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Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises: Liana Gukezheva und Claude Ngatchou freuen sich über finanzielle Starthilfe

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gratulierte den beiden Stipenidatinnen Liana Gukezheva (r.) und Claude Ngatchou.

Bildung |

Liana Gukezheva und Claude Ngatchou profitieren in diesem Jahr vom Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss. Die beiden Abiturientinnen aus Grevenbroich und Neuss erhalten ab Oktober beide ein Hochschulstipendium in Höhe von jeweils 300 Euro monatlich. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gratulierte den beiden und sagte: "Sie sind als Stipendiatinnen Vorbilder für andere Schüler mit Migrationshintergrund, denn Sie haben nicht nur ein sehr gutes Abitur absolviert, sondern sich auch in Ihrer Freizeit sozial engagiert."

Liana Gukezheva aus Grevenbroich

Als Liana Gukezheva als Neunjährige aus dem Nord-Kaukasus nach Deutschland kam, sprachen weder sie noch ihre Eltern Deutsch. In der Grundschule in Grevenbroich-Kapellen erlernte sie schnell die neue Sprache mit den ungewohnten Buchstaben. Im Anschluss daran besuchte sie die Diedrich-Uhlhorn-Realschule und zuletzt das Erasmus-Gymnasium. Dort nahm sie nun ihr Abi-Zeugnis mit der Note 1,6 entgegen.

In den vergangenen Jahren engagierte sich Liana Gukezheva nicht nur an ihrem Gymnasium im Team "Schule gegen Rassismus", sondern unterstützte auch das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Kreises Neuss, wenn dort Familien mit Migrationshintergrund Fragen zum deutschen Bildungssystem stellten. "Als ich erfahren habe, dass ich das Stipendium bekomme, habe ich mich einfach nur gefreut", berichtet die Grevenbroicherin, die demnächst in Bonn Politik und Geschichte studieren will.

Claude Ngatchou aus Neuss

Als knapp Vierjährige reiste Claude Ngatchou mit ihrer Mutter dem Vater nach Deutschland nach. Sie stammt ursprünglich aus Kamerun. Im Anschluss an die Anne-Frank-Grundschule in Neuss-Weckhoven besuchte sie das Nelly-Sachs-Gymnasium, das sie jetzt mit einem 1,7-Abiturschnitt verlässt. Sie will jetzt Jura studieren.

Im Düsseldorfer Verein "Buntu Bildung" unterstützt Claude Ngatchou seit mehreren Jahren Migrantenkinder beim Lernen und Lesen. "In Bilk bieten wir für afrikanische Kinder nicht nur Deutschkurse an, sondern auch jede Menge Kulturangebote", schildert sie die Arbeit des Vereins. Die Abiturientin würde am liebsten in Düsseldorf studieren, hat sich aber auch an den Unis in Köln, Münster und Bonn beworben.

Migranten-Stipendium

Seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis Neuss das Migranten-Stipendien an erfolgreiche und sozial engagierte Abiturienten, die mit ihren Familien aus dem Ausland eingewandert sind und seit mindestens drei Jahren im Kreisgebiet leben. Alle bis jetzt geförderten Stipendiaten sind gut in ihr Studium gestartet. Sie kommen regelmäßig in Schulen des Rhein-Kreises Neuss und motivieren durch die Schilderung ihres Werdegangs die künftigen Abiturienten mit Migrationshintergrund.

Eine Experten-Jury entscheidet über das Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss. Zu dieser Kommission gehören der Vorsitzende des Schulausschusses Rainer Schmitz, die Kreisschulamtsleiterin Elke Stirken, Natalia Lüdtke vom Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Kreises Neuss sowie  Willi Breuer (Schulleiter der Gesamtschule An der Erft in Neuss), Frank Huber (BBZ Weingartstraße) und Ulrich Dauben (Leiter des Quirinus-Gymnasiums in Neuss). Beraten wurde die Kommission von Torsten Götte, Leiter des Projekts "Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss", und Eva Schmitt-Roth, Projektleiterin "Migranten-Stipendium" beim Rhein-Kreis Neuss.

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