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Klimaschutz-Partnerschaft mit Solano: Erste "Energiebox" liefert jetzt Strom

Energie für Solano (von links): Landratsvertreter Jürgen Steinmetz, Häuptling Timoleon Valencia Bautista und Bürgermeister Eliseo Murillo Criollo

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Die Klimaschutz-Partnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der kolumbianischen Gemeinde Solano ist gut gestartet. Landratsvertreter Jürgen Steinmetz und Projektkoordinator Marcus Temburg wurden in dem Amazonas-Gebiet überschwänglich empfangen. Vor mehreren hundert Menschen unterzeichneten Steinmetz und Bürgermeister Eliseo Murillo Criollo die offizielle Vereinbarung zur Zusammenarbeit des Rhein-Kreises Neuss mit Solano im Rahmen eines von der Bundesregierung geförderten Entwicklungsprojekts. Steinmetz bedankte sich für die herzliche Aufnahme und die Gastfreundschaft und unterstrich die Bedeutung der Kooperation für beide Seiten. Er und Temburg bildeten die erste ausländische Delegation, die Solano im Departement Caquetá bisher besucht hat.

Der Alltag der 20.000 Menschen in Solano, das so groß wie Dänemark ist, gestaltet sich mühsam. Bewaffnete Guerillagruppen hatten verhindert, dass die Gemeinde ans Stromnetz angeschlossen wurde. Sie befürchteten, dass auch eine benachbarte Luftwaffenbasis davon profitieren könnte. Leidtragende sind die Menschen vor Ort. Genau dort setzt die erste deutsch-kolumbianische Klimaschutz-Partnerschaft an. Steinmetz übergab eine zwei Meter hohe, aus Solarenergie gespeiste "Energiebox" an die Verwaltung der Gemeinde. "Wir haben die Box gemeinsam mit den Kolumbianern aufgebaut. Die Menschen hier haben auf diese Weise die Technik bereits kennengelernt. Zum Konzept gehört schließlich auch ein Technologietransfer, denn es ist nicht damit getan, die Box nur aufzustellen. Die Menschen müssen sie auch warten und reparieren können", so der Landratsvertreter. Der Erfolg war gleich zu Beginn sichtbar: Die "Energiebox" lieferte Licht und Strom für die große Eröffnungsfeier.

"Wir möchten Solano dabei unterstützen, seinen Weg Stück für Stück weiter zu gehen", sagte Steinmetz. Man könne in Deutschland viel für den Klimaschutz tun, "wir müssen aber auch international dafür Sorge tragen, dass sich die Situation in anderen Ländern verbessert, sonst können unsere eigenen Anstrengungen nicht die volle Wirkung entfalten." Rund 500.000 Euro investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in das Klimaschutz-Projekt.

Steinmetz und Temburg informierten sich in Solano ausführlich über die Rahmenbedingungen für die Energieversorgung, die Abfallentsorgung und den biologisch hochwertigen Anbau von Kakao zur Herstellung und Vermarktung fair gehandelter Schokolade in Deutschland. "Der Rhein-Kreis Neuss", so Steinmetz, "ist sich als Energiekreis und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort seiner besonderen Verantwortung für den Klimaschutz bewusst. Als erster Fair-Trade-Kreis Deutschlands haben wir aber natürlich auch ein besonderes Interesse am nachhaltigen Anbau und an der fairen Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde."

Darüber hinaus standen zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats, der indigenen Gemeinschaft um Häuptling Timoleon Valencia Bautista sowie der Kleinbauern auf dem Programm. Erste Kontakte geknüpft wurden außerdem zum kolumbianischen Umweltminister und zur nationalen Planungsbehörde für Energiefragen.

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