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Auch die Nachhilfe für Schüler kann über das Bildungs- und Teilhabepaket gefördert werden. Die Schulsozialarbeiter im Rhein-Kreis Neuss informieren Kinder und Eltern darüber. © Ridofranz / iStock / Thinkstock

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Bildungs- und Teilhabepaket: Erfolgreicher Einsatz der Schulsozialarbeiter im Kreis

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Seit 2012 sind 32 Schulsozialarbeiter beim Technologiezentrum Glehn des Rhein-Kreises Neuss beschäftigt. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht 2015 hervor, den Projektkoordinator Jochen Stürznickel jetzt im Sozial- und Gesundheitsausschuss vorgelegt hat. Die Sozialarbeiter haben ihren Dienstort an zahlreichen weiterführenden Schulen sowie an Grund- und Förderschulen. Eine ihrer Aufgaben ist es, das Bildungs- und Teilhabepaket bekannt zu machen und Schüler und deren Eltern bei der Antragstellung zu unterstützen. Aus dem Paket werden Klassenfahrten, Schulbedarf, Nachhilfe, das Kita- und Schulmittagessen oder auch die Gebühr für den Sport- oder Musikverein gefördert.

"Soziale Fähigkeiten können oftmals nicht die Eltern und Lehrer allein vermitteln, dafür braucht es qualifizierte Schulsozialarbeit", so Kreisdirektor Dirk Brügge, der Sozialdezernent des Rhein-Kreises Neuss. Er hofft – "auch im Interesse der Schulsozialarbeiter" –, dass das auf drei Jahre befristete und erfolgreiche Projekt 2018 durch eine weitere Landesförderung fortgesetzt werden kann.

Im Jahr 2015 wurde das Bildungs- und Teilhabepaket im Rhein-Kreis Neuss mehr als 18 000 Mal in Anspruch genommen. Anspruch auf Leistungen daraus haben alle, die SGB II ("Hartz IV"), SGB-XII-Leistungen, Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen oder Bezieher von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sind.

Die Initiierung von Anträgen auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bleibt erster Tätigkeitsschwerpunkt der Sozialarbeiter. So wurden im Jahr 2015 Schüler bei 9230, also etwa der Hälfe aller Anträge unterstützt. Einige der Schulsozialarbeiter haben Migrationshintergrund und können entweder selbst oder mit der Unterstützung eines Kollegen auch Schüler mit Migrationshintergrund und Flüchtlingskinder in der jeweiligen Muttersprache unterstützen. So sind auch Beratungen auf Russisch, Polnisch, Türkisch oder Arabisch möglich. Kreisweit wurden im Jahr 2015 Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket im Wert von 3,2 Millionen Euro in Anspruch genommen.

Zweiter Tätigkeitsschwerpunkt ist die "klassische" Schulsozialarbeit. Aktivitäten wie Beratung von Lehrern, Schülern und Eltern, Sozialtrainings, Streitschlichterprogramme, Bewerbungstrainings, Angebote sinnvoller Freizeitgestaltung und die Unterstützung der Offenen Ganztagsschulen bei der Ausrichtung der Ferienfreizeiten sowie die Organisation eines eigenen Ferienprogramms für besonders benachteiligte Schüler gehören weiterhin zum Aufgabenfeld der Fachleute. Das Projekt "Schulsozialarbeit/Bildungs- und Teilhabepaket" im Rhein-Kreis Neuss wird seit Anfang 2015 über das Landesprogramm "Soziale Arbeit an Schulen" weiterfinanziert.

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