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Betreuungsstelle des Kreisjugendamtes: Wenn Menschen alltägliche Dinge allein nicht mehr regeln können

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Jeder kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, dass er seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Das sind alltägliche Dinge wie Bankgeschäfte oder auch wichtige Entscheidungen bei Operationen. Mit einer Betreuungsverfügung kann festgelegt werden, wer im Bedarfsfall gesetzlicher Vertreter wird.

Fragen rund um Vorsorge, Vollmacht und Betreuungsverfügung beantwortet Erwin Beeg mit seinem Team der Betreuungsstelle des Kreisjugendamtes. Zum Thema Patientenverfügung hält er ebenfalls bei Bedarf entsprechende Informationen bereit. Die Mitarbeiter der Betreuungsstelle am Kirsmichhof in Korschenbroich sind für die Kommunen Kaarst, Meerbusch, Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen zuständig. Ab dem 1. September kommt Grevenbroich hinzu. Dabei sind sie Ansprechpartner für Menschen, die als Betreuer und als Vollmachtnehmer tätig sind.

Die neun Sozialarbeiter und Verwaltungsfachkräfte sind häufig zwischen Meerbusch und Rommerskirchen unterwegs. Denn bei Bedarf suchen sie die Menschen zuhause auf oder aber auch im Krankenhaus. Sie beraten die Betreuer und Vollmachtnehmer, die manchmal auch spezielle Aufgaben wahrnehmen wie Vermögensverwaltung, Entscheidungen im medizinischen Bereich oder über Heimaufenthalte.

"Bei unserer Arbeit steht natürlich immer das Wohl der zu betreuenden Person im Mittelpunkt", betont Erwin Beeg. Neu ist, dass die Betreuungsstelle seit 1. Juli für jede seitdem eingerichtete Betreuung einen umfassenden Sozialbericht für das Gericht erstellen muss. Darin werden die Krankengeschichte und das soziale Umfeld festgehalten. Zu dem Bericht gehört auch eine Einschätzung, inwieweit die Fähigkeiten des betroffenen Menschen und seine Kompetenz, im Alltag zurechtzukommen, eingeschränkt sind.

Mit Vorträgen über Vorsorge informieren die Mitarbeiter des Kreisjugendamtes zum Beispiel in Pfarrgemeinden und bei Wohlfahrts-Verbänden. Darüber hinaus kommen viele Menschen mit Fragen zu ihnen. Allein im ersten Halbjahr beantwortete die Betreuungsstelle rund 800 Anfragen zur rechtlichen Betreuung. Hinzu kamen weit über 100 Anfragen zu Vollmachten. "Diese Beratung ist kostenlos", sagt Erwin Beeg und weist darauf hin, dass sein Amt entsprechende Vordrucke bereit hält. "Es wird lediglich eine bundeseinheitliche Gebühr von 10 Euro erhoben, wenn wir Unterschriften zum Beispiel unter Vollmachten oder Betreuungsverfügungen beglaubigen."

Im Rückblick auf fast drei Jahrzehnte hat der gelernte Sozialarbeiter Beeg die Erfahrung gemacht, dass Bürger heute in vielen Fällen schon rechtzeitig an die Vorsorge denken. "Häufig führen insbesondere Berichte in den Medien dazu, dass die Menschen sich bei uns melden", so der 56-Jährige, der im Rhein-Kreis Neuss zuhause ist. Als Ansprechpartner stehen er und seine Mitarbeiter in der Betreuungsstelle zur Verfügung.

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