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LVR unterstützte mit mehr als 1,3 Millionen Euro die Beschäftigung behinderter Menschen im Rhein-Kreis Neuss

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Das Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und die rheinischen Fachstellen für behinderte Menschen im Arbeitsleben haben im Jahr 2014 im Rhein-Kreis Neuss mit mehr als 1,3 Millionen Euro Menschen mit Behinderung und ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber unterstützt. Damit hat die finanzielle Förderung in 405 Fällen Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap geschaffen oder gesichert. Der Arbeitsagenturbezirk Mönchengladbach erreichte im Erhebungsjahr 2013 eine Beschäftigungsquote von 4,3 Prozent und liegt damit unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert von fünf Prozent. 2013 lebten im Rhein-Kreis Neuss 37.419 Menschen mit einer Schwerbehinderung. Dies geht aus dem Jahresbericht 2014/2015 hervor, den das (LVR)-Integrationsamt nun veröffentlicht hat.

Rheinlandweit hat der LVR mit 47,6 Millionen Euro (Vorjahr: 38,3) die Beschäftigung schwerbehinderter und gleichgestellter Menschen unterstützt. 1.156 Menschen mit Behinderung ist die Tätigkeit auf einem sozialversicherungspflichtigen und tarif- bzw. branchenüblich entlohnten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht worden. In 11.575 Fällen leisteten das (LVR)-Integrationsamt und die rheinischen Fachstellen für behinderte Menschen im Arbeitsleben finanzielle Leistungen an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen.

„Das (LVR)-Integrationsamt kann mit den Entwicklungen und Erfolgen im Jahr 2014 insgesamt äußerst zufrieden sein“, betont Prof. Dr. Angela Faber, (LVR)-Dezernentin für Schulen und Integration. „Auch wenn die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen mit Behinderung um mehr als zwei Prozent weiter angestiegen ist: Die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung ist im Rheinland auf 5,3 Prozent gestiegen. Über 25 Prozent der Arbeitgeber erfüllen bereits ihre Beschäftigungsquote“, so Faber weiter.

Für Karin Fankhaenel, Leiterin des (LVR)-Integrationsamtes, bedarf es aber auch künftig weiterer Anstrengungen, damit es sowohl für den einzelnen Menschen mit Behinderung als auch für Unternehmen selbstverständlicher und einfacher möglich wird, echte Teilhabe zu schaffen: „Das (LVR)-Integrationsamt rückt dafür drei Themen besonders in den Fokus: den Übergang von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten für schwerbehinderte junge Menschen sowie den Erhalt und Ausbau unserer Integrationsprojekte.“ Die Risiken für inklusive Lebensverläufe sieht Fankhaenel vor allem an der Anschlussstelle Schule-Beruf. „Qualifizierungsmaßnahmen müssen bereits im Schulalter geplant werden, um dadurch den Übergang besser zu unterstützen“, so Fankhaenel. Zudem seien Ausbildungsordnungen und -verträge hinsichtlich der Ausbildungsinhalte und -zeiten anzupassen, da sie immer noch eine erhebliche Hürde für Jugendliche mit Behinderungen darstellten.

Um eine größere Gruppe der Menschen mit Behinderung zu erreichen, hat das (LVR)-Integrationsamt Unterstützungsangebote wie das „(LVR)-Budget für Arbeit“ weiter ausgebaut, evaluiert und modifiziert. Verschiedene Programme und Modellprojekte sind zusammengefasst worden, die neben den klassischen Förderleistungen des Sozialgesetzbuches IX (SGB IX) neue und innovative Ansätze von Unterstützung und Förderung kombinieren. Schulabgängerinnen und -abgängern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird unter anderem mit dem Programm STAR ein Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnet. Mit dem Programm „Übergang 500 plus – mit dem (LVR)-Kombilohn“ erhalten auch wesentlich behinderte Menschen aus einer Werkstatt für behinderte Menschen verstärkt die Möglichkeit, auf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen tätig zu werden.

Nach dem SGB IX ist das Integrationsamt zuständig für einen Großteil der Aufgaben der beruflichen Teilhabe schwerbehinderter und gleichgestellter Männer und Frauen. Das (LVR)-Integrationsamt führt diese in enger Zusammenarbeit mit den 38 rheinischen Fachstellen für behinderte Menschen im Arbeitsleben durch. Schwerpunkte sind die Beratung von Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen bei der richtigen Arbeitsplatzauswahl, die behindertengerechte Gestaltung von bestehenden Arbeitsplätzen sowie deren finanzielle Förderung. Darüber hinaus initiiert das (LVR)-Integrationsamt auch regionale Arbeitsmarktprogramme. Alle Leistungen werden ausschließlich aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert. Diese wird von Arbeitgebern erhoben, die der Beschäftigungspflicht nicht oder nicht vollständig nachkommen.

Im Rheinland leben fast 920.000 Personen mit einer Schwerbehinderung. Rund ein Viertel leiden unter Funktionseinschränkungen von inneren Organen bzw. Organsystemen. Fast 90 Prozent der schwerbehinderten Menschen im Rheinland sind älter als 45 Jahre.

Der Jahresbericht 2014/2015 des (LVR)-Integrationsamtes ist als Broschüre oder als PDF-Datei im Internet kostenlos erhältlich.

 

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