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Interview mit Jutta Bellen zum Zeugnistelefon: "Schlechte Zeugnisse kommen nicht aus heiterem Himmel"

Jutta Bellen gibt Tipps zum Thema Zeugnis

Jugend |

Am Freitag, 19. Juli, gibt es Zeugnisse. Nicht jeder Schüler und nicht alle Eltern sind mit dem Zeugnis zufrieden. Was kommt auf die Familien zu, wenn die Versetzung nur mit einer Nachprüfung gelingt? Was können Schüler machen, damit das nächste Schuljahr besser läuft? Jutta Bellen, Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Rhein-Kreises Neuss, gibt Tipps rund um das Thema Zeugnis.

Das Kind kommt mit einem schlechten Zeugnis nach Hause. Wie sollten Eltern reagieren?

Jutta Bellen: Vor allem sollten Schüler und Eltern Ruhe bewahren. Schlechte Zeugnisse kommen im Allgemeinen nicht aus heiterem Himmel. Klassenarbeiten und Gespräche mit den Lehrkräften geben den Eltern oft schon früh einen Hinweis darauf, ob ihr Kind den Lernstoff gut beherrscht oder ob es Probleme hat.

Was raten Sie bei einer Nichtversetzung?

Jutta Bellen: Zunächst sollten Eltern gemeinsam mit Kindern und Lehrkräften überlegen, woran es gelegen hat. Nur dann kann es im neuen Schuljahr besser werden. Eine Nachprüfung, um doch noch die Versetzung zu schaffen, empfiehlt sich nur, wenn die Lücken nicht zu groß sind. Wenn die Mängel in vielen Fächern bestehen, ist es oft sinnvoller, das Schuljahr zu wiederholen.

Sollten Schüler mit schlechten Noten auch in den Ferien zum Lernen animiert werden?

Jutta Bellen: Ganz wichtig ist eine Erholungsphase. Eltern sollten auf keinen Fall ihre Kinder dazu bringen, direkt am ersten Ferientag in die Bücher zu gucken. Denn nur gut erholte Schüler können im neuen Schuljahr gute Leistungen bringen. Und wer sich tatsächlich für eine Nachprüfung entscheidet, sollte natürlich rechtzeitig mit dem Lernen beginnen, aber sich nicht die ganzen Sommerferien über auf die Prüfung vorbereiten.

Gibt es am Zeugnistelefon auch Fragen zu guten Zeugnissen?

Jutta Bellen: Eigentlich selten. Aber wir bekommen manchmal Anrufe von Eltern, die berichten, dass ihr Kind ein gutes Zeugnis mit nach Hause gebracht hat, und sich für unsere Unterstützung bedanken.

Berät der Schulpsychologische Dienst das ganze Jahr über?

Jutta Bellen: Ja, unser Team von Schulpsychologen und Sozialpädagogen hilft bei allen Fragen rund ums Lernen. Dabei reicht die Bandbreite von Über- oder Unterforderung in der Schule über Prüfungs- und Schulangst bis hin zu Mobbing im Klassenraum. Psychologische und sozialpädagogische Fachkräfte sind Ansprechpartner für Lehrkräfte, Eltern und Schüler in den Beratungsstellen in Neuss, Grevenbroich, Dormagen und Korschenbroich.

Sollten Kinder für gute Zeugnisse belohnt werden?

Jutta Bellen: Auf jeden Fall. Dabei halte ich persönlich nicht so viel von großen Geldgeschenken oder anderen Sachwerten. Viel schöner ist es meiner Ansicht nach, wenn Kinder und Eltern gemeinsam etwas unternehmen, was sich das Kind schon lange wünscht, das kann z.B. ein Besuch im Freizeit- oder Kletterpark sein.

Zeugnistelefon

Der Schulpsychologische Dienst bietet am Freitag, 19. Juli, von 8:30 bis 15:30 Uhr kreisweit ein Zeugnistelefon an unter Telefon 02131/928-4070. Jutta Bellen und ihr Team stehen Eltern, Lehrkräften und Schülern für alle Fragen rund ums Zeugnis zur Verfügung. Darüber hinaus ist der Schulpsychologische Dienst ebenfalls unter dieser Nummer montags bis freitags von 8:30 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 13:30 bis 15:30 Uhr Ansprechpartner rund um das Thema Schule.

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