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Amtsarzt rät: Keuchhusten nicht auf die leichte Schulter nehmen

Keuchhusten nicht auf die leichte Schulter nehmen: Dr. Michael Dörr, Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Kreises Neuss

Gesundheit |

Das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss stellt gerade eine Zunahme von Keuchhustenfällen fest. "2013 haben uns die Ärzte 48 Erkrankungen gemeldet, in den ersten zwei Monaten dieses Jahres schon 16", erklärt der Leiter der Abteilung "Infektionsschutz und Umwelt­medizin", Siegfried Hauswirth. In allen Fällen nimmt das Gesundheitsamt mit den Eltern der erkrankten Kinder oder mit den betroffenen Erwachsenen Kontakt auf und berät sie über die notwendigen Hygienemaßnahmen sowie Impfmöglichkeiten für die Kontaktpersonen.

Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten dürfen Jungen und Mädchen erst fünf Tage nach Therapiebeginn mit Antibiotika wieder besuchen, wenn es der Gesundheitszustand zulässt. Ohne Behandlung ist frühestens drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome wieder der Schulbesuch möglich.

Keuchhusten ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöste, sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die im typischen Fall in drei Stadien verläuft. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt sieben bis 14 Tage. Keuchhusten befällt Menschen jeden Alters. Die Erkrankung hinterlässt eine lang andauernde, aber keine lebenslange Immunität. Der unvollständige Impfschutz der Bevölkerung bewirkt eine rasche Ausbreitung der ansteckenden Infektionserkrankung. Zu den allgemeinen Symptomen wie Unwohlsein und Fieber kommen stakkatoartige Hustenanfälle. Keuchhusten geht mit einem mehrwöchigen Krankheitsverlauf einher. Zu den Komplikationen zählen Atemstillstand bei Säuglingen und Lungenentzündung.

Amtsarzt Dr. Michael Dörr rät daher allen Eltern zur Keuchhusten-Impfung ihrer Kinder. Diese wird nach dem vollendeten zweiten Lebensmonat als Bestandteil einer Kombinationsimpfung erstmalig verabreicht. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Grundimmunisierungen erforderlich. Der heutzutage verwendete Impfstoff ist sehr gut verträglich. Ernsthafte Nebenwirkungen sind extrem selten. Infolge des nachlassenden Erkrankungsschutzes sollten sich aber auch Erwachsene erneut gegen Keuchhusten immunisieren lassen. Dazu wird der Keuchhusten-Impfstoff in Kombination mit dem Tetanus- und Diphterie-Serum verabreicht. Ein Informationsblatt zum Thema kann unter Telefon (02181)601-5418 angefordert werden.

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