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Konsens für Pflegeheim in Norf gefunden: 40 Plätze und ein "Quartierskonzept"

Konsens für Pflegeheim in Norf erzielt (von links): Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der Neusser Sozialdezernent Stefan Hahn, Christoph Havers (Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in der Stadt Neuss), Jürgen Steinmetz (Allgemeiner Vertreter des Landrats), Frank Lubig (Vorstandsvorsitzender des Neusser Bauvereins) und Bernd Gellrich vom Vorstand des Diakonischen Werkes im Rhein-Kreis Neuss

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Der Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Neuss, der Neusser Bauverein und die Diakonischen Werke haben sich in der Debatte über ein künftiges Pflegeheim in Norf geeinigt. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sprach von "einer sinnvollen Lösung, die die Belange aller Beteiligten, vor allem aber die der Norfer Bürgerinnen und Bürger, berücksichtigt". Der Kreistag hatte kürzlich eine kommunale Pflegebedarfsplanung verabschiedet, die derzeit ein Überangebot an Pflegeplätzen feststellt.

Jetzt geschah aber der Durchbruch: Der Kreis gibt grünes Licht für eine weitere Planung mit 40 vollstationären Plätzen. Es werden in den kommenden Jahren bei verschiedenen Heimträgern im Kreisgebiet Plätze verloren gehen, weil bestehende Einrichtungen modernisiert und Doppel- in Einzelzimmer umgewandelt werden. "Dies wird uns wahrscheinlich im Zuge der angedachten Sanierung des in Trägerschaft des Kreises befindlichen Seniorenhauses ,Lindenhof' in Grevenbroich selbst treffen", so Petrauschke. "Die so wegfallenden Plätze sollen dann in Norf gebündelt werden und dort in einem Neubau den Menschen aus dem Neusser Süden für eine ortsnahe Unterbringung zur Verfügung gestellt werden", ergänzt Landratsvertreter Jürgen Steinmetz.

Die Stadt Neuss hatte großen Wert auf solch eine Lösung gelegt, da sie auf ihrem Gebiet knappe Kapazitäten an Heimplätzen befürchtete. "Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Versorgungssituation der Menschen im Neusser Süden", freut sich Sozialdezernent Stefan Hahn.

Wesentliches Argument für die Zustimmung des Rhein-Kreises Neuss für das Vorhaben in Norf war neben der geringen Größe des Heims mit nur 40 Plätzen die Zusage von Investor und Betreiber, die neue Pflegeeinrichtung zum Mittelpunkt eines "Quartierskonzepts" zu machen. Betreutes Wohnen, ein Stadtteiltreff, eine Tagespflegeeinrichtung und ambulante Angebote sollen als Bausteine eines entstehenden Wohnviertels geprüft werden.

"Wir haben mit dem von uns betreuten Wohnprojekt auf der südlichen Furth bereits Erfahrungen mit solchen Verbundsystemen", erklärt Christoph Havers, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in der Stadt Neuss. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk im Rhein-Kreis Neuss unter Leitung von Bernd Gellrich will er für das Norfer Projekt die Trägerschaft übernehmen. Die Beteiligten prüfen die Einrichtung eines Quartiermanagers, der mit Fördermitteln zur "Entwicklung altengerechter Quartiere in NRW" bezuschusst werden könnte.

Errichtet werden soll der Komplex vom Neusser Bauverein. Dessen Vorstandsvorsitzender Frank Lubig freut sich schon auf "die Chance, Norf sowohl im sozialen als auch im städtebaulichen Bereich ein gutes Stück voranbringen zu können". Er begrüßt die Entscheidung, das 26.000 Quadratmeter große Areal generationenübergreifend zu entwickeln: "In Zeiten des demographischen Wandels ist eine wohnortnahe Versorgung älterer Menschen im Sinne einer sozialen, zukunftsorientierten Stadt unverzichtbar."

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