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Experten tagten im Kreishaus Neuss: Schwangerschaftsdiabetes tritt immer häufiger auf

Bei der Fortbildung im Kreishaus Neuss: (v.l.n.r.) Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Nadine Bollmeier, Jugendärztlicher Dienst Rhein-Kreis Neuss, Carina Bauer, Deutsche Sporthochschule Köln, Dr. Beate Klapdor-Volmar, Kinder- und Jugendärztin beim Rhein-Kreis Neuss und Prof. Dr. Stephan Martin, Direktor und Chefarzt des Westdeutschen Diebates und Gesundheitszentrums

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Passend zum 16. Welt-Diabetes-Tag veranstaltete das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss eine Fortbildung zum Thema "Neuste Aspekte zum Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)". Insgesamt 14 Fachkräfte aus Gynäkologie, Diabetologie, Sportwissenschaft und der Schwangerschaftsberatung nahmen an der zweistündigen Fortbildung im Kreishaus Neuss teil.

Professor Dr. Martin, Direktor und Chefarzt des Westdeutsches Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) informierte die Teilnehmer über aktuelle Zahlen sowie die neuesten Erkenntnisse zu Entstehung und Therapie und belegte diese mit wissenschaftlichen Studien. Die Fakten sind erschreckend: Die Häufigkeit des Gestationsdiabetes (GDM) hat in den letzten zehn Jahren um das Dreifache zugenommen. Im Jahr 2013 waren in Deutschland mehr als vier Prozent aller Schwangeren betroffen, dies entspricht rund 29 100 Fällen bei 658 000 Geburten. Damit ist GDM mittlerweile eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Schwangere Frauen mit Gestationsdiabetes haben ein sehr hohes Risiko, nach der Schwangerschaft an einem manifesten Diabetes zu erkranken. Die Hälfte aller von GDM betroffenen Mütter entwickeln acht bis zehn Jahre später einen manifesten Diabetes Typ 2.

Heute ist eine Fülle von Risikofaktoren, wie z.B. Übergewicht bekannt. Umso wichtiger ist es, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten und gegebenenfalls Übergewicht (Adipositas) zu reduzieren. Welchen Stellenwert Bewegung und körperliche Aktivität in der Vorbeugung und Therapie bei Schwangerschaftsdiabetes hat, erläuterte Carina Bauer von der Deutschen Sporthochschule Köln in einem weiteren Vortag. Meist reicht mehr körperliche Aktivität im Alltag, wie z.B. regelmäßig die Treppen anstatt den Aufzug zu benutzen, schon aus, um das Risiko an Gestationsdiabetes zu erkranken, zu senken.

Wie wichtig eine gesunde Lebensweise schon vor und während der Schwangerschaft ist, weiß auch Kreismedizinaldirektor Dr. Michael Dörr: "Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind eine gute Prophylaxe für Schwangerschaftsdiabetes und erhöhter Gewichtszunahme und beeinflusst somit den Stoffwechsel des Föten positiv. Wie wichtig eine gute Beratung der Schwangeren ist, sehen wir in unserem Schwangerenprogramm ‚doppelt gesund’. Die Kombination aus Wissensvermittlung und Praxis in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Elternkompetenz und Gesundheitswissen stärkt die Schwangere in ihrem Verhalten und ihrer Verantwortung gegenüber dem Kind. Ideal ist es, wenn Frauen mit Kinderwunsch ihren Nachwuchs in jüngeren Lebensjahren planen und bei Übergewicht schon vor dem Schwangerwerden abnehmen."

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