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Seniorenhaus Lindenhof: Bundesgesundheitsminister informiert sich über Modellprojekt "Beizeiten begleiten"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe informierte sich über das Modellprojekt

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Im Grevenbroicher Seniorenhaus Lindenhof ist aus einem Modellprojekt ein ständiges Angebot geworden. "Beizeiten begleiten" - das ist der Titel des erfolgreichen Projektes, über das sich nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in der Senioreneinrichtung des Rhein-Kreises Neuss informierte.

Geschulte Mitarbeiter legen gemeinsam mit den Heimbewohnern und deren Angehörigen rechtsverbindliche Patientenverfügungen, Vertretervollmachten und Notfallbogen fest. Eine dauerhaft qualifizierte Begleitung der Heimbewohner durch Vorsorgeberaterinnen sorgt dafür, dass der Patientenwille genau erfasst und dokumentiert wird. Diese Dokumentation dient nicht nur dem Heimpersonal, sondern auch den am Projekt beteiligten behandelnden Hausärzten, Bereitschaftsärzten, Rettungsdienstmitarbeiter und dem Krankenhauspersonal.

Gemeinsam mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und der Grevenbroicher Bürgermeisterin Ursula Kwasny sprach Bundesminister Gröhe mit Lindenhof-Leiterin Barbara Kremers-Gerads. "Die Heimbewohner können hier zu einer Zeit über Vorausverfügungen entscheiden, wenn sie selbst dazu noch in der Lage sind", sagte Gröhe im Pressegespräch und bezeichnete das Modellprojekt in Grevenbroich als vorbildlich. Bei dem Gespräch waren auch Prof. Dr. Jürgen in der Schmitten von der Uniklinik Düsseldorf und Prof. Dr. Georg Marckmann von der Uni München dabei, die das Modellprojekt initiiert und wissenschaftlich begleitet haben.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte, dass die Patientenverfügung in vielen Bereichen der heutigen Gesellschaft leider immer noch ein Tabu-Thema ist. "Dank der aktuellen Initiative von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe könnten die Grundgedanken des hier in Grevenbroich modellhaft aufgebauten Projektes schon bald Vorbild für eine flächendeckende Einführung von Beratungsstrukturen in Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland sein." Auch die Grevenbroicher Bürgermeisterin Ursula Kwasny ist überzeugt, dass das Projekt ein gutes Beispiel ist für neue Wege in der Altenpflege.

"Beizeiten begleiten" - dieses bundesweit einmalige Projekt wurde zunächst im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Studie gefördert und ist zu einem ständigen Angebot für alle Bewohner des Lindenhofs geworden. Denn wer ins Heim kommt, hat nicht immer eine Patientenverfügung; darüber hinaus ist diese häufig im Notfall nicht zur Hand, wenig aussagekräftig oder nicht verlässlich.

Auf eigenen Wunsch sprechen die Bewohner des Lindenhofs mit einer der geschulten Vorsorgeberaterinnen des Seniorenheims über die individuellen medizinischen Behandlungsmaßnahmen im Notfall. Dabei geht es unter anderem um folgende Frage: Welche lebenserhaltenden Maßnahmen sollen erfolgen?

Die Mitarbeiter dokumentieren den Patientenwillen im Detail. Dabei nutzen sie standardisierte Formulare wie Patientenverfügung, Vertreterverfügung und Notfallbogen. Wichtig für die Senioren: Sie können ihre Entscheidungen jederzeit revidieren. Am Ende zählt immer der Patientenwille.

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