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Heiligabend in der Kreisleitstelle: Wenig Zeit für weihnachtliche Stimmung

V.l.: Die drei künftigen Pensionäre sehen ihrem letzten Heiligabend-Dienst gelassen entgegen (v.l.): Ferdinand Burg, Bernhard Stöcker und Udo Vaaßen.

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Für den Dienst am Heiligabend in der Kreisleitstelle haben sie sich spontan freiwillig gemeldet: Udo Vaaßen (59), Ferdinand Burg (63) und Bernhard Stöcker (62) waren sich schnell einig, dass sie zusammen mit Sascha Klein (42) diese Schicht übernehmen würden. Denn die drei werden voraussichtlich im nächsten Jahr pensioniert, so dass sie in diesem Jahr ein letztes Mal zu Weihnachten im Einsatz sind.

"Seit fast 40 Jahren bin ich im Schichtdienst tätig", blickt Udo Vaaßen zurück. "Da ist es für mich genauso wie für viele alle anderen bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst selbstverständlich, an den Feiertagen zu arbeiten. Auch unsere Familien kennen das nicht anders." So findet die Bescherung bei ihm und bei den Familien seiner Kollegen erst am ersten Weihnachtstag statt.

24-Stunden-Dienst

24 Stunden dauert der Heiligabend-Dienst und geht bis zum Morgen des 25. Dezember. Leitstellenleiter Thomas Dilbens berichtet: "Etwas weniger los als sonst ist meist am Spät-Nachmittag; dann gehen die Leute in die Kirche oder bereiten sich auf ihr Festessen vor." Disponent Ferdinand Burg kann sich noch gut an zahlreiche Weihnachtsbaumbrände in früheren Jahren erinnern. "Brände gibt es heute nicht mehr so viele, denn die meisten Menschen haben künstliche Kerzen", erzählt er. "Dafür klingelt in den letzten Jahren das Telefon am Heiligabend häufig ab 22 Uhr, weil sich insbesondere junge Leute in öffentlichen Lokalen treffen und es dann wieder vermehrt Notfälle gibt."

Jeder, der im Rhein-Kreis Neuss die 112 wählt, landet bei der Leitstelle am Hammfelddamm. Von hier aus werden die ständigen Rettungsdienste vor Ort eingesetzt – die örtliche Feuerwehr, das THW, das Deutsche Rote Kreuz, Malteser, Johanniter sowie in Einzelfällen die DLRG und die Wasserwacht. Mindestens zwei Einsatzbearbeiter nehmen die Notrufe entgegen; zwei weitere stehen als Bereitschaftskräfte in den Räumen der Leitstelle zur Verfügung.

Für weihnachtliche Stimmung bleibt trotz eines geschmückten Weihnachtsbaums in der Kreisleitstelle wenig Zeit: Die Mitarbeiter essen in zwei Schichten und sind ständig im Dienst. An ihrem Arbeitsplatz behalten sie nicht nur das Telefon, sondern auch mehrere Bildschirme gleichzeitig im Blick. Im Gespräch mit den häufig aufgeregten Anrufern stellen die Einsatzbearbeiter fest, ob bei einem Verletzten Verdacht zum Beispiel auf Herzinfarkt oder Schlaganfall besteht und er schnell einen Rettungswagen braucht oder ob bei einem Brand Drehleitern von der Nachbarwehr benötigt werden.

Nicht nur am Heiligabend haben die drei künftigen Pensionäre gemeinsam Dienst; auch am Neujahrstag sind sie eingeteilt. "Wenn wir um 8 Uhr in die Leitstelle kommen, ist das Schlimmste vorbei", weiß Bernhard Stöcker aus Erfahrung. Denn anders als für ihn und seine Kollegen ist der 1. Januar für die meisten Menschen ein Tag zum Ausschlafen.

Hintergrundinformation:

Die Leitstelle für Rettungsdienst und Brandschutz des Rhein-Kreises Neuss ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Hier gingen im Jahr 2013 rund 300 000 Notrufe ein. In fast 68 000 Fällen war die Lage ernst: Rettungsdienst und Feuerwehr mussten ausrücken. Daneben organisiert die Kreisleitstelle Krankentransporte nach Voranmeldung und vermittelt dem Bürger den Kontakt zu Bereitschaftsärzten und -apotheken.

 

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