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Hilfen für ältere Behinderte: Tagung im Kreissitzungssaal in Grevenbroich

Ältere Menschen mit Behinderung im Blick (von links): Christian Böhme, Jürgen Steinmetz, Herbert Frings und Lothar Flemming, vorn Gertrud Servos

Senioren |

"Der Wandel der Eingliederungshilfe im Rahmen der demografischen Entwicklung" war der Titel einer Tagung, die jetzt im Kreissitzungssaal in Grevenbroich stattfand. Eingeladen waren Leitungskräfte und Mitarbeiter von Wohnhäusern für Menschen mit Behinderung, Seniorenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Heimaufsichten aus dem Rhein-Kreis Neuss und der Region.

"Während die allgemeine Zunahme an Menschen im hohen Lebensalter und die damit einhergehenden, sich verändernden Bedingungen bereits Eingang ins öffentliche Bewusstsein gefunden haben, ist dies bezogen auf die speziellen Belange von Menschen mit Behinderung noch in den Anfängen, günstigstenfalls in der Phase des Aufbaus", begründete Landratsvertreter Jürgen Steinmetz, Sozialdezernent des Rhein-Kreises Neuss, das Angebot.

Gertrud Servos, die Vorsitzende des Landesbehindertenrats, legte zunächst die Probleme von Menschen mit Behinderung dar und forderte eine möglichst umfassende Barrierefreiheit. Auch die Quartiersentwicklung für Menschen mit Behinderung müsse gefördert werden, damit man diese nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausreiße.

Lothar Flemming, stellvertretender Dezernatsleiter für Soziales und Integration beim Landschaftsverband Rheinland, machte auf die derzeitige Schlechterstellung von Menschen mit Behinderung gegenüber anderen pflegebedürftigen Personen aufmerksam und merkte an, dass die Pflegebedürftigkeit bei Behinderten kein Grund sein dürfe, Leistungen der Eingliederungshilfe einzuschränken.

Markus Leßmann, Abteilungsleiter im zuständigen Landesministerium, forderte hinsichtlich des geplanten Pflegestärkungsgesetzes, "dass ein Pflegebedürftigkeitsbegriff geschaffen werden muss, der sowohl somatische als auch kognitive Pflegebedürftigkeit umfasst, um das Spannungsverhältnis zwischen der Eingliederungshilfe und der Pflegeversicherung hinsichtlich der Finanzierung von Leistungen abzubauen".

Im zweiten Teil der Tagung ging es um Themen wie "Demenz bei alten Menschen mit Behinderung" oder "Welche Voraussetzungen in der Pflege sind notwendig, um Menschen mit Behinderung bei schwerer Erkrankung und im Alter begleiten zu können?" Die Veranstaltung wurde moderiert von Herbert Frings, dem Geschäftsführer der Lebenshilfe NRW, und fand bei allen Beteiligten einen positiven Anklang. Organisiert worden war sie von Christian Böhme vom Sozialamt des Rhein-Kreises Neuss.

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