Stapel regionaler Zeitungen

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Kampf gegen Legionellen: Gespräch über neue Trinkwasserverordnung

Karsten Mankowsky, Gesundheitsdezernent des Rhein-Kreises Neuss, unterstrich im Kreishaus Grevenbroich die Bedeutung des Kampfes gegen Legionellen

Gesundheit |

Das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss kämpft weiter erfolgreich gegen den Krankheits­erreger Legionella pneumophila. Das wurde jetzt bei einem Fachgespräch mit den Vertretern der Städte und Gemeinden im Kreishaus Grevenbroich deutlich. Beeindruckende Erkenntnisse über die dem Gesundheitsamt in den vergangenen Jahren gemeldeten Legionellosen zeigte Diplom-Biologe Oliver Hanke auf. "Wir konnten in etwa der Hälfte der Fälle die Infektionsquelle finden - von der Saunadusche bis zum Zahnarztstuhl", so der Experte.

Hintergrund der Tagung war die neue Trinkwasserverordnung, in der die Untersuchungspflichten für das Gesundheitsamt genauer festgelegt werden. Alle so genannten Großanlagen zur Trinkwasser-Erwärmung müssen demnach auf eine mögliche Kontamination mit Legionellen hin untersucht werden. Großanlagen sind zentrale Trinkwasser-Erwärmer mit mehr als 400 Litern Fassungsvermögen und/oder mindestens einer Rohrleitung vom Erwärmer bis zur Entnahmestelle von mehr als drei Litern Volumen. Wenn über 100 Legionellen pro 100 Milliliter gemessen werden, muss die Anlage technisch überprüft, eine Gefährdungsabschätzung erarbeitet und der Nutzer informiert werden.

Die Städte und Gemeinden betreiben Warmwasseranlagen in vielen Gebäuden, etwa in Turnhallen oder Kindertagesstätten. Seit Mitte der 1980er Jahre überwacht das Kreisgesundheitsamt die hygienische Beschaffenheit des Warmwassers mit Blick auf die mögliche Vermehrung von Legionella pneumophila. Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky unterstrich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die diese Keime verursachen können: "Nach aktuellen Schätzungen erkranken jährlich 20.000 bis 30.000 Menschen an der Legionellose, einer schweren Lungenentzündung. 3000 bis 6000 Menschen sterben daran." Amtsarzt Dr. Michael Dörr ergänzte: "Eine leichte Verlaufsform der Legionellen-Infektion, das Pontiac-Fieber, kommt noch sehr viel häufiger vor. Es äußert sich in Fieber und Atemwegssymptomen, die aber nach wenigen Tagen abklingen."

Der Leiter der Abteilung "Umweltmedizin/Infektionsschutz", Siegfried Hauswirth, informierte über die Pflichten des Gesundheitsamts: "Warmwasser-Großanlagen in öffentlichen Gebäuden müssen wir jährlich untersuchen. Ist alles in Ordnung, können wir nach drei Jahren einen längeren Turnus zulassen." Wenn aber der technische Maßnahmenwert für Legionellen überschritten werde, könne durch Aufheizen als Sofortmaßnahme eine wirksame Desinfektion bewirkt werden. "Dann muss aber unverzüglich die Anlage technisch überprüft werden und eine Gefährdungsanalyse erstellt werden", betonte der Fachmann.

Wichtiger Hinweis: Sie sehen eine Archivseite. Diese Informationen geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder () und sind möglicherweise nicht mehr aktuell.