Menschengruppe hält Säcke mit Kartoffeln
Kartoffel-Ausstellung in Sinsteden eröffnet (von links): Einrichtungsleiterin Dr. Kathrin Wappenschmidt, Hausmeister Christoph Esser und Museumspädagogin Eva Schmitt-Roth. © S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss

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Ausstellung über den Kartoffelanbau eröffnet

Kultur |

"Erdapfel oder Grundbirne – über den Kartoffelanbau im Rheinland" heißt eine Ausstellung, die jetzt im Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss in Sinsteden eröffnet worden ist. Aus dem Archiv des Fotografen und Agrarwissenschaftlers Dr. Wolfgang Schiffer, das sich heute beim Landschaftsverband Rheinland befindet, zeigt die Einrichtung unter Leitung von Dr. Kathrin Wappenschmidt 50 Schwarz-Weiß-Fotografien, die den Kartoffelanbau im Rheinland und insbesondere im Rhein-Kreis Neuss dokumentieren.

Von der Handarbeit mit zahlreichen Mitarbeitern, Frauen und Kindern aus den 1950er Jahren wird der Weg der Mechanisierung der modernen Landwirtschaft beschrieben. Geräte zum Kartoffelanbau aus der Sammlung des Kreiskulturzentrums Sinsteden und das Kochbuch der Ludovica von Pröpper aus dem 19. Jahrhundert, das aus der ehemaligen Bibliothek von Schloss Dyck stammt, ergänzen die Ausstellung.

Außerdem werden die unterschiedlichen Kartoffelsorten vorgestellt, und auch der Kartoffelschnaps darf nicht fehlen, der früher sogar als Währung eingesetzt wurde. Die Geschichte der Kartoffel ist lang: Von den Anden in Südamerika kam sie nach Europa, wo sie als Zierpflanze wegen ihrer prächtigen Blüte und des üppigen Laubes begehrt gewesen ist. Daher wurde sie im 16. Jahrhundert in botanischen Gärten angepflanzt. Über kleinere Nutzgärten in österreichischen und deutschen Klöstern wurde die Kartoffel schließlich als Nutzpflanze kultiviert. Doch erst unter den preußischen Königen im 18. Jahrhundert und durch die modernisierte Landwirtschaft konnte sie in großem Stil angebaut werden.

Die Präsentation im Kreiskulturzentrum Sinsteden ist bis zum 18. September zu sehen.

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