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Französische Gastronomie anno 1914: BBZ-Azubis gewinnen Koch-Wettbewerb

Französische Küche im Berufsbildungszentrum Grevenbroich (von links): Generalkonsul Michel Giacobbi, Jürgen Steinmetz, Knud Hansen und Schülerin Giordana Gravagna

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Die angehenden Köche aus dem zweiten Ausbildungsjahrgang am Berufsbildungszentrum (BBZ) Grevenbroich haben den Wettbewerb "Die französische Gastronomie 1914" für sich entschieden. Sie überzeugten die achtköpfige Jury mit ihrer modernen Variante des französischen Klassikers "Le cassoulet roti a l'envers". Der Lammeintopf aus Südfrankreich wurde mit regionalen Zutaten kreativ weiterentwickelt. Die Siegergruppe aus vier Auszubildenden und zwei Lehrern gewann damit einen attraktiven Preis, den das "Institut français" vergeben hat: ein gemeinsames Menü im Zwei-Sterne-Restaurant "Im Schiffchen" in Kaiserswerth.

Der Wettbewerb "Die französische Gastronomie 1914" fand in der Mensa des BBZ Grevenbroich statt, das der Rhein-Kreis Neuss an der Bergheimer Straße betreibt. Koch-Auszubildende aus dem eigenen Haus sowie aus den Krefelder Berufskollegs "Glockenspitz" und "Vera Beckers" bereiteten auf moderne Weise französische Gerichte von vor 100 Jahren vor. Die Veranstaltung wurde vom französischen Sprachbüro für NRW und dem "Institut français Deutschland" initiiert und von der Abteilung der beruflichen Bildung im Schulministerium des Landes unterstützt.

"1914, das wissen wir, begann der Erste Weltkrieg, den niemand vorausgesehen hat. Es wurde vielmehr friedlich und fröhlich gekocht. Am Ende sollte sich die angebliche Sicherheit aber als Illusion erweisen", so Landratsvertreter Jürgen Steinmetz, der zur Jury gehörte. Doch wo früher Deutsche und Franzosen aufeinander geschossen hätten, da tauschten sie heute Kochrezepte aus. "Das sollte niemand vergessen, der Europa gering schätzt und den europäischen Gedanken am liebsten in die Geschichtsbücher verbannen möchte", so Steinmetz.

"Viele Spitzenrestaurants sind auf dem Land und gerade nicht in den Stadtzentren. Das zeigt, dass eine dezentrale Lage kein Standortnachteil ist. Diese Aussage gilt nicht nur in der Gastronomie, sondern auch für Berufskollegs", sagte Knud Hansen, der stellvertretende Schulleiter des BBZ Grevenbroich. Der Wettbewerb habe jedenfalls erfolgreich auf die deutsch-französischen Beziehungen aufmerksam gemacht. Diese Tatsache lobte auch Frankreichs Generalkonsul in Düsseldorf, Michel Giacobbi, der zur Jury gehörte: "Wenn Liebe durch den Magen geht, dann ist uns heute ein weiterer Beitrag zur Verständigung zwischen unseren Ländern gelungen." Pierre Korzilius, Leiter des "Institut français" in Düsseldorf und Köln, sowie Vertreter aus Landesregierung, Bezirksregierung und Gastronomie vervollständigten das Preisgericht.

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