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Landrat Petrauschke in Brüssel: Plädoyer für ausgewogenen Energiemix

Beim parlamentarischen Abend in Brüssel (v.l.n.r.): Thomas Mock, Director of Public Affairs Hydro, Matthias Lauber, Referent für EU-Angelegenheiten im Brüsseler RWE-Büro, Bettina Pöhler, Referentin Energiepolitik Currenta und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke

Energie |

Der Rhein-Kreis Neuss ist auf viele Jahre auf eine verlässliche und ausgewogene Energieversorgung angewiesen. Diese Meinung vertrat Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei einem Parlamentarischen Abend in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in Brüssel. "Ich möchte daher für eine Energie- und Klimapolitik plädieren, die keine Energieform auslässt und bei der Umsetzung auch darauf achtet, dass die Energieversorgung sicher und bezahlbar bleibt", sagte Petrauschke vor zahlreichen Besuchern, unter anderem dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz.

Die Energieversorgung müsse bezahlbar sein, damit vor allem die Wirtschaft noch Spielraum für Investitionen habe. "Das ist etwa für die bei uns stark vertretene Chemie-, Aluminium- und Lebensmittelindustrie von existenzieller Bedeutung", stellte Petrauschke klar. Die Erfahrungen der vergangenen zwei, drei Jahre hätten gezeigt, dass die erneuerbaren Energien nicht so regelmäßig und sicher flössen, "dass wir auf die Braunkohle als Brückentechnologie und damit auf Kraftwerke verzichten könnten". Darum geht es auch in einer Resolution, die Petrauschke in den Kreistag eingebracht hat.

Die ebenfalls zum Parlamentarischen Abend nach Brüssel gereisten heimischen Unternehmen Hydro, RWE und Currenta begrüßen die von Landrat Petrauschke vertretene Energie-Position. "Die energieintensive Aluminiumindustrie ist sehr dankbar für das Engagement des Rhein-Kreises Neuss, das in der Resolution des Kreistages zur heimischen Wirtschaft zum Ausdruck kommen soll. Das Aluminiumdreieck im Rhein-Kreis Neuss ist das globale Herz für die Weiterverarbeitung von Aluminium und wir hoffen deshalb auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit im Hinblick auf die von der EU-Kommission geplante Energie Union, denn deren Umsetzung steht erst am Anfang", so Thomas Mock von Hydro-Aluminium, während Bettina Pöhler, Referentin Energiepolitik Currenta, deutlich macht: "Der Emissionshandel funktioniert - auch ohne Markteingriffe. Wir brauchen jetzt rechtzeitig eine zuverlässige Zusage aus Brüssel für Regelungen zum Erhalt der globalen Wettbewerbsfähigkeit."

Seit ihrem Antritt hat die neue Europäische Kommission ein hohes Tempo bei ihren Plänen im Bereich der Energie- und Klimapolitik vorgelegt. In den zehn politischen Leitlinien von Kommissionspräsident Juncker ist unter Punkt 3 "Eine robuste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzpolitik" mit hoher Priorität ausgestattet. Im Juli 2014 legte die Kommission eine Mitteilung für die Steigerung der Energieeffizienz um 30 Prozent bis 2030 vor. Und im Februar 2015 gab sie den Startschuss für eine breit angelegte Debatte über eine europäische Energieunion. Ende Februar 2015 folgte dann der Beschluss für diese Energieunion und einen weitreichenden Klimaschutz.

"Das alles hat große Auswirkungen auf den Rhein-Kreis Neuss als einer der wichtigsten Energiestandorte Deutschlands", so Landrat Petrauschke beim Parlamentarischen Abend in Brüssel. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu Workshops über die Themen "Logistik und Verkehr", "Energie und Umwelt" sowie das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP unter dem Leitwort "Standort Niederrhein - Innovationsregion für Logistik und Energie".

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