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Delegation aus dem Rhein-Kreis Neuss zurück von Besuch bei den Partnern in Kolumbien

Bei der Einweihung des ersten Elektroboots in der Amazonasregion

Partnerschaften |

Die Beziehungen zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und seinen Partnern in Kolumbien haben eine weitere Stärkung erfahren. Eine 24-köpfige Delegation unter Leitung von Landratsvertreter Jürgen Steinmetz ist jetzt von einer Reise durch das südamerikanische Land zurückgekehrt. Der Gruppe gehörten 21 Unternehmensvertreter von Rhein und Erft sowie Umweltdezernent Karsten Mankowsky und Planungsamtsleiter Marcus Temburg an. Ihre Ziele waren die Hauptstadt Bogota, der Hafen von Cartagena sowie Solano im Amazonasgebiet, mit dem der Kreis eine Klimapartnerschaft pflegt, die von der Bundesregierung unterstützt wird.

In Bogota traf die Delegation auf die Neusser Ordensschwester Johann Baptist Umberg, die die Besucher über die soziale Lage in Kolumbien informierte. "Die Schwestern leisten dort eine tolle Arbeit unter schwierigen Rahmenbedingungen", so Steinmetz. Im Umweltministerium hatte die Gruppe aus dem Rhein-Kreis Neuss die Gelegenheit, das Klimaschutzprojekt mit Solano vorzustellen und um Unterstützung zu werben.

"Nachhaltigkeit, Klimaschutz und der Schutz des Regenwalds sind wichtige umweltpolitische Ziele Kolumbiens. Hier liegen wir mit unseren Aktivitäten absolut richtig", bilanzierte der Landratsvertreter nach den Gesprächen. Der deutsche Botschafter in Bogota vermittelte den Gästen außerdem ein umfassendes Bild: Kolumbien hat sich wirtschaftlich hervorragend entwickelt und gehört zu den Boomregionen Lateinamerikas. Vieles hängt von den derzeitigen Friedensverhandlungen ab, mit deren positivem Abschluss in diesem Jahr gerechnet wird.

Am Stützpunkt der kolumbianischen Luftwaffe wurde den Gästen ein Überblick über die dortigen Aktivitäten gegeben, die vor allem im Kampf gegen die Guerilla und in humanitären Einsätzen bestehen. Cartagena, ein weiteres Ziel, präsentierte sich als der größte Hafen Kolumbiens und der viertgrößte Lateinamerikas. Weitere Investitionen sollen helfen, die Zusammenarbeit mit Europa ausbauen.

In Solano hat sich die Delegation eine Kakao-Plantage angeschaut und sich über die Fortschritte informiert. Rund 100 Kleinbauernfamilien machen bisher mit. "Die Saat ist aufgegangen, die Gärungs- und Trocknungseinrichtungen sind aufgestellt. Die Logistik ist vorbereitet, und erste Lieferungen nach Deutschland hat es bereits gegeben", berichtet Steinmetz. Auch die Elektrifizierung schreitet voran. So war der Besuch aus dem Rheinland eine willkommene Gelegenheit, ein Boot mit Elektromotor zu Transportzwecken in Betrieb zu nehmen.

In einem Gespräch mit der zuständigen Energiebehörde konnte Umweltdezernent Karsten Mankowsky eine Vereinbarung zur Grunderneuerung eines Wasserwerkes in Araracuara treffen. Danach soll anhand einer Neuplanung aus Deutschland noch in diesem Jahr die Ausschreibung und die Auftragsvergabe durch die kolumbianische Behörde erfolgen. Mankowsky: "Damit kann die Grundlage für eine bessere und nachhaltige Energieversorgung in der Gemeinde gefestigt werden. Die durch das Wasserkraftwerk gewonnene Energie verbessert gleichzeitig die Möglichkeiten für die Kakaoaufbereitung."

Die Klimapartnerschaft wurde 2013 im Rahmen eines Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Servicestelle "Kommunen in der Einen Welt" ins Leben gerufen. Dabei setzen sich die Partner nicht nur für neue genossenschaftliche Strukturen beim Anbau von fair gehandeltem Kakao ein, sondern auch für den Bau dezentraler Solaranlagen. Die Stromversorgung konnte auch über die regenerativen Energien bereits gesteigert werden. "Das erhöht die Lebensqualität und den Klimaschutz durch die Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes erheblich", hieß es. "Mit unserem Engagement werden wir unserer internationalen Verpflichtung zum Klimaschutz gerecht. Eine Aufgabe, die wir im Auftrag der deutschen Regierung gern übernehmen", bilanzierte Steinmetz nach der Rückkehr.

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