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Festakt zu 50 Jahre deutsch-französische Freundschaft

Das große Kammerensemble mit der Pariser Chansonsängerin Alexandra Cravero begeisterten das Publikum im Neusser Zeughaus

Kultur |

Mit einem Empfang auf Schloss Dyck in Jüchen und einem Premierekonzert im Neusser Zeughaus feierten der Rhein-Kreis Neuss und seine Städte und Gemeinden zusammen mit den französischen Partnerstädten und dem französischen Generalkonsulat das 50-jährige Jubiläum der Vertragsunterzeichnung des Élysée-Vertrages.

18 Jahre nach Ende des II. Weltkrieges und dem Untergang des Nazi-Regimes besiegelten der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer am 23. Januar 1963 im Élysée-Palast in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Mit dem Abkommen wurde der Grundstein für eine außergewöhnliche und in seiner Intensität einmalige Freundschaft zwischen den einstigen Erbfeinden Deutschland und Frankreich gelegt.

Seither haben sich viele Brücken der Freundschaft entwickelt. Auch im Rhein-Kreis Neuss zeugen zahlreiche freundschaftliche Verbindungen ins Nachbarland. Alle acht Städte und Gemeinden haben eine französische Partnerstadt. Darüber hinaus gibt es ein großes Engagement vieler Vereine, Schulen und bürgerschaftlichen Gruppen mit französischen Partnern.

"Dieses Abkommen kam zustande, lieber Michel Giacobbi, weil Ihr Land nach all dem Leid und den Kriegen die Hand ausstreckte und damit den Weg ebnete für Vertrauen, Freundschaft und Frieden zwischen beiden Völkern. Dafür sind wir Ihrem Land auf ewig dankbar", sagte Landrat und Schirmherr Hans-Jürgen Petrauschke an den französischen Generalkonsul gerichtet. Zu dieser Freundschaft hätten, so Petrauschke weiter, nicht zuletzt auch die Städtepartnerschaften beigetragen. "Denn sie wirken an der Basis, sie bringen die Menschen zusammen, sie machen neugierig auf neue Denk- und Lebensweisen, sie begeistern für ein gemeinsames Europa."

Nicht nur zahlreiche Vertreter aus den französischen Partnerstädten und Partnervereinen nahmen an dem Festakt teil, sondern auch NRW-Europaministerin Dr. Angelica Schwall-Düren, mehrere Generalkonsule, Botschaftsangehörige, Bürgermeister, Abgeordnete aus Bundes- und Landtag, Kreistag und Räten.

Der französische Generalkonsul Michel Giacobbi, der 1950 in München geboren wurde, und dessen diplomatische Karriere ihn immer wieder nach Deutschland führte, sieht die deutsch-französische Erfolgsgeschichte untrennbar mit dem Europagedanken verbunden: "Der Freundschaftsvertrag hat nicht nur das deutsch-französische Verhältnis, sondern auch die Entwicklung Europas in den vergangenen 50 Jahren maßgeblich bestimmt. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Kommunen, Schulen und Vereine, die diese Freundschaft lebendig halten. Ich freue mich daher sehr über das besondere Engagement im Rhein-Kreis Neuss."

Nach dem Empfang und den Grußworten von Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens und Stiftungsvorstand Jens Spanjer am Nachmittag im wunderschönen Ambiente von Schloss Dyck, fand abends ein musikalischer Brückenschlag im Neusser Zeughaus vor 300 geladenen Gästen statt. Als Premiere führte das Internationale Niederrhein Musikfestival um ECHO-Klassik-Preisträgerin Anette Maiburg das Konzert "Classica Francese" mit renommierten deutschen und französischen Künstlern auf. Ein aufwendigen Programm mit großem Kammerensemble und exklusiven Arrangements mit Werken von Claude Debussy, Jean Cras, André Jolivet u.a. sowie Chansons von Edith Piaf und Jaques Brel wurden speziell für den Festakt im Rhein-Kreis Neuss eingespielt. Mit Alexandra Cravero reiste eine französische Chansonsängerin aus Paris an, die mit ihrer warmen und sinnigen Stimme das Publikum verzauberte.

Für die Öffentlichkeit wird das Konzert am 13. Oktober als Kooperationsveranstaltung in der Reihe ERSTKLASSIK! im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf wiederholt.

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