DIE WELT DES SPORTS
„Elefan(t)s“ Herzinfarkt gefährdet
VON DIRK SITTERLE
Durchgetankt: Alex Schreiber erzielte nach der Pause wichtige Punkte für die Elephants.
Wulfens Eric Breland vergab dagegen spielentscheidende Freiwürfe.
Foto: C. Offermanns
Leuten mit schwachem Herzen sollte dringend davon abgeraten werden, Spiele der Konstantin Elephants zu besuchen. Denn nur eine Woche nach dem Nervenkrimi in Mönchengladbach (58:57) legten die offensichtlich schmerzfreien Regionalliga-Basketballer aus der Schloss-Stadt nach. Und wie im Derby avancierte dabei Flügel Matthias Wojdyla zum Matchwinner: Sein erfolgreicher Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie bescherte den Hausherren vor knapp 700 Zuschauern einen 80:79-Erfolg (Halbzeit 43:43) über den als Tabellenführer angereisten BSV Wulfen.
In der brodelnden Halle am Torfstecherweg in Gustorf interessierte es darum so gut wie niemanden, dass die Grevenbroicher wiederum nicht überzeugt hatten. Drei Akteure reichten den Gästen, um den Elephants gehörig einzuheizen: Ahmad Smith (36 Punkte/14 Rebounds), Eric Breland (20/11) und Steffen Hummelt (14 Punkte/vier Dreier) sorgten fast im Alleingang dafür, dass sich Wulfen nach Rückständen (4:11/3., 27:38/16., 59:64/33.) immer wieder heranzukämpfen wusste.
Das gelang freilich auch deshalb, weil die Elephants von Anfang an auf Center Sasa Zivanovic und ab der 34. Minute zudem auf Chris Wooldridge (fünftes Foul) verzichten mussten. Der US-Amerikaner, früh in arge Foulprobleme geraten, was zu einem nicht unerheblichen Teil den schwachen Schiedsrichtern Kai Kemna und Wolfgang Greuel anzulasten war, stand insgesamt nur 20:25 Minuten auf dem Parkett.
Dass die Gastgeber selbst ohne zwei ihrer Top-Leute im Spiel blieben, war in erster Linie das Verdienst von Chris Rodgers, für den am Ende 28 Punkte zu Buche standen.
Der Aufbauspieler traf nicht nur hochprozentig (64 Prozent, 9/14 Würfe, aus dem Feld; 77 Prozent, 10/13, von der Freiwurflinie), sondern holte dazu noch sechs Rebounds und überzeugte in der Defensive. „Mehr kannst du von einem Aufbauspieler nicht erwarten“, bemerkte Trainer Heimo Förster treffend.
Trotzdem schienen die Gäste, die Hummelt in der 37. Minute per Dreier wieder in Führung geworfen hatte (74:73), auf Siegeskurs, zumal die beiden Unparteiischen ihrem ganz und gar Regionalliga-untauglichen Auftritt noch die Krone aufsetzen.
In der Schlussminute hängten sie Rodgers ein unsportliches Foul an, dabei hatte er bei einem 77:79-Rückstand nur die Uhr stoppen wollen - eine im Basketball vollkommen übliche Vorgehensweise.
Eric Breland nahm das Geschenk jedoch nicht an, seine beiden Freiwürfe (als Team kam Wulfen von der Linie ohnehin nur auf kümmerliche 56 Prozent) brachten ebenso keine Punkte ein wie das zugesprochene Angriffsrecht.
Und dann war Wojdyla am Zug. Weil wie schon vor Wochenfrist gegen die Lions der geplante Angriffszug misslang, zog der 28-Jährige aus gut und gerne achteinhalb Metern beherzt ab - und traf zum 80:79. „Vorne lief ja nichts“, begründete er hinterher trocken.
Noch aber blieben Wulfen 7,8 Sekunden für eine letzte Attacke. Smith hielt aus der Halbdistanz drauf, der Ball tropfte indes vom Ring zurück ins Feld.




