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Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind jetzt durch "NetAlarmPro" besser geschützt

Mann hält Computertastatur

Hartmut Schulte von der EDV-Abteilung

Verwaltung |

Die Verwaltung des Rhein-Kreises Neuss ist beim Thema "Gewaltvorbeugung" ein wichtiges Stück vorangekommen: An ihren Büroarbeitsplätzen wurde die Software "NetAlarmPro" installiert. Ein hilfesuchender Mitarbeiter oder eine hilfesuchende Mitarbeiterin ist jetzt durch die Eingabe einer bestimmten Kombination auf der Computer-Tastatur in der Lage, unauffällig einen Alarm auszulösen und über eine Notlage zu informieren. "In vielen Situationen wird allein schon durch das Erscheinen von Kolleginnen und Kollegen eine Deeskalation der Lage erreicht", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Nichtsdestotrotz bleibe der Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz "eine Daueraufgabe".

Gewalt durch Fremde hat in den vergangenen Jahren an den Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst zugenommen. Erste Maßnahmen zum Schutz der Beamten und Angestellten waren beim Kreis bereits umgesetzt, als der Tod einer Sachbearbeiterin durch einen gewalttätigen Besucher im Jobcenter in Neuss die Dringlichkeit des Handelns nochmals verdeutlichte.

"Im Bewusstsein, dass in einer großen Verwaltung nicht sofort eine Lösung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden kann, legten wir die Reihenfolge der zu betrachtenden Arbeitsplätze anhand von deren Gefahrenpotenzialen fest", berichtet Hartmut Schulte, der sich in der Abteilung "Informations- und Kommunikationstechnologie" intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Dort, wo es nötig und möglich war, sind durch den Einbau von Verbindungstüren oder Änderungen in der Anordnung der Büromöbel neue Fluchtwege geschaffen worden.

Herzstück der Bemühungen um mehr Sicherheit ist jedoch der Einsatz von "NetAlarmPro". Dabei handelt es sich um eine Alarmierungssoftware, die jetzt flächendeckend an den Büroarbeitsplätzen der Kreisverwaltung installiert worden ist. Dabei wurde sie für drei Eskalationsstufen freigeschaltet. Wird ein Alarm ausgelöst, werden alle Mitglieder einer festgelegten Gruppe durch ein Pop-up-Fenster auf ihrem Bildschirm und ein akustisches Signal informiert, wer Hilfe benötigt. "Ein Raumplan zeigt an, wo sich das Büro des Alarmauslösers befindet", erklärt Schulte.

Der Alarm bleibt so lange bestehen, bis ihn ein Mitglied der Gruppe  quittiert hat. Geschieht dies nicht innerhalb eines festgelegten Zeitraums, wechselt der Alarm automatisch in die nächste Eskalationsstufe und wird mit einen wesentlich lauteren Ton fortgesetzt. Erfolgt auch in diesem Zeitraum durch eine kurzfristige Abwesenheit von Mitgliedern der Gruppe keine Quittierung, beginnt die letzte Eskalationsstufe, die einen Sirenenton an jedem Arbeitsplatz auslöst, der im gesamten Gebäudeabschnitt zu hören ist.

Mit dem Alarm kann auf eine plötzlich auftretende gesundheitliche Notsituation oder auf eine Bedrohung durch eine andere Person aufmerksam gemacht werden. "Eine lebensbedrohliche Lage durch einen aggressiven Besucher ist sicherlich der seltenste Grund einer Alarmierung. Dennoch sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen, mit der gebotenen Vorsicht zu agieren um sich auf keinen Fall selber in Gefahr zu bringen", so Landrat Petrauschke.

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