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Wissenschaftlicher Geflügelhof sichert das Erbgut gefährdeter Hühnerrassen

Im Wissenschaftlichen Geflügelhof wird das Erbgut gefährdeter Hühnerrassen in den Blickpunkt gerückt

Tiere |

Westfälische Totleger oder Bergische Schlotterkämme gehören zu den gefährdeten Hühnerrassen in Deutschland. Der Wissenschaftliche Geflügelhof am Landwirtschaftsmuseum des Rhein-Kreises Neuss in Sinsteden hat daher ein bundesweit beachtetes Modell- und Demonstrationsvorhaben begonnen, um ihr Erbgut zu sichern. "Kryoreserve beim Huhn" heißt das Projekt, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 478 992 Euro gefördert sowie von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung begleitet wird. Partner bei diesem dreijährigen Vorhaben sind der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter, das Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

"Der weitaus größte Teil der Biodiversität des Haushuhns ist in der Obhut von Hobbyzüchtern. Neben der geringen Populationsgröße ist die Existenz dieser Bestände durch die Aufgabe von Zuchten gefährdet", erklärt Dr. Inga Tiemann, die Leiterin des Wissenschaftlichen Geflügelhofs. Eine Kryoreserve (Tiefgefrierung von Hahnensperma in flüssigem Stickstoff) soll diesem möglichen Verlust durch eine dauerhafte Lagerung entgegenwirken. Bisher gibt es in Deutschland so etwas noch nicht. Das Sinstedener Projekt beschäftigt sich nun exemplarisch mit einigen der gefährdeten Hühnerrassen als Basis für die Anlage einer umfassenden Kryoreserve beim Haushuhn.

Insgesamt werden von zwölf Rassen vom Krüper bis zum Rheinländer mindestens 150 Bruteier benötigt. Bebrütung, Kükenaufzucht und Tierauswahl finden im Wissenschaftlichen Geflügelhof statt. Dabei soll pro Rasse eine Zielgröße von je 25 möglichst unverwandten Hähnen und Schwesternhennen erreicht werden. Die geschlechtsreifen Hähne werden für acht Wochen im Institut für Nutztiergenetik aufgestallt. Das während dieser Zeit gewonnene Sperma wird direkt eingefroren. Die Hähne werden anschließend nach Sinsteden zurück gebracht.

"Zur Durchführung dieses für die Erhaltung gefährdeter Hühnerrassen wichtigen Projekts ist die Mithilfe der Züchterinnen und Züchter sowie ihrer Vereine essentiell", so Tiemann. Nach Absprache sollen die maximal drei Wochen alten Bruteier wahlweise abgeholt oder zugesandt werden.

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