02’20: Harald Vieten, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Ich darf Sie im Namen des Rhein-Kreises Neuss zur feierlichen Verleihung des Journalistenpreises Pro Ehrenamt 2007 auf Schloss Dyck in Jüchen ganz herzlich begrüßen. 02’34: Dieter Patt, Landrat und Schirmherr Mit unserem Journalistenpreis Pro Ehrenamt sprechen wir ein bedeutendes und auch aktuelles Thema unserer Gesellschaft an. Die Demokratie lebt vom Ehrenamt, das hat der erste Bundespräsident Theodor Heuss einst ebenso knapp wie ganz deutlich formuliert, und der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog brachte es so auf den Punkt: Unsere Gesellschaft wäre ohne ehrenamtlich tätige Menschen nicht nur ärmer und kälter sondern sie wäre auch weniger funktionsfähig. Diesen Blick auf den Wert und die Bedeutung des Ehrenamtes zu schaffen, das ist das Ziel unseres Journalistenpreises Pro Ehrenamt. So ist es umso erfreulicher, dass dieses Thema Ehrenamt immer mehr Eingang in die Medienberichterstattung und in die öffentliche Diskussion gefunden hat. Und wenn unser Journalistenpreis Pro Ehrenamt hierzu einen kleinen Beitrag zu leisten vermag, dann haben sich bereits alle Mühen gelohnt. Gerade die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen - Bildung und Erziehung unserer Jugend, Integration, die Vorsorge für die wachsende Zahl älterer Menschen, die Familie - erfordern den Einsatz aller Kräfte unserer Gesellschaft. Und gesellschaftliche Verantwortung das war und ist ein Unternehmensgrundsatz in der Neusser Unternehmer-Familie Thywissen. Zum ersten Mal loben wir mit Unterstützung der Familie Thywissen als Hauptpreis den Hermann Wilhelm Thywissen-Preis aus, der mit 5.000 Euro dotiert ist und dafür sagen wir ganz herzlichen Dank. Sein Handeln verstand Hermann Wilhelm Thywissen immer auch als Dienen. Gerne und häufig hat er sich in die Pflicht nehmen lassen. Die Kraft, die er für seine Aufgaben benötigte, schöpfte Hermann Wilhelm Thywissen aus seiner Familie und aus seiner tiefen Verwurzelung im katholischen Glauben. Und so ein kleines Zeichen wollen wir setzen und da bewährt sich immer wieder ein Blumenstrauß, als Zeichen der Verbundenheit und Dankbarkeit zu überreichen. Das tue ich jetzt. Angesichts der Kompetenz dieser hochkarätig besetzten Fachjury, bin ich mir sicher, dass die Juroren unter den schwierigen Bedingungen eine gute Wahl bei der Vergabe der Preise getroffen haben. Für Dr. Joachim Sobotta - unserem Mitbürger auch kann ich auch immer wieder betonen und verraten - wird dies die letzte Verleihung des Journalistenpreises unter seinem Vorsitz sein. Lieber Herr Dr. Sobotta, unter Ihrem Vorsitz haben Sie dieser Jury in den vergangenen acht Jahren einen deutlichen guten Stempel aufgedrückt. Ihr guter Name als Journalist, als Chefredakteur der Rheinischen Post hat geholfen, unseren Journalistenpreis zu dem zu machen was er heute ist. Ihr ehrenamtliches Engagement verdient unser aller Anerkennung und Dank. 05’32: Andreas Krautscheid, Staatssekretär für Medien des Landes NRW Es ist schon ein bisschen was auch Typisches für das ehrenamtliche Engagement, viele Ehrenamtler machen wenig Aufheben von ihrer eigenen Tätigkeit. Deswegen ist es umso wichtiger, das es Journalisten gibt, die das als ein wichtiges Thema erkennen und ihre journalistische Kompetenz darauf ausrichten, über dieses Thema so zu berichten, dass es auch für andere Menschen spannend und interessant ist. Also der Drang zu helfen und handeln zu müssen, um an Situationen zu verbessern und das macht auch die Menschen aus, über die die Berichte handeln, von denen, die wir heute auszeichnen. Also sich aus einer inneren Überzeugung heraus für die Menschen, für die Gemeinschaft und damit auch für unser Land einzusetzen, das ist letztlich das einfachste, aber wenn Sie so wollen auch das edelste aller Motive. Politik und Staat können diese Motivation nicht ersetzen. Kein Gesetz, keine Verordnung kann etwas Vergleichbares leisten. Sittliches Handeln und ein von Herzen kommendes persönliches Engagement lassen sich eben nicht durch Verordnung oder noch so gut gemeinte Ratsbeschlüsse erzwingen. Also die Qualität einer Gesellschaft hängt wenn Sie so wollen von diesen moralischen Verhalten ihrer Mitglieder ab. Das Verantwortungsgefühl des einzelnen prägt unser Gemeinwesen so wie wir es für lebenswert halten. Es entlässt den Staat nicht aus der Pflicht, das zu fördern. Ich glaube es ist wichtig, das die Rahmenbedingung stimmen, dass aber Ehrenamt auch wirklich Ehrenamt ist, weil der Kern ist nicht das finanzielle, sondern der Kern ist das Bedürfnis, Mitmenschen zu helfen, wenn man es in dieser Gesellschaft braucht. 07’27: Wolfram Kons, RTL-Moderator Sein Beitrag über die Sternenkinder hat uns gefesselt, aber auch betroffen gemacht. Sternenkinder sind Kinder, die tot geboren werden und auch geschwiegen werden. Da endet ein Menschenleben, noch bevor es beginnt. Ihre Mütter, ihre Väter, so erfahren wir von Viktor Funk, sind oft in der Trauer einsam. Kaum jemand versteht ihre Gefühle. Viktor Funk versteht es glänzend, dieses sensible Thema umfassend zu dokumentieren, zu informieren und zu emotionalisieren. Der erste Nachwuchsjournalistenpreis Pro Ehrenamt des Rhein-Kreises Neuss geht an Viktor Funk meine Damen und Herren. Anne Klesse hat diesen Raum, diese Chance herausragend genutzt. Mit ihren Beiträgen "Ein Busausflug in die Vergangenheit" und "Er leistet erste Hilfe für die Seele" macht sie die, die ehrenamtlich für andere da sind, greifbar, Sie macht Sie transparent. Szenisch holt sie uns Leser ab. Schreibt sensibel über die, die sonst keine Schlagzeilen bekommen. Den Busfahrer, der Senioren, die sonst nicht mehr rauskommen aus dem Heim, fröhlich durch Hamburg chauffiert. Den Leiter des Kriseninterventionsteams beim Roten Kreuz, der die geschockten, hilflosen Angehörigen von Unfall- oder Katastrophenopfern betreut. Schweigen. Schweigen. Das ist das Schlimmste schreibt Anne Klesse da. Meine Damen und Herren, der zweite Nachwuchsjournalistenpreis Pro Ehrenamt des Rhein Kreises Neuss geht an Anne Klesse. Herzlichen Glückwunsch. 10’15: Martin Kunze, stv. Programmdirektor Radio NRW Hildegard Filz von den Schleswiger Nachrichten erhält nun den Sonderpreis der Jury 2007 für ihren gelungenen Beitrag "Wie Bärbel Kruse mittenmang dabei ist". "Ich hab’ ne Macke, dass weiß ich." Solche Zitate sind es im Beitrag der Autorin, die einen diesen Artikel lesen lassen, die einen mitfühlen, mit dabei sein lassen. Sie schafft Bilder und deshalb ist diese Auszeichnung der Jury einen Sonderpreis wert und dazu liebe Hildegard Filz gratuliere ich Ihnen ganz herzlich. 11’05: Prof. Dr. Hans Süßmuth, Universität Düsseldorf Das Mitglied der Chefredaktion des Handelsblatts, Albrecht Prinz von Croy, erhält einen Preis für seinen Beitrag "Unternehmen als Mitbürger". Dieser Beitrag ist im Januar 2006 erschienen in der Rubrik "Wissenschaft und Debatte". Der Verfasser wirbt in einem sachlich sehr fundierten, prägnant geschriebenen, mitreißenden und Denkanstöße gebenden Aufsatz für die Idee, dass Wirtschaftsunternehmen sich als Akteure einer lebendigen Bürgergesellschaft engagieren und ihnen als "Unternehmensbürger" als corporate citizens Verantwortung übernehmen für den Wandel unserer Gesellschaft zu mehr Eigenverantwortung. 12’30: Thomas Nell, Leiter Programmgruppe Wirtschaft und Recht beim WDR Der zweite Preis des Journalistenpreises Pro Ehrenamt geht an das ZDF Magazin Mona Lisa. Und in diesem Fall handelt es sich um Portraits und ein Portrait muss die Aufgabe haben, in wenigen Minuten - und hier handelt es sich um kurze Beiträge - in wenigen Minuten uns einen Menschen nachhaltig nahe zu bringen. Das haben die Teams erreicht und wir haben uns gefreut, so schöne Beiträge zu sehen. Das ZDF-Magazin Mona Lisa hat sie uns alle nahe gebracht und hat mit dem Format "Deutschland hilft" ein Zeichen gesetzt. Die Preise werden jetzt - ich hoffe, dass ich richtig informiert bin - von Bruni Reitzenstein und Barbara Dickmann entgegengenommen und beide sind Mitglieder bzw. Leiterinnen der Redaktion Mona Lisa. Natürlich mit meinem herzlichen Glückwunsch. 13:41: Dr. jur. Joachim Sobotta, Chefredakteur a. D. der Rheinischen Post Der erste Preis - der Thywissen-Preis - geht an Herrn Jens Schröder vom GEO-Magazin. Eine sehr interessante Erkenntnis der Arbeit Schröders ist, dass unser Sozialstaat - und die Betonung liegt hier auf Staat, das klang eben auch schon an - sich gelegentlich auf die Ehrenamtler verlässt. "Sie werden schon helfen!", heißt es dann. Typisch dafür eine Empfehlung der Behörden im sächsischen Zwickau an die Hartz IV-Empfänger, sich doch an die "Tafel" zu setzen. Also zu jenen Einrichtungen zu gehen, bei denen Ehrenamtler in Supermärkten und Gaststätten und Hotels aussortiere, aber durchaus noch genießbare Lebensmittel sammeln und an Bedürftige verteilen. So bitte nicht, wehren sich die Tafeldamen und -herren, uns sie haben damit Recht. Und nun noch mal Jens Schröder, bitte vortreten, herzlichen Dank.