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Neue Studie über die Logistikwirtschaft im Rheinland zeigt Handlungsbedarf

Drei Personen

Neue Studie über die Logistikwirtschaft im Rheinland (von links): Professor Dr. Otto Jockel, Jürgen Steinmetz und Bernd Neffgen

Wirtschaft |

Der Rhein-Kreis Neuss und das Rheinland sind europaweit gefragte Logistik-Standorte, brauchen aber Hilfe beim Erhalt und Neubau ihrer Verkehrsinfrastruktur. Zu diesem Schluss kam Landratsvertreter Jürgen Steinmetz nach der Vorlage der Studie "Logistikwirtschaft im Rheinland" durch die Hochschule Neuss für Internationale Wirtschaft. "Rund neun Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Rheinland sind direkt oder indirekt in der Logistikbranche angestellt. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können", so Steinmetz, der auch Vorsitzender des Vereins "Logistikregion Rheinland" ist.

Professor Dr. Otto Jockel von der Hochschule Neuss hatte harte Fakten auf den Tisch gelegt. Mehr als 10 000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 20 Milliarden Euro arbeiten mittlerweile in der rheinischen Logistik, die etwa 210 000 Mitarbeiter zählt. Tendenz steigend. "Wir müssen uns also einem weiter erheblich steigenden Güterverkehrsaufkommen stellen", so Jockel, der die Wasserstraßen als Verkehrswege mit der größten Aufnahmekapazität bezeichnete.

Der Experte ist ebenso Vorstandsmitglied der "Logistikregion Rheinland" wie Bernd Neffgen, im Hauptberuf Geschäftsführer Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Neffgen sprach von "zahlreichen Verbesserungsnotwendigkeiten in der Verkehrsinfrastruktur". Er setzt besonders auf den Ausbau der Gleisstrecken zwischen den Nordsee-Häfen und dem Rheinland, eine bessere Anbindung der Binnenhäfen sowie im Straßenverkehr insbesondere auf die Erweiterung der Autobahnkreuze rund um Köln.

Bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen für Transport und Logistik setzen Steinmetz, Jockel und Neffgen auf fünf sogenannte Premium-Standorte: Dormagen-Silbersee, Niederkrüchten/Elmpt sowie die interkommunalen Gewerbegebiete Mönchengladbach/Viersen, Grevenbroich/Jüchen und Hafen Krefeld/Meerbusch. "Diese Flächen sind im Entwurf für den neuen Regionalplan enthalten und weitgehend restriktionsfrei zu nutzen", so Steinmetz, der die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit unterstrich. Beim "Logistikforum Rheinland" am 16. September in Neuss sollen die Forderungen der Fachleute in einer "Rheinland-Erklärung" an zwei zuständige Staatssekretäre aus Berlin beziehungsweise Düsseldorf übergeben werden.

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