Stapel regionaler Zeitungen

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Martinusschule ist für die Übernahme durch den Rhein-Kreis Neuss gut gerüstet

Schule |

Links und rechts des Eingangs zum denkmalgeschützten Gebäude hängt jeweils ein "Berufswahlsiegel", und das hat einen guten Grund: Die Martinusschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in Kaarst, war die erste Einrichtung dieser Art im Rhein-Kreis Neuss, die von der Bertelsmann-Stiftung eine ausgezeichnete Berufsvorbereitung attestiert bekam. Zurzeit steht die zweite Rezertifizierung auf der Agenda von Schulleiterin Wienke Sälzer und ihrem Team.

Ab dem neuen Schuljahr soll der Rhein-Kreis Neuss die Trägerschaft des Hauses übernehmen. Dann werden nicht nur - wie bisher - Schülerinnen und Schüler aus Kaarst und Korschenbroich an der Halestraße unterrichtet, sondern auch aus Meerbusch, wo die Raphaelschule aufgelöst wird. "Wir werden im Schuljahr 2013/14 rund 130 Jugendliche in den Klassen 1 bis 10 und etwa 25 Lehrer haben", rechnet Wienke Sälzer vor. Die Einrichtung, die seit 1968 besteht, ermöglicht die Abschlüsse "Förderschule Lernen" und "Hauptschule Klasse 9".

In der Martinusschule sind Jungen und Mädchen willkommen, die langsamer oder anders lernen als ihre Mitschüler und deshalb den Anschluss an ihre Klassengemeinschaft verloren haben. "Solche Kinder sind oft isoliert, verunsichert und haben häufig keinen Spaß mehr am Lernen", weiß Sälzer. Die Schulleiterin und ihre Kollegen stellen sich deshalb auf die individuellen Möglichkeiten der Schülerschaft ein. "Der Lernstoff und die Unterrichtsmethoden werden so vorbereitet, dass es jedem möglich ist, Erfolgsergebnisse zu erlangen", heißt es. Die Kinder sollen so wieder Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten fassen, selbständig werden und Freude am Lernen entwickeln.

Oberstes Ziel ist es, den Schülern ein eigenverantwortliches Leben unter anderem durch die Berufsfähigkeit zu ermöglichen. Wie gut dies in der Martinusschule gelingt, zeigt die von der Bertelsmann-Stiftung ausgezeichnete Berufsvorbereitung, die nachweisbare Vermittlungserfolge hat. "Die Schüler bekommen einen Ausbildungsplatz nach dem Abschluss, und unser Bester hat gerade Abitur gemacht und überlegt, zu studieren", berichtet Sälzer.

Kreisweit einzigartig ist das Angebot "Beratung und Begleitung". Es richtet sich an Familien mit entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern und Mitarbeiter, die diese Kinder in ihren Institutionen betreuen. "Die frühe Förderung ist schon im Kindergartenalter wichtig, um den Start ins Schulleben zu erleichtern", wissen die zuständigen Pädagoginnen Dagmar Hillen und Monika Widlok-Dröge. Auch die von Petra Schefer koordinierte Schulsozialarbeit ist seit den 1990er Jahren ein erprobtes Konzept. Die Palette reicht von der Einzelbetreuung über gemeinsame Projekte bis zur Hilfe beim Übergang in den Beruf. Anmeldungen für das neue Schuljahr nimmt Schulleiterin Wienke Sälzer unter Telefonnummer (0 21 31) 53 22 84 entgegen.

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.