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„Alles, was Rang und Namen hat“

DIE WELT DES SPORTS

„Alles, was Rang und Namen hat“

VON DAVID BEINEKE

Im vergangenen Jahr standen sich TSV-Fechter Max Hartung (l.) und der Russe Nikita Proskura im Finale des Säbel-Weltcups in Dormagen gegenüber. Damals verlor Hartung, am Samstag würde er am liebsten ganz oben auf dem Treppchen stehen. NGZ-Foto: H. Jazyk

 

 

Die Organisatoren des Säbel-Weltcups für Junioren - Preis der Chemiestadt - sind schon sturmerprobt. Schließlich hat die Fecht-Abteilung des TSV Bayer Dormagen in den vergangenen Jahren im Vorfeld und während des Turniers mit Athleten aus aller Herren Länder schon so manches Problem zu lösen gehabt. Doch vor der 34. Auflage am kommenden Samstag gab es ein besonders dickes Brett zu bohren. Denn weil in Düsseldorf bis Sonntag die Medizintechnikmesse „medica“ über die Bühne geht, sind Hotelbetten in der Region ein knappes Gut. Und ausgerechnet dieses Mal wollen im TSV-Sportcenter am Höhenberg so viele Teilnehmer mitmachen wie noch nie zuvor: bei den Männern 140 und bei den Frauen 112.

„Das ist noch so gerade an der Grenze dessen, was wir mit unseren 21 Fechtbahnen bewältigen können“, meint TSV-Cheftrainer Olaf Kawald. Was die Unterbringung der Athleten anbelangt, wurde letztlich auch noch eine Lösung gefunden. Allerdings in stattlicher Entfernung. Wenn die Mannschaften aus Russland, England und den USA morgen auf dem Düsseldorfer Flughafen landen, müssen sie sich noch ein Weilchen gedulden, bis sie sich im Hotel ausruhen können.

Denn das liegt im nicht ganz so nahen Troisdorf rechtsrheinisch zwischen Köln und Bonn. Auswirkungen auf die Organisation bleiben nicht aus: Das eigentlich für 18 Uhr geplante Finale beginnt jetzt eine halbe Stunde später. „Wenn sich die Athleten zu früh auf den Weg machen müssen, kann es Probleme mit dem Frühstück geben. Das wollten wir vermeiden“, erklärt Olaf Kawald. Wobei zwei Athleten in diesem Jahr überhaupt keine Probleme mit den Themen Anreise und Unterbringung haben. Die beiden Ungarn Aron Szilagyi und Nikolasz Iliasz haben sich seit dem 15. November für einen Monat in Dormagen einquartiert.

„Weil ihr Trainer vor den Olympischen Spielen gestorben ist, waren sie mit ihren Trainingsbedingungen in der Heimat nicht mehr zufrieden. Vielleicht bleiben sie sogar noch länger“, erklärt Kawald, der froh ist über den Zuwachs in der TSV-Fechtabteilung. Denn die beiden gehören zum Besten, was das Junioren-Säbelfechten zu bieten hat.

Szilagyi gewann schon 2006 in Dormagen und war für sein Heimatland bei den Olympischen Spielen in Peking dabei, Iliasz holte sich im vergangenen Jahr Platz drei in Dormagen und führt derzeit die Junioren-Weltrangliste an.

Beim TSV wird davon ausgegangen, dass die eigenen Fechter vom Können der Gäste profitieren. „Es hat sich gezeigt, dass man international keine Chance hat, wenn man nicht mit den Besten trainiert“, betont Kawald. Dafür nimmt er auch gerne in Kauf, dass die Ungarn Max Hartung besser studieren können. Der war schon voriges Jahr Zweiter und ist in diesem Jahr aus deutscher und TSV-Sicht das heißeste Eisen im Feuer.

Mit der deutschen Mannschaft gewann er gerade erst EM-Gold. „Sein Ziel ist der Sieg, auch wenn das Turnier so stark besetzt ist wie selten zuvor. Außer China und Korea ist alles am Start, was Rang und Namen hat“, erklärt Kawald. Fernziel der deutschen Fechter ist die Qualifikation für die Junioren-WM nächsten April in Belfast.

Chancen auf einen Start in Nordirland haben auch noch Benedikt Wagner, Sebastian Schrödter und Alexander Weber. Auf dem Weg dorthin wären für die TSV-Fechter ein gutes Weltcup-Ergebnis in heimischen Gefilden und damit Ranglisten-Punkte schon enorm wichtig.

Das gilt auch für die Dormagenerin Anna Limbach, die im Frauenwettbewerb eine Kandidatin fürs Finale der besten Acht ist. Vereinskameradin Lea Scholten peilt das Achtelfinale an. Aber auch bei den Damen ist die Konkurrenz enorm stark. Die Weltranglistenerste Rosella Grogoria aus Italien ist ebenso am Start wie die Koblenzerin Alexandra Bujdoso, die im Sommer für Deutschland in Peking dabei war.

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