Stapel regionaler Zeitungen

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Großer Zuspruch beim Vortragsabend über den Ersten Weltkrieg

Dr. Volker Standt, Kölner Historiker, informiert zur Situation während des Ersten Weltkriegs in Köln

Kultur |

"Der Erste Weltkrieg und seine Auswirkungen auf die Region" - so lautete das Thema eines gemeinsamen Vortragsabends des Archivs im Rhein-Kreis Neuss und des Kreisheimatbundes Neuss e.V. Etwa einhundert Interessierte fanden am Vorabend des 100. Jahrestags des Attentats von Sarajevo - den Weg in die Nordhalle des Kreiskulturzentrums Zons. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers gilt bis heute als unmittelbarer Auslöser der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts".

Archivleiter Dr. Stephen Schröder führte durch die Veranstaltung und referierte über die Versorgungslage und den Kriegsalltag in Dormagen und Rommerskirchen. Er betonte, dass auf Grund der damals noch sehr stark landwirtschaftlichen Prägung des Gebietes die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln relativ gut gewesen sei und knapp die Hälfte der Einwohner als "Selbstversorger" galt. Mangelerscheinungen und Hunger seien weniger stark ausgeprägt gewesen als in manchen anderen Teiles des Deutschen Reiches, insbesondere in den großen Städten.

Den Blick auf die handelnden Personen und Institutionen an der Dormagen-Rommerskirchener "Heimatfront" richtete der Mainzer Historiker Dr. Markus Raasch. Schulen, Vereine und Kirchengemeinden identifizierte er als die treibenden Kräfte bei der Mobilisierung der Gesellschaft, etwa in Form von Spendensammlungen für bedürftige Kriegerfamilien, dem Verschicken von "Liebesgaben"-Paketen für Soldaten an der Front und dem Abhalten patriotischer Feiern.

Den Vergleich zur benachbarten Großstadt Köln lieferte der Kölner Historiker Dr. Volker Standt. Köln war Verkehrsknotenpunkt für den Transport zur und von der Front, Standort zahlreicher Lazarette und militärische Festung - entsprechend präsent war alles Militärische im Stadtbild. Standts Ausführungen zufolge wurden verwundete deutsche Soldaten auf den Straßen Objekte der ungehemmten Neugier vieler Kölner. Die schon während des Krieges in der Stadt entstandenen Soldatenfriedhöfe dienten vielfach als Ziele für den Familienausflug. Da Köln als Festungsstadt galt, war - so Standt - die Lebensmittelversorgung der Zivilbevölkerung dort besser als in anderen urbanen Zentren.

Die Ausstellung "HeimatFront - Dormagen und Rommerskirchen in der Ära des Ersten Weltkriegs" ist im Archiv noch bis zum 31. Oktober zu sehen ist.

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.