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Karl-Josef Bondio erhält Ehrenamtspreis des Kreises

Karl-Josef Bondio, Karsten Mankowsky, Jens Spanjer, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Angela Stein-Ulrich pflanzten eine Zelkove im Schlosspark von Schloss Dyck.

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Der Ehrenamtspreis für soziales Engagement des Rhein-Kreises Neuss ging jetzt an Karl-Josef Bondio aus Dormagen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke überreichte dem 73-Jährigen auf Schloss Dyck eine Urkunde als Dank für dessen vorbildliches Engagement in der Neurofibromatose-Selbsthilfe. Gemeinsam mit dem Geehrten griff der Landrat zum Spaten und pflanzte eine japanische Zelkove im Schlosspark.

Als Zeichen der Hoffnung für alle an Neurofibromatose Erkrankten wurde der Baum gepflanzt, der auch unter dem Namen Keakibaum bekannt ist. Dieser Baum aus der Familie der Ulmengewächse wird bis zu 30 Meter hoch und 200 Jahre alt. Ein Schild in unmittelbarer Nähe des Baums trägt den lateinischen Namen des Baumes "Zelkova Serrata Flekova" und weist darauf hin, dass Bondio Ehrenamtspreis-Träger des Rhein-Kreises Neuss ist.

In seiner Laudatio dankte Hans-Jürgen Petrauschke dem Dormagener für seinen außerordentlichen Einsatz im Bereich der Selbsthilfe. "Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für andere und ihr Umfeld verantwortlich fühlen, die sich einbringen", sagte der Landrat. "Denn die Vielzahl und die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements sorgen für ein positives soziales Klima bei uns bei uns im Rhein-Kreis Neuss. Das hält unsere Gesellschaft zusammen, das macht unsere Heimat stark."

Karl-Josef Bondio gründete vor zehn Jahren die Regionalgruppe Rhein-Kreis Neuss der Neurofibromatose-Selbsthilfe. Er leidet selbst an dieser kaum erforschten Erbkrankheit und setzt sich ein für die Aufklärung und Hilfe der Betroffenen. Als er 15 Jahre alt war, veränderte sich seine Haut: Es entstanden erbsengroße Knoten, die immer größer wurden. Sein Gesicht und seine Hände sowie der restliche Körper sind übersät mit diesen Tumoren, auch Neurofibrome genannt. Bis heute wachsen die Tumore, wobei es kaum Behandlungsmethoden gibt. Bondio ließ sich bereits 35 Mal operieren, so dass ihm 2000 Geschwülste entfernt wurden.

Karl-Josef Bondio stammt gebürtig aus Dormagen. Der gelernte Betonbauer ist seit kurzem verwitwet und hat eine Tochter. Bevor er vor zehn Jahren die Regionalgruppe Rhein-Kreis Neuss der Neurofibromatose-Selbsthilfe gründete, hat er in Gruppen in Solingen und Essen mitgearbeitet und die Kölner Selbsthilfegruppe zwölf Jahre lang geleitet.

Bei seiner Arbeit in den Selbsthilfegruppen hat Karl-Josef Bondio nicht nur die Öffentlichkeit unermüdlich über die Krankheit Neurofibromatose aufgeklärt, sondern voller Idealismus auch vielen Betroffenen geholfen. "Er engagiert sich in vorbildlicher Art und Weise und gibt den Betroffenen seit Jahrzehnten Rückhalt und den Mut", sagt Richard Lange, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Bondio unterstütze die Erkrankten, indem er das persönliche Gespräch sucht, Anteilnahme nimmt und immer wieder auch konkrete Hilfe leistet.

67 Mitglieder gehören zurzeit der Selbsthilfegruppe des Rhein-Kreises Neuss an. 30 von ihnen sind aktiv. In der Jugendgruppe treffen sich 19 Jugendliche; darüber hinaus ist eine neue Gruppe für "Junge Erwachsene" zwischen 18 und 25 Jahren im Aufbau. Die Mitglieder kommen zu Gruppentreffen sechs Mal pro Jahr zusammen und verabreden sich darüber hinaus zu spontanen Treffen und Aktionen.

Bei der Ehrung waren unter anderem dabei: Jens Spanjer vom Vorstand der Stiftung Schloss Dyck, Angela Stein-Ulrich, stellvertretende Vorsitzende des Kreissozial- und Gesundheitsausschusses sowie Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel.

Weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe Neurofibromatose Rhein-Kreis Neuss sind im Internet.

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