Euro mehr als für die Regionalliga – zum Beispiel wegen der erhöhten Kosten für die Fahrten zu den Spielen und die Schiedsrichter. Zusätzlich musst jeder Verein als Sicherheit eine Bürgschaft über 15 000 Euro vorweisen können.Und was jetzt?
Korsten Die finanzielle Lücke ist da, und darum drehen wir im Moment wirklich an jedem Schräubchen. Wir sprechen die großen Arbeitgeber hier in der Umgebung an, um sie als zusätzliche Sponsoren zu gewinnen. Ohne diese Unterstützung aus der Wirtschaft kriegen wir die 2. Liga nicht gestemmt.
Was passiert, wenn die Elephants das Geld nicht zusammenbekommen?
Korsten Sollte und dies in einem überschaubaren Zeitraum nicht gelingen, werden wir kein Risiko eingehen und damit die Zukunft des Vereins aufs Spiel setzen.
Das heißt konkret?Korsten Wir würden uns auf Regionalliga-Niveau zurückziehen. Aber davon gehen wir erst mal nicht aus.
Was hat sich im Verein durch den Aufstieg verändert?Korsten Es lässt sich hier schon so eine Art Aufbruchstimmung feststellen. Noch schöner wäre es allerdings, diese Begeisterung würde sich auch auf wirtschaftlicher Ebene widerspiegeln. Schließlich haben wir jetzt ein wertvolleres Produkt zu verkaufen.
Was erwarten Sie sich sportlich von der 2. Bundesliga?Korsten Nachdem wir drei Jahre in der Regionalliga herumgedümpelt sind, war der Aufstieg fast schon Pflicht. Die Fans verlangen immer mehr. In der ersten Saison kann nur der Klassenerhalt das Ziel sind, aber in zwei, drei Jahren reicht das nicht mehr.Womit wir bei den Perspektiven der Elephants sind.
Ist mit der Pro B das Ende der Fahnenstange erreicht?Korsten In Anbetracht der jetzigen wirtschaftlichen Lage geht nicht mehr als die Pro B. Aber natürlich könnte irgendwann wann mal der Aufstieg in die Pro A das Ziel sein. Dafür aber müssten sich die Strukturen ändern. Die erste Mannschaft müsste als GmbH ausgegliedert werden, um die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht zu gefährden. Klar, wir denken immer weiter, aber letztlich scheitert im Moment alles an der Kohle.Die Pro B spielt in der kommenden Saison wieder in zwei, in erster Linie nach geografischen Gesichtspunkten aufgeteilten Gruppen.
Trotzdem gibt es kaum Lokalduelle ..Korsten ... aber die neue Liga-Struktur ist besser als die alte.
Sie haben als Vorsitzender zwei Aufstiege und einen Abstieg mitgemacht. Sind Sie noch mit dem Herzen dabei?Korsten Natürlich! Dies ist mein elftes Jahr – 2011 werde ich mich noch mal für eine Amtsperiode zur Verfügung stellen, dann aber ist Schluss.
Dirk Sitterle führte das Gespräch.Quelle: NGZ



