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Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss 2014

Mittelstandsbarometer 2014

Wirtschaft |

Initiative legt 7. Bericht zur konjunkturellen Lage des Mittelstands im Rhein-Kreis Neuss vor

Rhein-Kreis Neuss, Sparkasse Neuss und Creditreform Neuss legen zum siebten Mal eine repräsentative Umfrage zur konjunkturellen Lage des Mittelstands im Rhein-Kreis Neuss vor. Hierzu wurden von Anfang Juli bis Mitte August 2013 insgesamt 500 Unternehmen in den acht Kommunen des Kreises telefonisch befragt.

Geschäfts- und Konjunkturklima: Wieder im Konjunkturboom, neues Allzeithoch – noch keine Eintrübung in Sicht

Die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss befindet sich im Sommer 2014 dank deutlichem konjunkturellen Aufwärtstrend in Bestform. Der regionale Geschäftsklima-Index macht einen deutlichen "Sprung nach oben" (Index: 128 Punkte | +16 Punkte). Die Schwächephase der beiden Vorjahre scheint vergessen. Zudem: Das regionale Geschäftsklima ist insgesamt wieder optimistischer als in der Gesamtwirtschaft im Bund. Die deutlich positive aktuelle Geschäftslage wie auch die nochmals verbesserten Geschäftserwartungen bringen den Geschäftsklima- Index auf ein neues "Allzeit-Hoch" – eine spürbare Eintrübung ist derzeit (noch) nicht in Sicht. Zudem hat die "Investitionslust" als weiterer wichtiger Konjunkturklima-Indikator nochmals, wenn auch nur leicht, zugelegt.

Die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Unternehmen werden durchgehend positiv und deutlich besser noch als vor Jahresfrist beurteilt. Alle Basiswerte des Geschäftsklima-Index (Auftrags-, Umsatz- und Ertragslage sowie Personalbestand) haben sich deutlich verbessert und liegen nochmals über den bisherigen Höchstwerten der Boomjahre 2010 und 2011. Und auch das "Personalklima" der Unternehmen zeigt sich ebenfalls verbessert und spiegelt die aktuell positive Entwicklung am regionalen Beschäftigungsmarkt wider – gegen den Bundestrend drehte sich die Arbeitslosenquote im Rhein-Kreis Neuss noch im August wieder ins Positive (August 2014: 15.000 Arbeitslose – Quote: 6,5% | Juli 2014: 15.320 Arbeitslose – 6,6 %). "Wir können mit der aktuellen Konjunkturlage sehr zufrieden sein", so Edgar Roumen, Prokurist von Creditreform Düsseldorf Neuss. "Unsere verhalten optimistische Prognose des Vorjahres hat sich erfüllt. Dennoch müssen wir wachsam bleiben – die globalen Krisen werfen ihre Schatten und derzeit ist auch ein Negativszenario für unsere Konjunktur nicht auszuschließen."

Das regionale Konjunkturwetter zeigt sich im Sommer 2014 in allen Kommunen deutlich im positiven Bereich und somit weiterhin mehr als freundlich. Alle Kommunen legen im Vergleich zum Vorjahr zum Teil drastisch zu. Das Konjunkturklima ist in diesem Jahr in Rommerskirchen, Dormagen und in Korschenbroich dank überdurchschnittlicher Zugewinne am positivsten. Aber auch alle anderen Kommunen liegen in diesem Sommer meist deutlich über 120 Punkte und somit in einem Bereich, der in früheren Jahren meist als unerreichbar galt. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zeigt sich beeindruckt: "Wir können stolz sein, unsere regionale Wirtschaft steht besser deutlich da als im Bund. Der Aufschwung ist im Rhein-Kreis Neuss wieder zurück und dauert im Gegensatz zur deutschen Gesamtwirtschaft noch an. Wir müssen nun alles tun, um mögliche Negativeinflüsse von außen so klein wie möglich zu halten."

Investitionsbereitschaft und Investitionsklima legen zu – nochmals leicht positivere Urteile für die Kreditvergabebereitschaft

Die aktuelle Analyse zeigt im Gegensatz zu den Vorjahren fast durchweg einheitliche Trends für die "sekundären Konjunkturindikatoren" der Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss. So zeigt sich die "Investitionsstimmung" der Unternehmen im Sommer 2014 nochmals verbessert und liegt weiterhin über dem Bundestrend. Fast sechs von zehn regionalen Unternehmen planen in den nächsten Monaten Investitionen (57% | +2 Punkte). Zudem korrespondieren die Investitionspräferenzen (insbesondere Kapazitätserweiterungen: 29 % | +5 Punkte) mit der guten Konjunkturlage und sind Teil des derzeit (immer noch) deutlich ausgeprägten konjunkturellen Optimismus in der regionalen Wirtschaft. So wird auch das Investitionsklima im Rhein-Kreis Neuss (Ø-Schulnote 2014: 2,91 | 2013: 3,12) wieder spürbar positiver bewertet als in den Vorjahren.

Und auch die Bewertungen der regionalen Unternehmen zur Kreditvergabepraxis der Kreditwirtschaft haben sich nochmals verbessert und sind weiterhin auf der "Habenseite" zu verbuchen. Sie erreichen neue Bestwerte und korrespondieren mit den aktuellen Ergebnissen des ifo-Instituts von Ende August 2014: "Finanzierungsbedingungen in Deutschland weiterhin hervorragend". Michael Schmuck, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuss, resümiert: "Diese Ergebnisse bestätigen unsere Arbeit. Wir wollen Menschen und Unternehmen erfolgreich machen. Mit einem Kreditvolumen von 5,1 Milliarden Euro zählt die Sparkasse Neuss zu den kreditintensivsten Häusern im Rheinland. Und wir wollen, dass der Rhein-Kreis Neuss so erfolgreich bleibt, wie er derzeit ist."

Rhein-Kreis Neuss: Hoch geschätzter Standort – Weiterempfehlungs- und Kenntnisquoten nahezu stabil – weiterhin "Note zwei" für die Beratungs- und Dienstleistungsangebote

Die "Likeability" des Rhein-Kreis Neuss bleibt im Sommer 2014 trotz leichter Verluste stabil und auf hohem Niveau. Weiterhin mehr als 90 Prozent der regionalen Unternehmen würden den Rhein-Kreis Neuss anderen Unternehmen als "Unternehmensstandort empfehlen" (91% | -1 Punkt). Zudem hat sich die Bekanntheit der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschaftsförderungen im Rhein-Kreis Neuss in den letzten 12 Monaten, nicht zuletzt wegen des derzeitigen Konjunkturbooms, nur leicht verringert (48 Prozent | -3 Punkte). Und auch die Leistungsbewertung der Beratungs- und Dienstleistungsangebote der Wirtschaftsförderungen und erreicht trotz leichter Verluste den zweitbesten Wert seit 2008 (mittlere Schulnote: 2,46 | +0,13 Notenpunkte).

Sonderthema Fachkräftemangel: Trend "wieder zunehmend" - Sonderveranstaltung im Dezember

Die Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft sind derzeit so positiv wie lange nicht mehr. Allerdings hat die konjunkturelle Stärkephase auch ihre Schattenseiten, denn eine möglicherweise sinnvolle Produktionsausweitung scheitert bisweilen an einem Mangel an geeigneten Mitarbeitern. Aktuell ist dies festzustellen, da das Thema Fachkräftemangel im Vergleich zur letzten Abfrage (Frühsommer 2012) wieder an Bedeutung gewonnen hat. Fast jedes zweite regionale Unternehmen (46% | +11 Punkte) beklagt derzeit, dass der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern die Wachstums- und Entwicklungschancen des eigenen Unternehmens behindert. Die verstärkte Aus- und Weiterbildung (55%) sowie die Weiterqualifikation der eigenen Mitarbeiter (14%) bilden derzeit die beiden Hauptstrategien der regionalen Unternehmen, um dem beklagten Mangel an Fachkräften zu begegnen. Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates und Wirtschaftsdezernent, kommentiert: "Fachkräftemangel ist für viele regionale Unternehmen ein Wachstumshemmnis, das auch durch demografische Effekte zunimmt. Wir laden daher im Dezember auf der geplanten Sonderveranstaltung »Fachkräftesicherung im Rhein-Kreis Neuss« die Unternehmen aus der Region ein, um über ihre Erfahrungen zu berichten und über Lösungsansätze zu diskutieren."

Einordnung und Perspektiven: Die regionale Konjunktur im Boom – globale Krisen werfen ihre Schatten – Trendwechsel ins Negative nicht ausgeschlossen, eher wahrscheinlich

Die Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss befindet sich im Sommer 2014 in blendender Verfassung. Die verhalten optimistische Prognose des Vorjahres ("Ende der konjunkturellen Abkühlung in Sicht") ist eingetreten – das regionale Geschäftsklima erreicht im Frühsommer ein neues Allzeit-Hoch. Zudem bestätigen weitere Indikatoren wie die (positive) Insolvenzentwicklung und das deutlich verbesserte Zahlungsverhalten im Rhein-Kreis Neuss den deutlichen konjunkturellen Aufwärtstrend. Allerdings sind in der deutschen Wirtschaft bereits seit geraumer Zeit die Folgewirkungen der geopolitischen Krisen (Naher Osten: Syrien –Israel – Irak und seit Februar 2014 der Ukraine-Konflikt) spürbar geworden, die ihre Schatten auf die Konjunktur der gesamten Weltwirtschaft werfen. Nach einem "Traumstart" ins neue Jahr (Wirtschaftsforschung des Verbandes der Vereine Creditreform) zeigen sich zunehmend konjunkturelle "Bremsspuren", die zum Teil auch den europäischen Sanktionen gegenüber Russland und einem Rückgang von Produktion und Export geschuldet sind.

Zudem zeigen auch andere Indikatoren, dass derzeit von einer "Normalsituation" nicht ausgegangen werden kann. So sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland auch im August 2014 deutlich gefallen. Es handelte sich dabei zudem um den achten Rückgang in Folge und den stärksten Einbruch seit Juni 2012. Und auch der viel beachtete ifo-Konjunkturindex ist bis zum August 2014 vier Mal in Folge gefallen. Tenor: "Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft." Generell wird ein dreifacher Rückgang bzw. Anstieg des ifo-Index in Folge als Trendwende (zu Auf- oder Abschwung) eingestuft. Das DIW-Konjunkturbarometer vom August 2014 fasst die aktuelle Lage für die deutsche Wirtschaft zusammen: Der "Gegenwind für die deutsche Wirtschaft wird vorerst rauer". Das DIW geht aber davon aus, dass die deutsche Wirtschaft "im späteren Verlauf wieder einen moderaten Aufwärtskurs einschlagen" wird – wenn "die geopolitischen Krisen besonnen angegangen werden".

Unter dieser Prämisse gilt auch für die nähere Zukunft der regionalen Wirtschaft: Die Geschäftsaussichten der Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss bleiben für den weiteren Jahresverlauf, nicht nur angesichts des strukturell guten Zustands der regionalen Wirtschaft, weiterhin äußerst positiv und erfolgversprechend. Hierfür sprechen nicht nur das (hohe) Niveau des aktuellen Geschäftsklimas, sondern auch zahlreiche Einzel-Indikatoren, die von den insgesamt sehr positiven Bewertungen des Wirtschaftsstandortes, der überdurchschnittlichen Investitionsstimmung, über die Stärke des regionalen Beschäftigungsmarktes bis hin zu den guten Finanzierungsbedingungen für die hiesigen Unternehmen reichen. Dennoch ist angesichts der geopolitischen Drohkulisse in den nächsten Monaten ein Trendwechsel ins Negative nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich.

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