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Landrat und DGB-Regionsgeschäftsführerin: "Mehr Menschen in Arbeit bringen"

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und DGB-Regionsgeschäftsführerin Sigrid Wolf wollen mehr Menschen in Arbeit bringen.

Wirtschaft |

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat sich unter dem Motto "NRW 2020" ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:

500 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sollen bis 2020 in Nordrhein-Westfalen geschaffen werden. 10 000 könnten davon im Rhein-Kreis Neuss entstehen.

Die landesweite Initiative war jetzt auch Thema beim Arbeitsgespräch zwischen DGB-Regionsgeschäftsführerin Sigrid Wolf, DGB-Regionalsekretär Klaus Churt und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Neusser Kreishaus.

Petrauschke nannte das Ziel für den Rhein-Kreis Neuss ambitioniert, aber nicht unrealistisch. In den letzten sechs Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Rhein-Kreis Neuss bereits um 13 000 auf ein Rekordniveau von über 140 000 gestiegen; die Arbeitslosenquote ist konstant die niedrigste in der Region. Auch Wolf betonte, dass die Arbeitsmarktsituation im Rhein-Kreis Neuss deutlich besser als in anderen vergleichbaren Regionen sei, dennoch könnten noch Potenziale gehoben werden, zum Beispiel bei der Frauenerwerbstätigkeit und bei der Zahl der Ausbildungsstellen.

Beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit bekräftigten Petrauschke und Wolf ihre gemeinsame Position: "Wir dürfen nicht zulassen, dass in das Hartz IV-System eine neue Generation hineinwächst. Insbesondere junge Menschen müssen noch stärker für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden." Beide wollen sich deshalb auch im Jobcenter für weitere Verbesserungen einsetzen und Druck ausüben. Es sollen alle Akteure nochmals mobilisiert werden - Arbeitsagentur, Jobcenter, Unternehmen, Gewerkschaften, Kommunen und freie Träger - um mehr Menschen in Arbeit zu bringen.

Ein weiteres Gesprächsthema war die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Petrauschke sprach sich für eine schnellere Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektiven aus und könnte sich dahingehend auch ein Modellprojekt für den Kreis vorstellen. "Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, werden am besten gesellschaftlich integriert, wenn wir ihnen schnell die deutsche Sprache beibringen und ihnen eine Möglichkeit zu arbeiten geben", so Petrauschke. Er sprach sich für vermehrte Arbeitsgelegenheiten und Praktika-Möglichkeiten für Flüchtlinge aus. Bereits im September soll ein Treffen mit Vertreter von Arbeitsagentur, Kommunen, IHK und Handwerkskammer und Gewerkschaft das Thema im Kreishaus behandeln.

Beim Thema Fachkräftesicherung warben Petrauschke und Wolf für die duale Berufsausbildung als eines der erfolgreichsten Elemente des deutschen Bildungssystems. "Wir brauchen nicht nur Akademiker, sondern auch eine exzellente Facharbeiterschaft für die Wirtschaft", sagte Wolf. Duale Ausbildung - also Berufsausbildung im Betrieb wie auch in der Berufsschule - bildet daher immer noch einen hervorragenden Startpunkt für einen erfolgreichen Berufsweg.

Beide Seiten lobten die gute Atmosphäre des Treffens und wollen die Gespräche zum Arbeitsmarkt fortführen.

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