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Gemüsesaison gestartet: Endlich wieder frisches Gemüse aus dem Rhein-Kreis Neuss!

Präsentieren Gemüse (v.l.n.r.): Frank Steinki, Hans-Jürgen Petrauschke, Paul Steinki, Anne Steinki, Konrad Oerding (Vorsitzender Kreisfachgruppe Gemüsebau)

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Die Kreisfachgruppe Erwerbsgemüsebau Rhein-Kreis Neuss und Stadt Mönchengladbach hatte am Mittwoch, den 29. April, Landrat und Presse zur Eröffnung der Frühgemüsesaison in den Gemüsebaubetrieb Steinki geladen. Im Vergleich zum sehr frühen Vorjahr sind laut Gerd Sauerwein, Anbauberater der Landwirtschaftskammer NRW, die Kulturen dieses Jahr 1 bis 2 Wochen zurück. "Insbesondere die Stürme vor Ostern und die kalten Nächte der vergangenen Wochen waren für das Wachstum der Frühkulturen unter den Vlies- und Folienabdeckungen nicht förderlich", so Sauerwein. Aber jetzt geht die Ernte knackiger Salate, würzig-scharfer Rauke, duftender Kräuter und zarter Kohlrabi richtig los. Spargel und Rhabarber sind schon seit 2 Wochen im Angebot.

"Die Verbraucher sollten jetzt zugreifen und bewusst regionales Gemüse einkaufen", so Konrad Oerding, Vorsitzender der Kreisfachgruppe. Aufgrund globaler Märkte und fast ständiger Warenverfügbarkeit, verlieren viele Verbraucher leider den Überblick über die Saisonzeiträume heimischen Gemüses.

"Dabei ist der Geschmack von frischem Kopfsalat gerade im Mai/Juni am herzhaftesten oder der von jungem Rucola am mildesten", so die Experten.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke legte Wert auf die Feststellung, dass das milde rheinische Klima, die guten Böden des Rhein-Kreis-Neuss und die Nähe zu den Verbrauchern dem Gemüsebau gute Bedingungen bieten. "Mit über 150 Familienbetrieben, die mehr als 1.000 Arbeitskräfte beschäftigen, stellt der Gemüsebau einen kleinen aber feinen Wirtschaftsfaktor im Rheinkreis Neuss dar", betonte Petrauschke. Er war sich mit den Vertretern des Gemüsebaus einig, dass die Politik den Familienbetrieben keine weiteren, unnötigen bürokratischen Hürden aufbauen dürfe. "Was unsere Betriebe für verschiedenste Kontrollen durch Behörden an Dokumentationsarbeit leisten müssen, ist mittlerweile fachlich nicht mehr nachzuvollziehen", kritisierte Oerding.

Dass sich Gemüsebauern an Marktentwicklungen orientieren und ihre Produktpalette anpassen, zeigte die Gastgeberfamilie Steinki eindrucksvoll im Rahmen einer Betriebsvorstellung. In den letzten 15 Jahren hat sich der traditionelle Gemüsebaubetrieb immer mehr zu einem Spezialisten für Schnittkräuter, Rucola und Wurzelspinat entwickelt.  Zurzeit wird ein neues Gewächshaus erbaut, um den Anbau wärmeliebender Kräuter zu intensivieren. Die Kunden (Händler, Gastronomielieferanten) wünschen eine kontinuierliche Belieferung mit frischer Ware. "Unser Ziel ist es aber auch in Zukunft auf Eigenproduktion zu setzen und nicht auf Zukauf aus Südeuropa", so Frank Steinki, der im kommenden Jahr als Gesellschafter in den Betrieb von Vater Paul einsteigen wird.

Familie Steinki und Konrad Oerding machten deutlich, dass aufgrund der Einführung des Mindestlohnes, ihre arbeitsintensiven Produkte mittelfristig teurer werden müssen, um die Mehrkosten aufzufangen. "Einsparpotentiale durch Mechanisierung sind im Frischgemüsebau weitgehend ausgenutzt", so Oerding. "Die Alternative wäre der Verlust an heimischer Produktion, da der Handel frisches Obst und Gemüse aus anderen Staaten importieren würde, in denen das Lohnniveau deutlich niedriger liege", mahnen die Verbandsvertreter.

Der Trend zu regionalen Produkten und damit zu kurzen Wegen kommt neben der Umwelt auch der Qualität und dem hohem Gesundheitswert von frischem Gemüse zu Gute. "Dies ist unser Vorteil", betonten alle Anwesenden einhellig und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wünschte den anwesenden Gemüsebauern eine erfolgreiche Erntesaison.

Die Kreisfachgruppe Erwerbsgemüsebau ist seit über 50 Jahren die berufsständische Interessenvertretung der Gemüseerzeuger im Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Mönchengladbach. Sie vertritt rund 70 Familienbetriebe, die Frischgemüse für die Verbraucher an Rhein und Ruhr produzieren.

 

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