Direkt zum Inhalt
Macht Sport
Logo: Kreissportbund Neuss e.V.

Gehen schon die Lichter aus?

DIE WELT DES SPORTS

Gehen schon die Lichter aus?

VON VOLKER KOCH - Aufgefallen Dem TSV Dormagen scheint die Substanz für den Kampf um den Klassenerhalt zu fehlen

Vielleicht liegt's ja einfach nur am Datum? Vor einem Jahr leistete sich der TSV Dormagen am 6. Dezember den handballerischen Offenbarungseid und kam im Heimspiel gegen den insolventen Abstiegskandidaten Stralsunder HV nicht über ein 23:23 hinaus. Am Sonntag kassierten die Dormagener mit dem 23:39 bei der SG Flensburg-Handewitt eine der höchsten Niederlagen ihrer langen Erstliga-Geschichte – höher verlor ein Dormagener Bundesliga-Team bislang nur am 30. Januar 1994 (12:29 beim THW Kiel), gleichhohe Niederlagen gab es im November 1996 ebenfalls in Kiel (17:33) sowie zwei Mal beim HSV Hamburg (17:33 im Februar, 23:39 vor knapp zwei Wochen).

Doch die Art und Weise, wie sich das Bundesliga-Schlusslicht in der Flensburger Campus-Halle präsentierte, legt den Verdacht nahe, dass es mehr als nur eine zufällige Datumsgleichheit sein muss. "Ich habe mich geschämt für diese Vorstellung", gibt Kai Wandschneider im Nachhinein zu. Der Trainer, seit Januar 2001 in der Verantwortung, will sich damit freilich nicht abfinden: "Darüber wird noch zu reden sein." Als erstes am Dienstag, gemeinsam mit Team-Manager Thomas Dröge, mit Florian Wisotzki und Christoph Schindler.

 Über eines ist sich der Handball-Lehrer im Klaren: Sollten seine beiden "Führungsspieler" dabei zu erkennen geben, dass sie resigniert haben, war's das wohl im Kampf um den sportlichen Klassenerhalt. "Wir leben von der Moral. Wenn die nicht mehr intakt ist, können wir es nicht mehr schaffen", ist Wandschneider überzeugt.

Rein zahlenmäßig wäre es noch zu früh, um sich aufzugeben. Das rettende Ufer (Platz 15) ist nur einen Punkt entfernt, selbst bis Tabellenplatz 13, den zur Zeit MT Melsungen innehat, sind es nur vier Zähler. Freilich schleppen die Dormagener nach drei bösen Schlappen in Folge (23:39 in Hamburg, 26:38 gegen Lemgo, 23:39 in Flensburg) die mit Abstand schlechteste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten (-87, zum Vergleich: Düsseldorf mit einem Spiel weniger -51, Melsungen mit einem Spiel mehr -51, Hannover -46, Minden -36, Balingen -30) mit sich herum, was schon fast einem weiteren Minuspunkt gleichkommt.

"Zwei Punkte müssen wir bis zum Jahresende mindestens noch holen", fordert Wandschneider. Was gleichbedeutend mit einem Sieg am Zweiten Weihnachtstag im Lokalduell bei der HSG Düsseldorf (26. Dezember, 15 Uhr, Burg-Wächter-Castello) wäre, denn Punktgewinne in den Heimspielen gegen FrischAuf Göppingen (Freitag, 19.45 Uhr) und die Füchse Berlin (23. Dezember, 20.15 Uhr) erscheinen unter den derzeitigen Umständen ebenso unwahrscheinlich wie in Magdeburg (20. Dezember, 15 Uhr) und Wetzlar (30. Dezember, 20.15 Uhr). Zum Vergleich: Vor Jahresfrist ging der TSV mit zehn Punkten in die Januar-Pause. Läuft's ganz schlecht, könnten es diesmal nur vier sein.

SPORTSUCHE







Zeig die rote karte