Stapel regionaler Zeitungen

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter: Ebola-Helfer berichtet von seinem Einsatz in Liberia

Katharina Czudaj (Leiterin der Geschäftsstelle der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Referenz Dr. Matthias Grade und Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky

Gesundheit |

Viele weitere Helfer werden in Westafrika gebraucht, um die Ebola-Epidemie in den Griff zu bekommen. - Dieses Fazit zog der Internist und Tropenmediziner Dr. Matthias Grade aus Quakenbrück nach seinem jüngsten Einsatz im Norden Ugandas. Im Grevenbroicher Kreishaus betonte er in der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises, dass Aufklärung in den betroffenen Ländern das beste Mittel gegen die Krankheit ist.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte den Ebola-Experten gemeinsam mit Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Katharina Czudaj, Leiterin der Geschäftssteller der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter. Dr. Matthias Grade ist als Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin und Gastroenterologie, Infektiologie, Tropenmedizin und Rettungsmedizin am christlichen Krankenhaus in Quakenbrück tätig. Er hat  bereits mehrere Ebola-Einsätze absolviert; bereits im Jahr 2000 war er im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation auf einer Ebola-Mission in Uganda.

Seit April ist Westafrika von einer Ebola-Epidemie betroffen, die mit mehreren tausend Infizierten und Toten alle bisherigen Ausbrüche in den Schatten stellt. Guinea, Liberia und Sierra Leone sind besonders schwer betroffen. Dr. Matthias Grade gab zu bedenken, dass zurzeit noch keine genaue Prognose möglich sei: "Der Virusausbruch wird sich reduzieren, allerdings sind Hilfsorganisationen über ´Ärzte ohne Grenzen´ hinaus nötig", so der Mediziner. Ein Grund zur Panik besteht seiner Ansicht nach in Deutschland nicht, ein Ausbruch der Epidemie sei hier undenkbar.

Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr berichtete, dass auch der Rhein-Kreis Neuss Vorbereitungen hinsichtlich möglicher Ebola-Verdachtsfälle getroffen habe. So ist die Universitätsklinik Düsseldorf das Kompetenzzentrum für Verdachtsfälle. Rettungsdienst und Feuerwehr im Kreisgebiet können einen Patienten im Verdachtsfall mit Sonderisolierung dorthin überführen. Darüber hinaus tauscht sich ein Arbeitskreis mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen regelmäßig zum Thema Ebola aus. In der Abteilung für Infektionsschutz des Kreisgesundheitsamtes liegt ein regionales Handlungskonzept bereit.

Auf der Konferenz stellte Prof. Dr. Rainer Engers vom Zentrum für Pathologie, Zytologie und Molekularpathologie Neuss die Aktion "1000 mutige Männer" in Neuss vor, ein Konzept der Krebsgesellschaft NRW und Barmer GEK zur Vorsorgeuntersuchung von Darmkrebs. Bereits 479 Männer haben sich für eine Darmuntersuchung entschieden.

Marc Zellerhoff vom Rettungsdienst des Rhein-Kreises Neuss sprach sich für jährlich zwei Schulstunden Reanimationsschulung aus. Schüler könnten ab der sechsten Klasse in Wiederbelebung fit gemacht werden. Solch ein Projekt ist im Grevenbroicher Erasmus-Gymnasium geplant.

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.