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Schulneulingsuntersuchungen 2013: Erstmals auch Daten zum Medienkonsum erhoben

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Sie präsentierten die Schulneulingsuntersuchung

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Die Entwicklungen im Bereich Kindergesundheit im Rhein-Kreis Neuss haben sich stabilisiert. Während es im Jahr 2010 einen deutlichen Anstieg bei Sprachdefiziten und Verhaltensstörungen sowie bei den Koordinationsstörungen gegeben hat, ist nun in einzelnen Bereichen ein leichter Rückgang erkennbar. Über die Ergebnisse der Schulneulingsuntersuchungen informierten jetzt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky sowie Dr. Michael Dörr und Dr. Beate Klapdor-Volmar vom Kreisgesundheitsamt.

"Kinder im Rhein-Kreis Neuss sind etwas gesünder als im Landesdurchschnitt", fasste Petrauschke die Ergebnisse zusammen, "aber Entwarnung gibt es noch lange nicht." Mehr als 4 000 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren kommen im August im Kreisgebiet in die Schule. Sie wurden kreisweit untersucht mit Blick auf Auffälligkeiten bei Motorik, Sprache und Verhalten sowie auf den Impfschutz.

Problematisch ist nach wie vor die Entwicklung beim Gewicht: "Bei 20 Prozent der Kinder war das Gewicht auffällig", sagte Dr. Beate Klapdor-Volmar. "Dabei trafen Über- und Untergewicht gleich häufig auf." Während in NRW der Anteil der übergewichtigen I-Dötzchen bei 11,1 Prozent liegt, sind im Rhein-Kreis Neuss 10,1 Prozent der schulpflichtigen Kinder überdurchschnittlich dick. Dabei beträgt der Anteil der übergewichtigen Kinder in Rommerskirchen und Meerbusch nur 6,3 bzw. 6,5 Prozent, während die Rate in Grevenbroich bei 13,1 Prozent liegt. Deutlich höher lag die Quote bei den Kindern, wenn die Mutter eine niedrige Schulbildung hatte und der Vater arbeitslos war. Untergewicht dagegen gab es in allen sozialen Schichten.

Erstmalig und bisher einmalig in NRW legt das Gesundheitsamt auch Daten über den Konsum elektronischer Medien bei den Schulneulingen im Rhein-Kreis Neuss vor. "Die Entwicklung werden wir weiter kritisch beobachten", betonte Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky. 10,5 Prozent der Schulneulinge gucken täglich mehr als zwei Stunden Fernsehen oder spielen am Computer, Handy oder an der Playstation.

Sprachprobleme stellten die Ärzte des Kreisgesundheitsamtes bei 29,1 Prozent der künftigen I-Dötzchen fest. Hier wurden ebenso wie bei den Verhaltensstörungen mehr Jungen als Mädchen als problematisch eingestuft. 10,3 Prozent der Kinder werden mit Verhaltensstörungen wie Aggressionen oder Ängsten eingeschult.

Förderprojekte des Rhein-Kreises Neuss von "Prokita" über "Fitnetz" bis hin zu "Aufgeweckt" sollen dafür sorgen, dass die Mädchen und Jungen im Kreisgebiet fitter werden. "Zum Beispiel mit ´Prokita´ erreichen wir rund ein Viertel der Kinder in den Kindergärten und konnten bereits einen leichten Rückgang bei einzelnen Problemen feststellen", berichtet Gesundheitsdezernent Mankowsky.

Deutlich besser als noch vor mehreren Jahren sind die Impfraten. So sind 96,7 Prozent der Schulanfänger gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft; im Jahr 2003 waren es noch 59,3 Prozent. Positiv hat sich ebenfalls die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen entwickelt: Zu den U8-Vorsorge-Untersuchungen kamen zuletzt 94,7 Prozent der Eltern im Rhein-Kreis Neuss mit ihren vierjährigen Kindern.

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