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Treffen mit Vertretern weiterführender Schulen im Rhein-Kreis Neuss: Suchtprävention und Suchthilfe für Kinder und Jugendliche

Noch keine Entwarnung

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Über Strategien zur Suchtprävention und Angebote der Suchthilfe für Kinder und Jugendliche im Rhein-Kreis Neuss diskutierten jetzt 30 Vertreter von 21 weiterführenden Schulen mit Verwaltungsmitarbeitern. Auf Einladung des Kreisgesundheitsamtes sprachen sie über die kreisweite Gesundheitsstudie im Jahr 2013 an weiterführenden Schulen zu den Themen Alkohol-, Tabak-, Drogen-, Medienkonsum und Essverhalten. Bei dem Treffen war nicht nur das Gesundheitsamt vertreten, sondern auch das Schulamt des Kreises sowie die kommunalen Jugendämter.

Dr. Michael Dörr, Leiter des Gesundheitsamtes, erläuterte die Ergebnisse der Studie: "Jugendliche im Rhein-Kreis Neuss rauchen und trinken zwar im Durchschnitt weniger Alkohol als noch vor drei Jahren. Trotzdem können wir keine Entwarnung geben", sagte Dr. Dörr. Der Kreis wolle auch im Bereich Medienkonsum und bei den Essgewohnheiten gemeinsam mit den Partnern weiterhin beratend und unterstützend tätig sein.

135 Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahr ins Neusser Lukas-Krankenhaus betrunken eingeliefert. "Das sind 135 junge Menschen zu viel", kommentierte Dr. Guido Engelmann, Chefarzt der Kinderklinik am Lukas-Krankenhaus, in das betrunkene Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet kommen. Besorgniserregend findet er, dass auch viele 13- und 14-Jährige dabei sind: "Hier müssen wir immer genau prüfen, inwieweit das Kindeswohl gefährdet ist und ob wir das Jugendamt einschalten müssen", so der Mediziner.

Kriminalhauptkommissar Wolfgang Burchartz von der Kreispolizeibehörde Neuss  betont, dass Mitarbeiter vom Kommissariat Vorbeugung und Prävention wichtige Ansprechpartner im Bereich der Suchtprävention sind: "Wir arbeiten sowohl mit den Schulen als auch mit den Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe zusammen. Dabei informieren wir über den Gebrauch von Alkohol sowie legaler und illegaler Drogen auf Schulfesten, Projekttagen oder Elternabenden an Schulen", so Bruchartz. Darüber hinaus bieten die Jugendämter, Familienberatungsstellen, die psychologische Beratungsstelle in Neuss, die Jugend- und Drogenberatungsstelle und die Caritas-Suchtkrankenhilfe Unterstützung an.

Auf Beschluss des Kreistags hatte das Kreisgesundheitsamt vor vier Jahren erstmals Daten zur Gesundheit von älteren Kindern gesammelt und ausgewertet. Daraufhin sind Aktionen wie ProJugend statt ProMille sowie ein Netzwerk zur Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen im Rhein-Kreis Neuss ins Leben gerufen worden.

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