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Klima-Partner aus dem Amazonasgebiet besuchen den Rhein-Kreis Neuss: Kolumbianische Gäste informierten sich über Energieversorgung

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (l.) und sein Allgemeiner Vertreter Jürgen Steinmetz (r.) begrüßten im Kreistag die kolumbianische Delegation mit (v.l.) Bürgermeister Eliseo Murillo Criollo, Häuptling Timoleon Valencia Bautista und Aldemar Munoz Rodríguez

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Der Rhein-Kreis Neuss ist eine Klimapartnerschaft mit der Gemeinde Solano in Kolumbien eingegangen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und sein Allgemeiner Vertreter, Jürgen Steinmetz, begrüßten dazu jetzt eine erste Delegation aus dem Amazonasgebiet. Zum Auftakt des Austauschs waren Eliseo Murillo Criollo, Bürgermeister der Gemeinde Solano, Aldemar Munoz Rodríguez, Experte für erneuerbare Energie der Gemeinde, sowie Timoleon Valencia Bautista, Repräsentant der Indigenen Gemeinschaften von Solano und gleichzeitig Häuptling der Correguaje-Indianer, im Rhein-Kreis Neuss zu Gast.

Bürgermeister Criollo und Häuptling Bautista stellten während ihres Aufenthaltes ihre Gemeinde vor und gingen dabei auch auf die problematische Stromversorgung ein. Im Hauptort der Gemeinde Solano gibt es täglich nur zwischen 18 und 22 Uhr elektrischen Strom. Dieser wird durch ein Dieselaggregat erzeugt. Criollo und Bautista hoffen, durch die kommunale Klimapartnerschaft die Versorgungslage zu verbessern - zum Beispiel durch Anlagen mit erneuerbaren Energien.

Das Thema Energieversorgung stand auch im Mittelpunkt bei mehreren Exkursionen - zum Beispiel zum Braunkohle-Tagebau mit seinen Rekultivierungsflächen. Besonders interessierten die Gäste aus Kolumbien sich für die nachhaltige Versorgung abgelegener Ortschaften mit Energie. Darüber hinaus tauschte sich die Delegation mit der Kreisverwaltung über Möglichkeiten aus, Fließgewässer zu renaturieren und Waldbereiche aufzuforsten. Gesprochen wurde auch über die Chancen zur fairen Vermarktung von in Kolumbien angebautem Kakao.

Die Klimapartnerschaft mit der Gemeinde Solano in Kolumbien ist im Zuge des Programms "50 Klimapartnerschaften bis 2015" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) entstanden. Solano liegt im kolumbianischen Amazonasgebiet und umfasst eine Fläche von rund 43.000 Quadratkilometern. Dies entspricht in etwa der Größe Dänemarks. In der Gemeinde Solano leben rund 12.000 Einwohner, 70 Prozent sind indigenen Ursprungs.

Wie Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates, erläutert, gibt es bereits seit 1994 vielfältige Kooperationsprojekte des Rhein-Kreis Neuss mit Kolumbien: Neben der Wirtschaft umfasse diese Zusammenarbeit auch die Bereiche Sport, Gesundheit und Kultur. "Der Rhein-Kreis Neuss" so Steinmetz weiter, "ist sich als Energiekreis und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort seiner besonderen Verantwortung für den Klimaschutz bewusst. Als erster 'Fair Trade'-Kreis Deutschlands haben wir natürlich auch ein besonderes Interesse an nachhaltigem Anbau und fairer Vermarktung von Kakao aus unserer kolumbianischen Partnergemeinde."

Bürgermeister Criollo zeigte sich beeindruckt von den technischen Möglichkeiten im Rhein-Kreis Neuss und bedankte sich bei Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und seinem Allgemeinen Vertreter Jürgen Steinmetz für die herzliche Gastfreundschaft im Rhein-Kreis Neuss. Mit Quirinus-Glocken im Gepäck traten die Kolumbianer die Heimreise an.

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