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Konzert der Musikschulen des Rhein-Kreises Neuss und Viersen:Alte und Neue Musik im Kreiskulturzentrum Sinsteden

Ensemble mit Schülern der Musikschule Rhein-Kreis Neuss und der Kreismusikschule Viersen

Musik |

Am Sonntag fand im Kulturzentrum Sinsteden in Rommerskirchen die zweite Auflage des von allen Beteiligten mit Spannung erwarteten Konzertes "Im Strom der Zeiten - Eine Begegnung mit Alter und Neuer Musik" als Matinée im Rahmen der Muziek Biennale Niederrhein als Gemeinschaftsproduktion der Musikschule Rhein-Kreis Neuss und der Kreismusikschule Viersen statt.

Für den Auftakt sorgten im gut gefüllten Konzertraum die Klänge des Gitarrenduos Chitarrolina. Die beiden Bundespreisträger Jugend musiziert Nicola Stock und Daniel März erwiesen sich als bestens eingespieltes Team. Das war keine Überraschung, verfügen sie doch bereits über eine sehr gute Technik und spielten ihr Programm mit großer Musikalität. Mit Bach ging es los, feine Stimmführung auch bei einer Scarlatti Sonate, dann Beethoven mit Mandoline und Gitarre, ein mitreißendes Stück, bevor es an die Neue Musik mit Valentin Rückebiers Turquoise mit vielen Klangexplorationen ging. Zum krönenden Abschluss folgte das fulminant gespielte Jongo von Paulo Bellinati. Das Motto des gesamten Konzertes spiegelte sich in ihrem Programm.

Georg Phipp Telemann Sonatina c-Moll für Altblockflöte gestaltete Marielena Krieg gekonnt und zeigte besonders im letzten Satz ihre technische Versiertheit. Die langsamen Sätze gelangen ausdrucksstark und mit tragendem Ton.

Mit Herbert Hähnels Panta Rhei - Acht Aphorismen für Saxophonquartett kam es zur ersten Uraufführung. Acht kurze Charakterstücke, stilistisch weitgefächert und musikalisch tadellos umgesetzt von Tutta Forza, einem Quartett der Musikschule Rhein-Kreis. Einfühlsam, aber auch mit viel Verve in den entscheidenden Situationen ging man zu Werke: Jazz, Balladen, eine Fuge oder nahezu schwebende Klänge - die verschiedenen Atmosphären der Stücke trafen die jungen Musiker bestens. Großer Applaus nicht nur vom Publikum, auch der Komponist bedankte sich persönlich und war sichtlich zufrieden mit der Wiedergabe seines Werkes.

Nach der Pause ging es mit Alter Musik und gelungenen Beiträgen von Anna Brönlund und Milan Thüer, die Werke von Diego Ortiz und Jacob van Eyck in gelungenen Versionen vortrugen, bevor Lea Hühren mit der Suite G Dur ein opulentes Werk zu meistern hatte. Sie gestaltete die acht Sätze technisch und musikalisch ausgereift mit souveräner Begleitung durch Sonja Kemnitzer am Spinett.

Theodor Pauß' Komposition "Morphing" war der krönende Schlusspunkt des Konzertes und die zweite Uraufführung. Der Komponist leitete das elfköpfige Ensemble mit präzisem und zugleich unaufdringlichem Dirigat. Hier war der Einfluss durchaus sehr unterschiedlicher Stile prägend. In manchen Phasen klangen die Bläser wie eine Jazzband, dann suchend oder Impulse weitergebend, wobei auch klang - technische Herausforderungen zu meistern waren. Latin und Drum'n Bass, aber auch Rockeinflüsse mit interessanten harmonischen Bewegungen eingefügt, besonders für die beiden Pianisten, die einen vielfarbigen Klangteppich für das Ensemble webten, der durch die präzise Schlagwerkabteilung effektvoll ergänzt wurde. Das ging zwar sehr konzentriert aber durchaus auch mit Humor zu.

Die Schüler beider Musikschulen spielten sehr erfolgreich zusammen und beendeten eindrucksvoll ein qualitativ hochwertiges und sehr abwechslungsreiches Konzert.

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