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Klimapartnerschaft des Rhein-Kreises Neuss mit Kolumbien: Fairtrade-Schokolade aus Solano soll in Deutschland verkauft werden

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Kakaofrüchte werden begutachtet

Fairtrade |

Supermärkte und Eine-Welt-Läden im Rhein-Kreis Neuss sollen in Zukunft fair gehandelte Schokolade aus der kolumbianischen Partnergemeinde Solano verkaufen. Das ist eins der Ziele der Klimapartnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss, dem ersten Fairtrade-Kreis Deutschlands, und Solano in der Provinz Caquetá. Möglich wird das durch eine künftige Vermarktung von Kakao aus dem Amazonasgebiet über das Fairtrade-Netzwerk im Kreisgebiet.

Zum Auftakt der Partnerschaft haben Gäste aus Solano 2013 den Rhein-Kreis Neuss besucht; darüber hinaus waren Vertreter aus dem Kreisgebiet zu Gast im Amazonasgebiet. Bei ihrem Besuch informierte sich die Delegation um Jürgen Steinmetz, den Allgemeinen Vertreter des Landrats, auch über Möglichkeiten, biologisch und fair angebauten Kakao aus dem Amazonasgebiet in Deutschland und insbesondere im Rhein-Kreis Neuss als Fairtrade-Schokolade anzubieten.

"Der Rhein-Kreis Neuss ist sich seiner Verantwortung für den Klimaschutz bewusst", betont Marcus Temburg, Leiter des Amtes für Entwicklungs- und Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss, und ergänzt: "Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands haben wir natürlich auch ein besonderes Interesse am nachhaltigen Anbau und an der fairen Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde."

So stehen Klimaschutz und biologische Vielfalt im Mittelpunkt, wenn in Kolumbien nachhaltige landwirtschaftliche Forstsysteme aufgebaut werden. Kleinbauern und Ureinwohnern wollen Kakaosorten, die ausschließlich im Amazonasgebiet wachsen, in Solano und in der Nachbargemeinde Belén de los Andaquíes anbauen. Mit im Boot sind bei diesem Projekt nicht nur die Landwirte vor Ort, sondern auch die Kommunen des "Klimabündnisses der Europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder e.V.", wie zum Beispiel die Stadt Hannover, und eine Schokoladenmanufaktur im Odenwald.

Bevor die fair gehandelte Schokolade in Deutschland in die Regale kommt, ist eine aufwändige Bio- und Fairtrade-Zertifizierung erforderlich. "Zurzeit wählen wir ein geeignetes Zertifizierungsunternehmen aus", berichtet Marcus Temburg vom Kreisamt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung, der das Partnerschaftsprojekt mit betreut. "Wenn alle Fragen vom Anbau über Zertifizierung und die Verarbeitung bis hin zur Transport- und Exportlogistik geklärt sind, soll Fairtrade-Schokolade aus Solano auch bei uns im Rhein-Kreis Neuss verkauft werden."

Die Klimapartnerschaft ist im Rahmen des Programms "50 Klimapartnerschaften bis 2015" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Servicestelle "Kommunen in der Einen Welt" entstanden. Bei der Zusammenarbeit zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Solano geht es nicht nur um neue genossenschaftlicher Strukturen für den fairen Anbau von Kakao, sondern auch um Wissenstransfer in den Bereichen Stromversorgung, Renaturierung und Wiederaufforstung sowie Abfallwirtschaft.

In der Gemeinde Solano leben 12 000 Menschen auf einer Fläche von der Größe Dänemarks. Der Rhein-Kreis Neuss will, unterstützt durch die Fördermittel des Bundes, die Lage der kleinbäuerlichen Gemeinschaften durch die Installation von Photovoltaik-Anlagen verbessern. Im Hauptort der Gemeinde Solano ist Strom, der durch ein Dieselaggregat erzeugt wird, täglich nur zwischen 18 und 22 Uhr verfügbar. Bereits seit 1994 gibt es vielfältige Kooperationsprojekte des Rhein-Kreises Neuss mit Kolumbien.

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