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Seniorenpolitik hat hohen Stellenwert: Seit 40 Jahren "Silberner Plan"

40 Jahre "Silberner Plan" (von links): Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel, stellvertretender Landrat Dr. Hans-Ulrich Klose, Marcus Mertens von der Heimaufsicht und Landratsvertreter Jürgen Steinmetz

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Die Seniorenpolitik im Rhein-Kreis Neuss genießt damals wie heute einen hohen Stellenwert. Das wurde jetzt in Korschenbroich deutlich, wo eine positive Bilanz zum 40-jährigen Bestehen des "Silbernen Plans" gezogen wurde. Der Sozialausschuss des damaligen Kreises Grevenbroich hatte die Erstellung des Konzepts 1973 mit der Vorgabe beschlossen, Ziele und Perspektiven für die Altenarbeit zu formulieren.

"Der Kreis war damals eine der ersten Kommunen deutschlandweit, die eine Bestandsaufnahme unter wissenschaftlicher Begleitung in Auftrag gegeben haben. Da sich Politik und Verwaltung kontinuierlich mit dem Thema der Seniorinnen und Senioren befassten, waren wir den Entwicklungen immer einen Schritt voraus", so Dr. Hans-Ulrich Klose, Vorsitzender des heutigen Sozial- und Gesundheitsausschusses sowie zugleich Vorsitzender der Kommission "Silberner Plan".

Die Tatsache, dass nur wenige Betten in den damals bestehenden Heimen zur Verfügung gestanden hätten, sei der Auslöser für die Bestandsaufnahme der Angebote für ältere Menschen gewesen, sagt Klose. Danach wurden Überlegungen angestellt, wie man bestehenden Problemen entgegenwirken kann. In der Folge wurde der Rhein-Kreis Neuss auf Bundesebene als "Seniorenfreundliche Gemeinde" ausgezeichnet.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des "Silbernen Plans" und basierend auf den Ergebnissen eines kürzlich fertig gestellten sozioökonomischen Monitorings hat die Kreisverwaltung eine genaue Prognose zur Entwicklung des Pflegebedarfs durch die "Institute for Health Care Business GmbH", einer Tochter des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen, erarbeiten lassen.

"Das Gutachten stützt unsere bisherige Haltung zur Schaffung neuer stationärer Pflegeeinrichtungen im Rhein-Kreis Neuss: Das Angebot wächst in den nächsten Jahren deutlich schneller als die Nachfrage, wir steuern auf eine deutliche Überkapazität an Pflegeplätzen zu", so Jürgen Steinmetz, Landratsvertreter und Sozialdezernent. Laut Gutachten wird es 2015 voraussichtlich 562 stationäre Pflegeplätze zu viel geben. "Es ist daher richtig, den Fokus auf die ambulante Pflege zu richten", ist Steinmetz überzeugt. Kreissozialamtsleiter Siegfried Henkel und Marcus Mertens von der Heimaufsicht pflichten ihm bei.

Im Rhein-Kreis Neuss ist laut Studie bis 2020 mit rund 4100 vollstationären Pflegebedürftigen zu rechnen, bis 2030 mit etwa 5250, was gegenüber 2011 einen Anstieg um 35 beziehungsweise 73 Prozent bedeutet und damit deutlich über dem erwarteten Nachfragewachstum in Deutschland liegt. Deshalb ist auch mehr Personal erforderlich. Bis 2030 rechnet das Institut mit insgesamt 1000 bis 1700 zusätzlichen Vollzeitstellen in der stationären und mit 330 bis 700 in der ambulanten Pflege. "Bei Pflegefachkräften gehen wir bis 2030 von einem zusätzlichen Bedarf zwischen 620 bis 960 in der stationären und ambulanten Pflege aus", heißt es.

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