Portraitfoto
Landrat Hans-Jürgen Petrauschke © M. Schiffer | Volle Größe

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Aus für Gabriels Energieabgabe: "Gute Nachricht für unseren Wirtschaftsstandort"

Wirtschaft |

Als "Angriff auf die Energiewirtschaft und die gesamte Wirtschaft in Kreis und Land" hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in einer ersten Stellungnahme die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel geplante Energieabgabe bezeichnet. Jetzt ist sie vom Tisch. Nach langer Verhandlung verständigten sich CDU, CSU und SPD in Berlin auf einen Maßnahmenpaket für die Umsetzung der Energiewende und das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele, das auf andere Maßnahmen setzt.

"Das ist eine gute Nachricht für unseren Energie- und Wirtschaftsstandort mit energieintensiven Industrien wie Lebensmittel, Aluminium und Chemie", sieht Petrauschke die Position des Rhein-Kreises Neuss gestärkt, der für eine sichere, ausgewogene und bezahlbare Energieversorgung mit der Braunkohle als Brückentechnologie plädiert.

Ursprünglich war vom Bundeswirtschaftminister zum Erreichen des nationalen Klimaschutzziels einer Reduktion von 40 Prozent CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 ein so genannter Klimabeitrag von 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid vorgesehen, der allein vom Stromsektor geleistet werden sollte. Dies soll nun anders erreicht werden. Unter anderem gehören zum neu geschnürten Paket die Braunkohle-Kapazitätsreserve, Kraft-Wärme-Kopplung und Effizienzmaßnahmen im Gebäudebereich der Industrie und im Schienenverkehr. Damit wird auch eine zentrale Forderung einer Kreistagsresolution zum Thema erfüllt, in der es zur CO2-Reduzierung heißt: "Zu diesen Zielen müssen aber alle Sektoren beitragen - Energieeffizienz, Wärmemarkt, Mobilität, Smart Grids, energetische Sanierung."

Landrat Petrauschke wertet den aktuellen Entwurf aus Berlin auch als Erfolg für den breiten Schulterschluss in der Region zum Erhalt tausender Arbeitsplätze, von Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektiven. Durch die Einführung einer Kapazitätsreserve und schrittweise Stilllegung von älteren Kraftwerksblöcken könnten zudem Strukturbrüche vermieden und der Strukturwandel angemessen vorbereitet werden.

Petrauschke betont aber auch, dass es keinen Grund zum Ausruhen gebe: "Neben dem Klimaschutz muss die Versorgungssicherheit gewährleistet sein. Dies ist allein mit erneuerbaren Energien nicht zu schaffen. Es wird also weiter darum gehen, für die Menschen bei uns und für unseren Standort die Versorgung über bezahlbare Energie zu gewährleisten, gleichzeitig die nationalen Klimaziele zu unterstützen und umzusetzen. Daran wollen wir weiter intensiv arbeiten."

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.