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Kreisgesundheitsamt: Warmwasser auf Legionellen testen lassen

Die Legionellen-Gefahr aus Warmwasser-Leitungen sollte nicht unterschätzt werden. Diese Auffassung vertritt das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss

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Das Kreisgesundheitsamt hat die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, wachsam im Kampf gegen Legionellen im Leitungswasser zu sein. Um die Gefahr durch die Bakterien einzudämmen, müssen die Vermieter von schätzungsweise 8.000 bis 10.000 Mehrfamilienhäusern, die mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung ausgestattet sind, ihr Warmwasser seit 2011 alle drei Jahre untersuchen lassen. Dem Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss wurden 2011, als noch eine Meldepflicht bestand, allerdings nur rund 1.500 Gebäude angezeigt. An diese Bilanz erinnert Diplom-Ingenieur Siegfried Hauswirth, der Leiter der Produktgruppe "Infektionsschutz und Umwelthygiene".

"Wie viele verantwortungsvolle Hausbesitzer und Hausverwaltungen eine Wasseranalyse durchführen ließen, ist nicht bekannt, weil einwandfreie Befunde nicht gemeldet werden müssen. Die Überschreitung des technischen Maßnahmenwerts ist allerdings unverzüglich anzuzeigen", so Hauswirth. Viele Hauseigentümer müssten die Erstuntersuchungen schnellstmöglich nachholen, anderenfalls drohe ein Bußgeld. Die Erfahrungen der Trinkwasserlabore zeigen, dass in 15 Prozent der untersuchten Anlagen Überschreitungen des so genannten technischen Maßnahmenwerts von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Warmwasser vorkommen.

"Bisher wurden dem Gesundheitsamt des Rhein-Kreises nur rund 100 Warmwasseranlagen mit Überschreitungen angezeigt. Diese Anlagen müssen nun technisch überprüft und gegebenenfalls saniert werden, um ein Gesundheitsrisiko für die Nutzer weitestgehend auszuschließen", so Hauswirth. Im vergangenen Jahr wurden dem Gesundheitsamt fünf Legionellose-Fälle gemeldet, die auf Legionellen im Warmwassersystem zurückzuführen waren. Dabei geht das Gesundheitsamt von einer hohen Dunkelziffer aus.

Eines stellt Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamts, allerdings unmissverständlich klar: "Sowohl Mineral- als auch Leitungswasser sind der Gesundheit zuträglich." Die Gewinnung und Aufbereitung des Leitungswassers würden im Rhein-Kreis Neuss in hoher Qualität vorgenommen und vom Gesundheitsamt überwacht. "Es kann uneingeschränkt getrunken und für die Herstellung von Säuglingsnahrung genutzt werden", sagt der Experte. Gleichwohl könne die Qualität des gelieferten Wassers durch unerwünschte Substanzen oder gar Krankheitserreger aus der Hausinstallation beeinflusst werden. Deswegen sei der Kampf gegen Legionellen so wichtig.

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