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Kreis verleiht Integrationspreis: Erste Plätze für "Kick für den Frieden" und Arbeitskreis Asyl Kelzenberg

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ehrte die Preisträger des Integrationspreises im Kreishaus Grevenbroich.

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Gleich zwei erste Plätze gab es beim diesjährigen Integrationspreis des Rhein-Kreises Neuss. Einen der beiden mit 2 500 Euro dotierten Preise erhielt Rohat Akcakaya mit dem von ihm ins Leben gerufenen "Kick für den Frieden"-Team. Die ehrenamtliche Initiative aller weiterführenden Schulen Grevenbroichs organisiert regelmäßig ein dreitägiges Fußball-Benefiz-Turnier. Ebenfalls 2 500 Euro erhält der Arbeitskreis Asyl der Evangelischen Kirchengemeinde Kelzenberg für sein Projekt "Deutschkurs und Sprechstunde für Flüchtlinge".

Bereits zum vierten Mal hat der Rhein-Kreis Neuss einen Integrationspreis vergeben. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto "Für Vielfalt, Toleranz und Verständigung: Engagement für die Integration von zugewanderten Menschen". Die unabhängige Jury vergab zwei erste Plätze, einen mit 1 000 Euro dotierten dritten Preis sowie einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro und zehn Anerkennungsurkunden. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ehrte die Preisträger im Kreishaus Grevenbroich.

"Erfolgreiche Integration braucht gute Konzepte und Menschen, die dafür wirken", so Petrauschke. "Beides wollen wir im Rhein-Kreis Neuss mit unserem Integrationspreis würdigen." Die Preisträger seien ein Vorbild für andere. "Ich hoffe sehr, dass ihre Arbeit viele Nachahmer findet. Denn sie setzen sich in besonderer Weise für ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander der Kulturen ein und machen unsere Heimat ein Stück lebenswerter", betonte der Landrat.

Zwei erste Preise

Rohat Akcakaya und sein 23-köpfiges "Kick für den Frieden"-Team stellen mit ihrer Initiative, der sich alle weiterführenden Schulen Grevenbroichs angeschlossen haben, die friedenspolitische Botschaft in den Mittelpunkt. Bei ihrem letzten dreitägigen Fußball-Benefiz-Turnier haben 16 Mannschaften, erstmals auch über die Grenzen Grevenbroich hinaus, mitgemacht. 1 500 Besucher feuerten die Spieler an. Eine Abschlussparty und ein Konzert rundeten den "Kick für den Frieden" ab. Der Gewinn und die während der Veranstaltungstage eingesammelten Sachspenden gehen an Flüchtlingsheime vor Ort und an das Friedensdorf Oberhausen, das sich um kriegsverletzte Kinder kümmert.

Akcakaya und sein Team organisieren darüber hinaus Fußballtrainings für Flüchtlinge und treffen sich zu gesellschaftspolitischen Workshops. Zu dem ehrenamtlichen Organisationsteam gehören unter anderem alle Schülersprecherinnen und Schülersprecher der weiterführenden Schulen Grevenbroichs. Diese besondere Eigeninitiative junger Menschen war für die Jury besonders preiswürdig und vorbildlich. Außerdem unterstützt das Projekt "Kick für den Frieden" die vom Kreistag des Rhein-Kreises Neuss beschlossenen "Leitlinien zu Toleranz, Vielfalt und Demokratie".

Ebenfalls über einen ersten Preis freuen sich die Mitglieder vom Arbeitskreis Asyl der Evangelischen Kirchengemeinde Kelzenberg, den sie für das Projekt "Deutschkurs und Sprechstunde für Flüchtlinge" erhalten. Unter der ehrenamtlichen Leitung der Eheleute Jörg und Wiebke Matzigkeit setzen sich die Ehrenamtler der evangelischen Kirchengemeinde für Flüchtlinge in der Gemeinde Jüchen ein - getreu dem Leitbild der Kirchengemeinde "Liebe weitergeben". Die Flüchtlinge werden unterstützt in den vier Bereichen Sprache/Deutschunterricht, Kindergruppe, Begleiterteam/Sprechzeitenhelfer und Orga-Team.

In zwei bis drei Gruppen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen lernen die Flüchtlinge Deutsch, während gleichzeitig Kinderbetreuung angeboten wird. Eine Lehrerin unterstützt die zahlreichen Sprachhelfer professionell. Im Anschluss an den Unterricht bieten die Ehrenamtler im gleichen Gebäude eine Sprechstunde für Flüchtlinge an. Die Anliegen der Flüchtlinge werden an das Begleiterteam weitergegeben, das die Menschen zum Beispiel bei Arztbesuchen, Behördengängen und Einkäufen unterstützt. Darüber hinaus stehen Kennenlernfeste, gemeinsames Kochen und Besuche der Flüchtlingsunterkünfte auf dem Programm. Die sehr gute Organisation und Vernetzung führt nach Ansicht der Jury zu mehr Nachhaltigkeit.

Dritter Preis

Den dritten Platz mit einem Preisgeld von 1 000 Euro belegt die Gebrüder-Grimm-Schule in Neuss-Erfttal mit dem Projekt "Malwerkstatt Deutsch". Dieses Projekt für Kinder mit Migrationshintergrund und ohne bzw. mit geringen Deutschkenntnissen verknüpft Kunst und Kultur mit dem Erlernen einer Fremdsprache. Ziel ist, bei den Kindern der so genannten Seiteneinsteigerklasse durch die Auseinandersetzung mit bildnerischem Gestalten und musischem und szenischem Spiel die Freude am Deutschlernen zu wecken. Die Mädchen und Jungen erarbeiten Themen wie "Zahlen", "ABC", "Körper und Kleidung", "Farben" oder "Bauernhof" durch Malen und Basteln. Begleitend zu den Themen lesen sie zweisprachige Bücher.

Eine Ausstellung in der Schule rundet das Projekt ab und spricht insbesondere auch Eltern mit Migrationshintergrund an. Während Lehrkräfte die Malwerkstatt leiten, engagieren sich eine Reihe von Ehrenamtlern weit über das normale Maß hinaus für das Projekt.

Sonderpreis

Mit einem Sonderpreis und einem Preisgeld von 500 Euro ehrt die Jury Katharina Barbers für ihren Einsatz im Projekt "Unterstützung und Integration der Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Korschenbroich". Dabei geht es in erster Linie darum, das Lebenswerk der Preisträgerin zu würdigen. Denn das Thema Integration liegt Katharina Barbers seit mehr als 25 Jahren am Herzen. Bereits seit den 1990-er Jahren setzt sie sich ehrenamtlich für Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Korschenbroich insbesondere im Ortsteil Herrenshoff ein. Vorbildlich ist sie fast jeden Tag für die Flüchtlinge unterwegs.

So engagiert Katharina Barbers sich als Vorsitzende des 1993 gegründeten Ausschusses "Miteinander". Mit anderen Mitstreitern organisierte sie Hausaufgabenbetreuung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und ergriff die Initiative, um in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Sprachkurse einzurichten. Sie pflegt Kontakte zu Ämtern, Schulen und Kindergärten und hat in den vergangenen Monaten die Bewohnerinnen und Bewohner des Asylbewerberhauses in Herrenshoff intensiv betreut. Durch ihren Einsatz sind viele persönliche Bindungen und Freundschaften entstanden und weitere Helfer wurden für die Mitarbeit gewonnen.

Zehn Anerkennungsurkunden gingen an:

  • Gaby Köhring und Dr. Frauke Viebahn von der Bürgerstiftung Kaarst für das Projekt "Ein Leuchtturm für Kaarst"
  • Christa Brinkmann für das Projekt "Unterstützung und Integration von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern in Neuss"
  • Verein Offene Tür Neuss e.V. Haus der Jugend für das Projekt "Abrahamhaus"
  • Gemeinschaft der katholischen Gemeinden Jüchen (GdG) für das Projekt "Café Welcome"
  • Flüchtlingshilfe "Meerbusch hilft" für das Projekt "Vom Pappkarton zur Geschenktruhe"
  • Theodor-Schwann-Kolleg Neuss für das Projekt "Flüchtlingshilfe am Theodor-Schwann-Kolleg"
  • Realschule am Sportpark in Dormagen für das Projekt "Förderung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte"
  • Familienzentrum St. Pantaleon in Jüchen-Hochneukirch für das Projekt "Deutschkurs für Flüchtlinge/Asylbewerber"
  • Asylkreis Hochneukirch für das Projekt "Flüchtlingstreff"
  • katholische Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte für das Projekt "Unterstützung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern und Pflege einer offenen Willkommenkultur in Neuss"

Der Jury des Integrationspreis-Wettbewerbs 2015 gehörten an:

  • Vertreter der sechs Kreistagsfraktionen,
  • Dr. Hans-Ulrich Klose, Erster Stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Kreissozial- und Gesundheitsausschusses,
  • Kreisdirektor und Kreissozialdezernent Dirk Brügge.

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