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Landrat Hans-Jürgen Petrauschke © M. Schiffer | Volle Größe

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Petrauschke kritisiert Verschärfung des Ausstiegstempos

Wirtschaft |

Heftig kritisiert Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die jüngste Äußerung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks 10 bis 15 Jahre früher aus der Braunkohleverstromung auszusteigen zu wollen. Noch in dieser Legislaturperiode will Hendricks ein entsprechendes Gesetz vorbereiten. Wenige Tage vor der Pariser Weltklimakonferenz sorgt Hendricks damit für Unruhe im Rheinischen Revier.

"Ich bin besorgt über die Pläne der Ministerin, die im Widerspruch zum gerade mühsam errungenen nationalen Kohlekompromiss stehen. Was wir nicht brauchen, sind Profilierungsversuche einer Umweltministerin, sondern Ruhe und Planungssicherheit im Revier, um den schrittweise Ausstieg aus der Braunkohle ohne Strukturbrüche wirtschaftlich und sozialverträglich zu gestalten", fordert Petrauschke. Auch die NRW-Landesregierung und die Energiegewerkschaft IG BCE haben die Pläne Hendricks' scharf kritisiert. Im Rahmen des Kohlekompromisses planen die Energiekonzerne den Braunkohleausstieg durch Abschalten von Kraftwerken schrittweise bis 2050. Derzeit deckt die Braunkohle noch 25 Prozent des deutschen Energiebedarfs.

Petrauschke wirft der Ministerin vor, Beschäftigte und Unternehmen erneut zu verunsichern und die Versorgungssicherheit des Landes aufs Spiel zu setzen: "Weder die Probleme der fehlenden Speichertechniken und der Grundlastfähigkeit von Wind und Solarenergie, noch die des fehlenden Netzausbaus sind bisher gelöst. Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie 2022 verlangt daher für unbestimmte Zeit noch eine sichere, verfügbare und grundlastfähige Energieversorgung durch Braunkohle."

Im Gegensatz zu den größten Klimasündern wie China, Indien und die USA habe Deutschland bereits seinen Kohlendioxidausstoß um 23 Prozent verringern können. Mit einem nationalen Alleingang werde das Weltklima nicht gerettet, sondern Emissionen und Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, ist Petrauschke überzeugt.

Er will einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel schreiben und gegen Hendricks' Pläne protestieren.

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